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genblik, wie ich auf ihn zuſtürzen will, hält mich ein Bekannter, ein Ueberlä— ſtiger auf und macht einige gleichgiltige Fragen an mich, die ich beantworten muß. Eine Poſtchaiſe fährt vor. Ich reiße mich los und ſehe eben, wie der braune Mann, eine Schachtel unter'm Arm, ſich dem Wagen nähert.„Mein Herr,“ rufe ich,„ich bitte, auf ein Wort.“—„Was wollen Sie?“ fragte er und bleibt auf der Flur ſtehen.—„Hätten Sie wohl die Gefälligkeit, auf einen Augenblik auf Ihr Zimmer zurükzukehren?“—„Nein, mein Herr, dieſe Gefäl— ligkeit kann ich nicht haben, denn ich muß abreiſen.“—„O nur eine Sekunde! ich— es hängt mein Leben davon ab.“ Bei dieſen Worten faßte ich ihn derb am Arm.—„Das iſt ja zum Todtlachen!“ rief der braune Mann und ſah mich dabei mit einem ſo ernſthaften Geſichte an, daß mich ein plözliches Grauſen an— wandelte. Es war mir, als hätte der braune Mann etwas von den Zügen eines Weſens, das ſchon ein Jahrhundert im Grabe gelegen. Er ſchritt an mir vor— bei und ſezte kaltblütig den einen Fuß auf den Wagentritt.„Sprechen Sie!“ rief ich, und ein Fieberſchauer ſchüttelte mich.„Sagen Sie mir, wer Sie ſind, was Sie treiben! Ich laſſe Sie nicht von der Stelle!“—„Recht gern,“ ſagte der braune Mann und machte ein ganz ſeltſames Geſicht dazu;„ich mache kein Geheimniß daraus, ich bin—“ In dieſem Augenblik ſchlug der Poſtillon auf die Pferde und der Wagen rollte davon. Ich erfuhr nichts.
Anſichten. Urtheile. Begebniſſe.
aber Hr. Heim war nicht Gomez, nicht der flinke Hirtenjunge mit der liebe—
Theater.
Peſt b.(Das Nachtlager in Granada. Gaſtſpiele des Hrn. La Roche.) Unſer Gaſt, Olle. Mayer, war eine ganz vorzügliche Ga— briele; die leichten Melodien kamen durch dieſe liebliche Stimme zu poten—⸗ zirtem Reize, u. die Geläufigkeit koket— tirte, gleichſam ſchäkernd mit den ſchmei⸗ chelnden Paſſagengängen; auch im Spiele war es mehr die ſtolze, entſchloſſene ſpa— niſche Jungfrau, die unſerem Blike er⸗ ſchien, als die ſchüchterne Clauren-Mi⸗ mili, die von den meiſten als Grundty— pus dieſes Charakters angenommen wird. Wiederholtes Vorrufen lohnte die treff— liche Leiſtung.— Hr. Hirſch ſang den Jäger überraſchend ſchön, ganz vertraut mit ſeiner Parthie, waren es nicht nur Einzelnheiten, die ihm gelangen, ſon⸗ dern es war ein vollkommen entſprechen⸗ des Ganzes.— Gomez war Hr. Heim,
ſchmeichelnden Stimme.— Die Chöre gingen gut; die Vokalſtelle am Finale: „Seht den Jäger“, mußte wiederholt werden.— Hr. La Roche ſezt ſein Gaſt— ſpiel bei ſtets einſtimmigem Beifalle fort; es ſind die bunteſten, oft ſeltſam kon— traſtirenden Charaktere, die uns der Künſtler mit ſtaunenswerther Leichtig— keit vorführt. Shakeſpeare's„Lear“ gab ihm Stoff zu einem herrlichen Bühnen— gemälde. Der alte, polternde König mit dem ſchwachen Kopfe, der freiwillig die Herrſchaft niederlegt, um im eigenen Reiche betteln zu müſſen, dem verzweif— lungsvollen Wahnſinne hingegeben, nur wieder geneſt, um zum zweiten Male Kind zu werden— war in allen ſeinen Nuancen ſo kräftig, ſo markig geſchil— dert, daß die Shakeſpeare'ſche Form le⸗ bendig vor uns erſchien, Theilnahme, Mitleid und Grauen erregend.— Hr⸗


