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jene in Prachtpalläſten wohnen und über die geräumigſten, mit allen möglichen Bequemlichkeiten verſehenen, von Wohl— gerüchen durchdufteten Zimmer verfü— gen, ſchleppen dieſe ihr beklagenswert hes Daſein in dumpfen, feuchten Kellerge— wölben oder engen Löchern unter dem Dache dahin; während jene oftmals krank werden durch Uebermaß von Ge— nuß der Lebens freuden, ſiechen dieſe trau— rig dahin, aus Mangel an Nahrung. Im Weſtende Londons prunkt der Reicht hum, in Billingsgate und St. Giles ſchleicht das Elend.— Wer Luſt und Neigung zum Selbſtmorde hat, und doch gern am Leben bleiben will, ſoll ja heirathen. Eine Frau nehmen iſt das probateſte Mit— tel. Ein engliſcher Statiſtiker hat näm⸗ lich herausgebracht, daß zwei Dritt— theile von allen männlichen Selbſtmör— dern entweder unverheirathete junge Männer oder ältliche Hageſtolze ſind. Freilich ſchießt ſich auch Mancher eine Kugel vor den Kopf, weil er dieſes oder jenes Frauenzimmer, auf das er ſich einmal pikirt hat, nicht bekommen kann. Solchen iſt nicht zu helfen. Kurioſitäten aus Italien. Im Irrenhauſe zu Averſa bei Neapel befindet ſich unter andern zwei Wahn— ſinnige beſonderer Art. Der Eine bil— det ſich ein, man habe ihm ſeine Nafe vertauſcht; in jeder andern wähnt er die eigene, ihm entwendete zu erbliken, und ſucht ſelbe auf jede Weiſe zu re⸗ vindiziren. Ein Zweiter hält ſich für ein chemiſches Zündhölzchen, und fürch— tet ängſtlich, bei jeder Berührung ver— puffend zu verbrennen.— Seit 1. Juli erſcheint zu Bologna ein Theaterjour⸗ nal auf köſtlichen Oblaten mit Choko— lade gedrukt. Ein Gewinn für den gu— ten Geſchmak.— Jüngſt haben ſich die Studenten zu Siena, in zwei Partheien getheilt, in ſcherzhafter Ausforderung bekriegt. Sie waren ſämmtlich mit Hand— ſprizen bewaffnet, große Feuerſprizen
dienten als ſchwere Artillerie. Lange blieb der Kampf unentſchieden. Endlich begann der eine Haufe mit ſchwarzge— färbtem Waſſer den Angriff; nun floh der andere, zu Mohren umgewandelt.— Zur Begründung einer Bibliothek mach— ten ſich die Einwohner Capua's ver- bindlich, daß bei jedem Geburts- oder Todesfalle, die betreffende Familie ein Buch unentgeltlich abliefern wird. (Scho.)
Etwas von Allem. Mad. Scho⸗ del gab am 26. Juli die Norma im Kärnthnerthortheater zur vierten Gaſt— rolle.—Eine engliſche Zeitſchrift nannte Liszt den„Löwen der Saiſon.“— Auch Virtuoſen rechnen es ſich, gleich den Stuzern, zur Ehre an, mit Thieren verglichen zu werden.— In Paris macht jezt eine baleriſche Schüzenmuſik Glük und in London die deutſche Oper. — Ein Statiſtiker hat berechnet, daß in London alle zehn Minuten ein Menſch ſtirbt. Wenn für Jeden das Todten⸗ glöklein geläutet werden müßte, ſo wür— de es nie ruhen können.— In der Zeit⸗ ſchrift:„Der Märkiſche Stadt- und Landfreund“ befindet ſich folgende An⸗ zeige:„Durch richterliches Erkenntniß bin ich heute los und ledig geworden. Ich kann nicht unterlaſſen, dies den hei— rathluſtigen Damen zur gefälligen Ve— achtung bekannt zu machen. Königs- n dene e840. F. M. Köbcke.“— Van Amburgh wird mit ſeinen Löwen in London er— wartet;„Mungo Park“ heißt ein eigens für ihn fabrizirtes Stük, in welchem er mit ſeinen Heldenſpielern zum erſten Male zu debütiren gedenkt.— Rio-Ja⸗ neiro wird nun gleich einer europäiſchen Hauptſtadt mit Gas erleuchtet. Die Re— gierung hat mit einer Kompagnie auf ſechs Jahre kontrahirt. Jede Lampe koſtet jährlich 200 Franken.— Für die Kirche zu St. Denis ſchaffte man ſo


