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den Negern ihre Freiheit zum Geſchenk gemacht;; nach einigen Jahren, durch Gefechte und Schaffotte blutig bezeichnet, war in Guadeloupe ein Dekret des erſten Konſuls angekommen, das die Sklaverei wieder einführte. Die Neger erhielten den Befehl, die Waffen niederzulegen, und ſich wieder zur Arbeit zu ſtellen. Ein Kontre-Admiral brachte mit ſeinem Geſchwader die Sk la⸗ verei wieder, ſo wie er an's Land ſtieg, machten ihn die Neger zum Gefangenen. General Richepanſe kam mit Truppen von Frankreich, ihn dieſer Gefangenſchaft zu entziehen. Als ſeine Schiffe im Hafen erſchienen, marfen ſich die Neger auf alle Städte und alle Forts, andere durchſtreiften mordend und plündernd das flache Land. Der General Nichepanſe trieb ſie aus einer Poſition nach der an⸗ dern; mehrere Banden ſprengten ſich zulezt in ihren Verſteken in die Luft, viele der Anführer endeten durch Selbſtmord. Einigen gelang es, die Waldun; gen zu erreichen, wo ſich eine zahlreiche Bande geſammelt hatte, die unter den Befehlen des Mulatten Palermo ſtand. Die meiſten Neger ergaben ſich. Palermo aber mit den Seinigen ſezte ſeinen Widerſtand noch eine Zeitlang in Wald und Gebirge fort, verließ Nachts ſeine Verſteke, und verwüſtete dann viele Pflan⸗ zungen durch Plünderung und Brand. Nichepanſe mußte zu ſeiner Verfolgung eigene Kompagnien organiſiren, die den Namen Jäger im Walde erhielten; dieſe Jäger durchſtreiften die Wälder in allen Richtungen, erſchoſſen viele Neger, und zwangen die Uebrigen in die Sklaverei zurük. Aber lange noch ſezten einzelne Gefechte, Mann gegen Mann, den Krieg fort, und noch manches Mal wieder⸗ hallte das Echo der Berge von Schüſſen der Neger, die lieber Tod wollten, als Sklaverei. Der Krieg im Walde iſt in Guadeloupe berühmt geworden; in Lie⸗ dern der Kreolen lebt ſein Andenken noch fort, und noch jezt kann man oft hören, wie im Hafen auf den kleinen Barken, die geſchäftig hin und her fah⸗ ren, der Bootsmann, auf ſein Ruder gelehnt, das Lied von Palermo ſingt, der in den Wäldern hauſte. Die Sklaverei war endlich ganz wieder hergeſtellt, der lezte Flintenſchuß war gefallen. Die Neger hatten auf die Pflanzungen zu— rükkehren müſſen; die geflüchteten Koloniſten fanden ſich wieder ein; Richepanſe hatte dem Fort Saint-Charles, wo er einen Sieg erfochten, ſeinen Namen bei⸗ gelegt, und die Ruhe in der Kolonie ſchien wieder auf das Dauerndſte hergeſtellt u ſein.— Aber dieſe Ruhe war, das fühlten die Koloniſten wohl, mehr ſchein⸗ bar als wirklich, noch war mancher Neger bereit, bei der erſten Gelegen⸗ heit das neu wieder auferlegte Joch der Sklaverei abzuwerfen, und mehr als eine ſchöne Kreolin empfahl allnächtlich ihre Kinder dem Schuze Gottes, wenn ſie ſich kaum hundert Schritte von den Hütten der, erſt ſo kurze Zeit ent waff⸗ neten, Neger zur Ruhe legte.(Fortſezung folgt.)
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Anſichten. Urtheile. Pegebniſſe.
drama, das gewiß ſeine Ueberſezer fin— Korreſpondenz. den dürfte. Ein junger Mann, Hörer
Prag(22. Juni.) Eine tragiſche] der Phyſik, Namens Alois Zink, der Geſchichte, die ſich dieſer Tage hier zu— Korreſpondenzen für den Berliner„Fi⸗ getragen, wäre kein übler Vorwurf zu] garo“ ſchrieb und der ſo eben bei Me— einem franzöſiſchen romantiſchen Schauer- U dau in Leitmeritz ein Bändchen Gedichte


