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tigt zu haben. Bei dieſer Gelegenheit melde ich auch, daß Prof. Heßler, im Auftrage des böhmiſchen Gewerbvereines, künftigen Monat eine wiſſenſchaftliche Reiſe durch Deutſchland, Belgien, Frank— reich u. England unternimmt.— Gruß an die ſchönen Vewohnerinen von Peſth und Ofen von Ihrem A.
Literatur.
Literariſches Portfolio. In dem eben erſchienenen„Album deut— ſcher Schriftſteller zur vierten Säku— larfeier der Buchdrukerkunſt durch Dr. Karl Haltaus“(Leipzig, 1840) leſen wir von Nikolaus Lenau: „Schon weht es kühler auf Erden; Es möchte Abend werden, Es möchte werden Nacht, Bevor durchdrungen die Schlacht, Der Menſchheit altes Gefecht Um Freiheit, Licht und Recht: Ich reiche beiden Herren Beſchleunigend Waffen und Wehren, Es ſoll ihr Leztes wagen Die Höll' und werden erſchlagen; Daß noch ein Stündlein Frieden Der Menſchheit ſei beſchieden.“ So dachte der Genius, der die Menſch— heit führt, Als er die Stirne Guttenbergs berührt'. — Julius Moſen ſingt: Deutſchland träumt. Vor ſeinen Träumen Bebt die Welt in allen Räumen, Stürzt das große Römerreich. Deutſchland träumt,— u. ſeine Träume Wölben ſich wie Rieſenbäume Zu dem heil'gen Chriſtendom. Deut ſchland träumt. Vor ſeinen Träumen Fließt, zerfließt die Welt zu Schäumen Und zum zweiten Male Rom. Deutſchland denkt;— aus Todesbanden Iſt Athene auferſtanden; Grübelnd und gedankenſchwer Schmiedet Guttenberg den Speer.
— Lebrecht Danz läßt ſich vernehmen: Unſere Zeit an Guttenberg.
Frage: Wo haſt du deine Orden, Guttenberg?
Antwort: Im ABC-Buche, in der Bibel, im Geſangbuche.
Frage: Wo haſt du deine Titel, Guttenberg?
Antwort: In meinem Namen.
Frage: Wo deinen Lohn?
Antwort: In der Unvergänglich— keit meiner Verdienſte.
Frage: Und wo dein Denkmal?
Andwort: Im Herzen meines ed— len deutſchen Volkes und Europa's.
— Unſer Graf Mailäth ſchreibt:„Wenn der Geſchichtſchreiber zurükſchaut auf die vielen Lorbeerkränze, welche vertheilt worden ſind, kann er ſich einer wehmü— thigen Empfindung nicht erwehren. Wie viele Kränze ſind unwürdig geſpendet; wie viele haben das Leben des Bekränz— ten nicht überdauert; wie viele mühſam errungene ſind im Strom der Zeit ver— ſunken, vergeſſen! Nur Guttenbergs Lorbeer prangt in immer heller grünen— der, zunehmender Friſche; denn jedes neue gedrukte Blatt iſt zugleich ein neues Blatt in ſeine Lorbeerkrone.“
Mignon Zeitung.
Berlin. Gutzkow ſagt in ſeinen Brie— fen über unſere Stadt:„Daß der Verli— ner ein wenig kleinſtädtiſch iſt, leidet kei— nen Zweifel. Woher ſoll er großſtädtiſch ſein? Von einem großen, maſſenhaften, bewußten Volksleben? Das fehlt ihm. Von dem Wohlſtande ſeiner Bürger? Er iſt nur ſehr partiell. Vom Adel, dem Hofe? Er iſt abgeſchloſſen von der Maſſe. Von den Beamten? Die Zahl derer, die nicht über 800 Thaler jähr— lich zu verzehren haben, iſt Legion. Von einer Rivalität mit andern Städten? Berlin hat auf 20 Meilen im Umkreis


