441 kann nunmebr Juden deſtens damit bedienen,“ ſtatt„Jeden.“— In elnem Roman ward gedrukt:„die laurende Schmachta““, ſtatt„die ſchmachtende Laura.“—„Die Peſt iſt jezt in die Friedrichsſtraße verlegt worden“, ſtatt „die Poſt.“—„Stoffe zu Reiſeteufeln ſind zu haben de.“, ſtatt„Reiſebeu— teln.“— So geſchah es im Spiegel Nr. 37, daß in meinem Aufſaze„Geſchichte des Weinens““, aus Verſehen, ſtatt„Eintheilung der Thränen“,„eine Hei— tung der Thränen“ gedrukt wurde 3). So gibt es eine Unzahl von ſolchen Druk— fehlern, inclusive der vielen Bücher, die von der erſten Seite bis zum finis coronat opus Ein Erratum ſind. Zum Schluſſe dieſes, allen Herren Sezern gewidmeten Aufſazes folge das von W. Achat im Berliner Mo deſpiegel unlängſt mit get heilte Gedicht: Jrukfeh ler.
Die Menſchheit iſt ein großes Buch, Wir Menſchen ſind die Theile; Orukfebler gibt es darin genug, Ja, faſt in jeder Zeile. e Drum iſt es gegenſeit'ge Pflicht Sich niemals zu erboßen, An Sezerböken ſtoßt Euch nicht, Wofern ſie Euch nicht ſtoßen. Leſ't fleißig fort in guter Ruh Und mit bedächt' ger Eile, Bis Euch die Augen fallen zu Vor tödtlich langer Weile.
Und darum, meine Herren Sezer keene Feendſchaft nicht! A ſt z.
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Der kleine, ehrliche Slowak.
In einer der Straßen Fünfkirchens ſprach vor nicht langer Zeit ein armer Knabe ſlaviſcher Abſtammung, deſſen nothdürftiger Erwerb im Topfbin— den und in deſſen Ermangelung im Betteln beſtand, einen Offizier um eine Gabe an. Das zehnjährige Kind bat in ſeiner, dem Offizier verſtändlichen Sprache, dieſen ſo freundlich und herzgewinnend um eine kleine Gabe, daß er in die Ta— ſche griff, um ihm einige Groſchen zu verabreichen. Doch lelder fand ſich unter ſeinem Gelde keine Kupfermünze. Schon im Begriffe den Knaben ohne Almoſen fortzuſchiken, bewog ihn ein Blik in das offene, flehendlich bittende Antliz deſ— ſelben, ihm einen Zwanziger mit dem Befehle zu überreichen, dieſen zu wechſeln, zwei Groſchen davon zu behalten und das Uebrige in das dem kleinen Topfbin— der wohl bekannte Gaſthaus, woſelbſt der Offizier logirte, zu bringen. Der Ar— me that, wie ihm geheißen. Als er aber im Wirths hauſe nach ſeinem Wohlthä— ter fragte, empfing er erſt nach vielem, nuzloſen Fragen den kurzen Beſcheid, der Herr ſei eben in ſeine, nahe bei Fünfkirchen befindliche Kavallerieſtation zu— rük gefahren. Das war dem Kleinen gar nicht recht. Doch tröſtete er ſich damit, daß er den Offizier bald wieder in Fünfkirchen ſehen und ihm dann ſein Geld richtig überliefern werde. Um nun ſeiner Sache ganz gewiß zu ſein, wanderte
„) Es wäre ein wahres Heil für Redakteurs und Sezer, wenn manche Mit— arbeiter nur etwas leſerlicher ſchreiben möchten.


