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Haaren derwachſen, die Augen rollten unſtät umher, und Alles war in einem höchſt verwilderten Zuſtande. Erſchrekt wollte der Jäger ſich entfernen, als ihn das vermeintliche Ungethüm ind böhmi— ſcher Sprache anredet, u. ihn verſichert, daß er nichts zu befürchten habe. Der Wilde erzählte hierauf ſeine Ge— ſchichte, woraus hervorging, daß er der Sohn eines Bauern ſei, der ein Bau— ernmädchen liebte, deſſen Eltern aber keine Heirath zugaben, worauf er in Verzweiflung ein Gelübde gethan, ab— geſchieden von aller menſchlichen Geſell— ſchaft in dieſer Einöde zu leben. Hier befinde er ſich nun ſchon ſeit fünf Jah— ren, ohne ſich mit et was Anderem als mit Kräutern und Wurzeln zu nähren. Der Jäger eilte fort, holte ſeine An— verwandten herbei, die ſogleich den längſt Vermißten erkannten; aber nichts konn— te ihn bewegen, zu der Geſellſchaft zu— rükzukehren. Blos nahm er eine Kutte an, um ſeine Blöße zu deken. Von allen Gegenden ſtrömen nun Menſchen herbei, um dieſen Einſiedler in ſeinem Aſyl zu beſuchen.
Etwas von Allem. Das Dampf⸗ boot ſchreibt:„Die Spenerſche Zeitung vom 4. Juli berichtet aus Spanien: „Das Ende des carliſtiſchen Aufſtan— des hat begonnen.(Bei dem A n⸗ fange hört Alles auf!) Schon iſt der größte Theil des Balmaſediſchen Korps über die Grenze nach Frankreich über— getreten!“ Man ſieht, daß dieſe Zeitung während ihres 100 jährigen Be—⸗ ſtehens es zu einem hübſchen Styl ge— bracht hat! Bei den 36,000 Thalern Einkünften des Redakterus kann man ihn auch nicht ſchlechter erwarten!— In Berlin lebt ein Bürger, der ein Königreich verſchmähte! Es iſt nämlich der Tapezierer K. in der Friedrichs ſtra— ße, der lange in Athen war, und den griechiſchen Thron ausgeſchlagen hat.—
Man lieſt in der Staffete:„Hr. Deſ⸗ ſoir, der Abgott des Karlsruher, der Liebling des Mannheimer Publikums, deſſen Gaſtſpiel im vergangenen Jahre ſo lauten, ungetheilten Beifall erregt, hat vergangenen Freitag den Eyklus ſeiner Gaſtrollen mit dem„jungen Ehemann“ u. Brauſer in den„humoriſt. Studien“ in Mannheim eröffnet, u. auch diesmal ſo großen Beifall eingeerntet, daß er zweimal gerufen wurde. Seine zweite Rolle wird Goethe's Torquato Taſſo ſein.“— Un- ter den ausgegrabenen Leichen der in den Julitagen Gefallenen trug eine noch eine Art militäriſcher Uniform, in wel— cher mehrere Sous ſich befanden. Ein bei der Ausgrabung Anweſender kaufte einen für einen Franken als Reliquie der Julirevolution. Einer der Todten hatte Schuhe an.„Wenn er noch leb— te,“ ſagte der Charivari,„hätte er vielleicht keine mehr.“— In Wien wer— den Hr. Wild und Mad. Stökel-Heine⸗ fetter erwartet. Beide werden im Kaͤrn— tüynerthortheater in Halevy's„Jüdin“ ſingen; man weiß, wie ausgezeichnet Mad. Stökel-Heinefetter in dieſer Par— thie iſt.— Im Theater Re zu Mai- land gab der berühmte Violoncelliſt May Bohrer zwei Konzerte, die ſehr beſucht
waren, was in Mailand zu den Sel—
tenheiten gehört, da ſelbſt die Namen Catalani, Paganini und Liszt in ihren dortigen Konzerten nicht ziehen konn— ten.— Von den Londoner Kabriolets berichtet, laut„Oſt und Weſt““, ein Reiſender:„Sie ſind ein zweirädriger Selbſtmord, erfunden um die Auslän— der im Frieden aus dem Wege zu ſchaf— fen, ohne das Völkerrecht zu verlezen.“ — Das dritte Konzert, das Liszt am 10. Auguſt in Frankfurt gab, war ſtär⸗ ker beſucht als das erſte und zweite.— In München produzirt ſich jezt Fran⸗ conis Kunſtreitergeſellſchaft.(Wohl nur eine Abtheilung der Pariſer Franconis). Das Münchener Tagblatt ſagt darüber:


