Jahrgang 
Band 2 (1840)
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eben eine Orgel an, die zu den größten, die exiſtiren, gehört. Sie hat gegen 6000 Röhren, wovon einige 32 Fuß Länge und 1200 Pfund Gewicht haben. An den vier Fakultäten der Univer ſität zu Athen befinden ſich 26 Vrofeſ ſoren und 3 Privatdocenten, worunter 7 deutſche. In mehreren Städten Deutſchlands hat die Säkularfeier der Buchdrukerkunſt pekunjäre Nachwehen zurükgelaſſen. In Stuttgart ſollen 100 fl. als unangreifbares Kapital auf Zins und Zinſeszinſen bis zum Jahr 1940 zurükgelegt werden, um den En⸗ keln die fünfte Säkularfeier zu erleich⸗ tern.(Die Enkel werden aber hoffent⸗ lich von der Säkularfeier- und Monu mento-Manie unſerer Zeit geheilt ſein, und das Geld vernünftiger zu verwen- den wiſſen.)

Lokal-Zeitung.

Theatrallſche s. Demoiſ. Karoline Mayer, k. k. Hofopernſängerin, hat uns bereits verlaſſen, und konnte, wegen des in dem jezigen Augenblike etwas derangirten Zu⸗ ſtandes der Oper, ihre früher beſtimmte Anzahl von Gaſtrollen nicht vollenden. Ihre lezte Par⸗ thie war die Alice, inRobert der Teufel, welche Oper ſie allein nur einigermaſſen auf recht erhalten konnte. Geſang und Darſtel lung ſtanden im ſchönſten Elnklange, um die ſe Lelſtung zu einer vortrefflichen zu machen. Sie ſang mit innigem Gefühle und bezeich⸗ nendem Ausdruke, und ihre angenehme, fle xible u. metallvolle Stimme machte die ekla tanteſte Wirkung. Sie ſplelte auch mit Ver ſtand und Wärme, und ſomit ärntete ſie gro⸗ ßen, einſtimmigen Beifall und mehrmaliges

Hervorrufen nach den Szenen. Auch gönnen wir ihr vom Herzen den ihr geſpendeten Kranz; denn ſelt der Schebeſt iſt dieſe Parthie hier nicht mit gleichem Erfolg durchgeführt worden.

Mad. Thoms, die anmuthige Lokal ſängerin, ſpielte noch einige Mal zu Ofen, und nahm am 30. v. M. als Fidele in Schickhs Poſſe:Noch eln Kobold Abſchled. Sie erhielt ſtets, wegen ihres eben ſo natür

lichen als decenten Spieles und lhres wir⸗ kungsvollen Geſanges, vielen Beifall.

Seraphine Luftmann hat am 28. Juli ihre Vorſtellungen in der Ofner Arena beendigt. Bei dieſer Künſtlerin einet ſichdas Starke mit dem Zarten« auf eine recht einleuchtende Weiſe. Kaum daß man ſeinen Augen trauet, wenn man wahrnimmt, daß dieſe ächt weiblichen Formen, als Stü⸗ zen eines Atlas dienen könnten. Dieſe Spie⸗ lereien mit den eiſernen Laſten, dieſes Schwin gen ſolcher gewaltiger verſtändiger u. unver⸗ ſtändiger Körper, dleſe Stärke⸗Entwiklung ein zelner Gliedmaßen von einem weiblichen We ſen ausgeführt, deſſen Miene ſich dabel nur zu einem graziöſen Lächeln umſtaltet, ge währt gewiß eine ergözliche Augenweide, u. jeder Zuſchauer geſteht ſich, nicht durch dieſen Zwieſpalt der Natur perlezt worden zu ſein.

Dem Vernehmen nach wird Hr. Deſ ſolr im September in Peſth auf Gaſtrollen erwartet.

Die talentvolle junge Schauſpielerin Dem. Kolb in peſth iſt am 30. Juli enlt Tod abgegangen.

Benefiz.(Ofner Arena.) Montag, den 3. d., wird, zum Vortheil der Schauſpie lerin Delle. Kle in, die hier und in Peſth ſo beifällig aufgenommene Poſſe:Pelzpala⸗ tin und Kachelofen gegeben, worin die beliebte Beneſiziantin die Ca ch u ch a tan⸗

zen wird. 7

Vom Kunſtverein. Morgen, Sonn⸗ tag, findet im Redoutenſaale dle Verloſung der vom Kunſtverein angekauften Gemälde Statt.(Siehe die Anzeige in der heutigen Handlungszeitung.)

Die Wahl der anzukaufenden Bilder tra fen die Mitglieder des kleinen Ausſchuſſes, nämlich die H. H. v. Schedius, Alexander Wagner, Joſephs Hild, Vinzenz Grimm, Stephan Ferenczy und Hermann Neefe, was wir hier, als Berichtigung einer irrigen An gabe des Peſther Korreſp. in Nro. 1a8 des Humoriſten mitzutheilen erſucht wurden.

Modenbild. Uro. 32. Paris, 19. Juli. 1. Hut mit Federn geziert. Stadtkleid. 2. Koeffüre v. Krepp à la Reine Berthe. Bournuß von geſtikter Organdie.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.