IERLINx,. 8 95 f

Mittwoch, 18. Uovember.

1840.

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Theater.

Peſth. Wir haben Jahrmarkt, das Marktpublik um iſt ein gemiſchtes, und das Markt⸗Bühnenrepertoire ſcheint für ein ſolches berechnet zu ſein; aber oft verrechnet man ſich mit ſolchen Berechnungen; denn ſelbſt ein Markt- publikum iſt heutzutage ſchon gewöhnt, höhere Anſprüche zu machen. Im Na tionaltheater füllten ein Paar Opern zum Brechen das Haus, im deutſchen Theater iſt jezt mit der Oper nicht gut ſprechen; ſie gibt wenige Zeichen ihrer Exiſtenz von ſich, und thut ſie es dann u. wann, ſo iſt lie mißgeſtimmt u. brumm⸗ bärig, u. ſo, dem Publik um gegenüber, etwas unerträglich doch das dürfte ſich wohl bald beſſern; es iſt nur jezt ein eigenes Mißgeſchik eingetreten, das zu beſchwören nicht ſo leicht möglich iſt. Doch hoffen wir Alles von unſerer Di rektion, an gutem Willen fehlte es ihr nie. Indeſſen ſah der Markt keine Oper; deſto mehr Pferde, Akrobaten und Athleten und nur hin und wieder gukte der Schalk Neſtroy hervor. Der Kunſtreiter Dumos reproduzirte ſeine mißrathenenNäuber in den Abruzzen und die Gebrüder Graffina ſezten Ar me, Beine und Zähne in Bewegung, um anzuziehen; NeſtroysZwillings⸗

brüder und deſſen monſtröſerZaube rer Sulphurelektro- de. de. oc. gaben ſich alle Mühe aber vergebens das Haus war für die Marktzeit nur immer mäßig beſucht. Dem Referenten aber iſt die Mühe erſpart, über eine erhebliche Neuigkeit zu referiren. Aufrichtig ge ſtanden, kann ihm dies nur angenehm ſein; aber im Intereſſe des Publikume ſchließt er mit dem Wunſche, bald mehr Beſchäftigung zu finden. M. Ofen. Das ſchöne franzöſiſche Luſtſpiel:Gabriele de Belleisle ward auch bei uns gegeben und erfreute ſich, ſo wie in Peſth, des allgemeinſten Bei falls. Es iſt bereits in dieſen Blättern näher beſprochen worden und es ge nügt uns nur noch zu melden, daß die Darſtellung zu den gelungeneren un ſerer Bühne gehörte. Vorzüglich war es Mad. Melchior, die durch ihr ver ſtändiges, fein nüancirres Spiel u. durch die gleichartige Haltung des Charakters ſich des allgemeinſten Beifalls erfreuete. Dem. Jaritz ſpielte die Titelrolle mit Wärme und Leben; aber z wei Kränze waren denn doch zu viel; es wäre ſchon Einer Luxus genug geweſen. Hr. Windiſch bewies wieder den routi⸗ nirten u. gewandten Schauspieler. Auch Hr. Kurt war feſt in ſeiner Rolle und ſpielte tüchtig. D.