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er Spiegel
für Kunſt, Eleganz und Mode.
Dreizehnter Jahrgang. Halbjähriger Preis 4 fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken
5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſlonsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bel allen k.k. Poſtämtern.
59. Mittwoch, 22. Juli. 1840.
—= 88.
Der kleine braune Mann.
(Beſchluß.)
Es wurde Nacht, ich konnte aber nicht ſchlafen. Alle Gräulſzenen einer Empörung gingen durch meinen Kopf; ich ſah blutende Arme und Beine, ich hörte zukende Herzen ihre lezten Pulſe ſchlagen, und konnte mich lange nicht überzeugen, daß es meine Taſchenuhr war, die auf dem Tiſch vor meinem Bette pikte. Man warf Billette in mein Zimmer, die der braune Mann geſchrieben hatte, und in denen er mich aufforderte, mit ihm gemeinſchaftliche Sache zu machen. Ich warf dieſe Billette wieder hinaus; es klebte etwas an meinen Fin— gern: es war Gift! Die Billette waren vergiftet, um mich aus dem Wege zu ſchaffen, da meine Geſinnungen den Inſurgenten nicht gefielen. Gift, Gift! rief ich. Die Laterne an meinem Fenſter wurde angezündet, und ich war über— zeugt, daß man die Stadt an vier Enden in Brand geſtekt habe. Wohin ent— fliehen? Ueberall Verwirrung. Ich eile auf den Gang, um meine vergiftete Hand in einen Kübel Waſſer zu tauchen, und falle in der Dunkelheit über einen Ge— genſtand. Es iſt Semiramis, die aus dem Theater heimkehrt. Entſchuldigungen;


