Mittwoch, 2. Dezember.

1840.

S

Theater.

Peſt h.(Nationaltheater.) Die Familie Lewy gab am 28. d. ihr drittes u. leztes Konzert im National- theater u. zog ein übervolles Haus an, was zum Beweiſe dienen mag, wie ſehr die hohe Kunſtfertigkeit der intereſſan ten jungen Konzertgeber von dem kunſt ſinnigen Publikum dieſes Theaters an erkannt und gewürdigt wird. Zwi ſchen zwei Tanz-Divertiſſements eines Hrn. Carelle, die aber durch eine zu fällige Fuß-Beſchädigung deſſelben un⸗ terbrochen wurden, folgten ſich die Lei ſtungen der jungen Künſtler. Nach der Ouverture aus derStummen v. Por tici ließ ſich Carl Lewy in einer von ihm ſelbſt komponirten Fantaſte für das Pia⸗ no hören, und bewies diesmal auch ein ſchönes Talent zur Tondichtung, das für die Folge viel verſprechend iſt. Sein Spiel iſt ungemein fertig, und die ſich aufgegebenen Schwierigkeiten beſiegt e er mit großer Leichtigkeit. Hierauf er ſchien der wundervolle Knabe Richard mit ſeinem Zauberhorn; ſchon ſein Erſchei nen wirkte elektriſch auf das Publikum u. vollends erſt ſein herziges, liebliches und nichtsdeſtoweniger kräftiges Vlaſen. Jezt war es ein Impromptu über Motibe aus der OperIPuritani, mit dem er

das ganze Auditorium entzükte. Nach ihm kündigte eine donnernde Be grüßung die höchſt anmuthige Erſchei nung der Melanie Lewy an, die mit ihrer Harfe(ein vortreffliches engliſches Inſtrument), durch den Vortrag einer Romanze u. eines Marſches, jedes Ge müth beſtrikte. Das herrliche Pianiſſi mo, das das Zarte und Sanfte ihrer Empfindung wiedergab, war von beſon derer Wirkung. Die gefeierte Pri ma Donna dieſer Nationalbühne, Mad. Schodel und der kleine Richard trugen dann das bekannte Lied Lachnersdas Waldvögelein mit Begleitung des Horns vor, das ſo gefiel, daß es auf ſtürmi ſches Verlangen wiederholt werden muß te. Dann produzirte ſich der Orche ſterdirektor dieſer Bühne, Hr. Kohn, mit einer ſelbſt komponirten Fantaſie für die Violine, worin er große Virtuoſität entwikelte und dafür allgemeinen Bei⸗ fall ärntete. Zum Schluſſe kam wie⸗ der ein Enſemble bes Virtuoſen-Trifo⸗ liums, wobei man wechſelweiſe das hohe Talent der jungen Künſtler bewunder te. Applaus und Hervorrufungen gab es in Hülle und Fülle an dieſem Abend und der Wunſch ward allgemein, daß es nicht das lezte Mal ſein möge, ſolch eines ſeltenen Kunſtgenuſſes theil haftig zu werden. D.