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de, daß einige von den jezigen übrigens geiſtreichen und talentvollen Schriftſtel— lern denſelben krummen Weg gehen— Ich habe an einer andern Stelle einige Zeilen aus den Weltfahrten Mundt's, ſonſt eines Mannes von Geiſt und Ta— lent, angeführt. Kann man ſo im Ernſt ſchreiben? Aber das iſt ganz die deutſche Art. Dieſes Erbe geht in einer unun⸗ terbrochenen Reihe von Sterne über Hippel, Thümmel, Jean Paul. Man kann ihre Werke eine Olla potrida nen— nen, aus Ananas und Häring, Konfi— türen und Senf, Pfirſichen u. Limbur— ger Käſe zuſammengeſezt. Jedes dieſer Ingredienzien mag für ſich gut, ſchmak— haft u. nahrhaft ſein; aber in einer Schüſſel beiſammen, machen ſie eine wi— derwärtige Miſchung, und mit einer ſol— chen laben die guten Deutſchen ihren Geſchmak und ihre Phantaſie.“— Bei Ch. E. Kollmann in Leipzig erſchien ſo eben:„Schuld und Buße, oder das St. Magdalenenkloſter zu Debreczin und ſeine Bewohnerinen.“ Wahrheit u. Dichtung. Von J. Satori. Das Buch wird beſonders dem edlern und gemüth— lichern Theile des weiblichen Geſchlech— tes empfohlen.— In Wien tritt wie⸗ der einige Regſamkeit in das literariſche Leben. Von J. N. Vogl erſcheint im Laufe des nächſten Monats bei J. B. Wallis hauſſer der dritte Band„Balladen u. Romanzen“, mit einer ſchönen Vignette von Karl Mayer.— Der Hofbuchhänd— ler Rohrmann beſorgt die Herausgabe des Tſchabuſchnigg'ſchen Romans:„Ironie des Lebens.“— In derſelben Buchhand— lung haben bereits Vogl's„Merkwür— digkeiten und Sagen aus der Umgegend Brünns“ die Preſſe verlaſſen.— Fitzin⸗ ger gedenkt ein Bändchen„epiſcher Dich— tungen“ an's Licht treten zu laſſen.— Das Luſtſpiel von Dr. Marchland:„die Frauenemanzipation““, iſt bereits bei J. B. Wallis hauſſer im Dru erſchienen.— In der C. Haas'ſchen Buchhandlung er—
ſcheinen in wenigen Wochen zwei Novel— len von Ed. Breier:„die beiden Cſiko— ſche“ und„das Gelöbniß.“(Beide aus der ungariſchen Geſchichte entlehnt und von dem Verfaſſer dem Dichter Joh. N. Vogl gewidmet.) Von dem Leztgenann— ten ſoll auch ein Bändchen„Iõyriſcher Dichtungen“ bei Wallis hauſſer an's Licht treten.— Fladung edirt eine„Aeſthe— tik für Damen.“— Schumacher's„Er— innerungen“ werden nicht fortgeſezt, eben ſo deſſen„Muſenalmanach.“— Aug. Schilling iſt geſonnen,„lyriſche Bagatellen“ herauszugeben.— Ein Hr. Ant. Kaſper ließ eine Broſchüre:„Gruß an das Vaterland“, im Komptoir der Wiener Zeitung erſcheinen, deſſen Er— trägniß(2) er nach Abzug der Drukko— ſten dem Wohlt hätigkeitsfonde der grauen Schweſtern beſtimmt.— Das Haltaus⸗ ſche„Guttenberger Album“ erfreut ſich überall eines zahlreichen Abſazes.— Von A. Weſt, dem Bearbeiter des„Le— ben ein Traum“, von Calderon, erſchei⸗ nen bei Wallis hauſſer die Bearbeitungen von„Lear“,„Othello“ u.„ Macbeth.“ — Das, zum Beſten der Schauſpielers⸗ wittwe Ziegelhauſer, herausgegebene Ta— ſchenbuch:„Thalia“, früher von Aug— Schmidt, jezt von F. Fitzinger redigirt, erfreut ſich einer thätigen Unterſtüzung von Seite der Wiener Schriftſteller u. ſoll dieſes Jahr zum erſten Mal im ei⸗ gentlichen Buchhandel erſcheinen. Bei— träge dafür ſendeten Seydl, Halm, Bauernfeld, Vogl, Frank, Frankl, Stirle-Holzmeiſter, Straube, Panaſch, Remek häzy und Mathilde Feldern Rolf— Von Lezterer erſcheint eheſtens eine Ju⸗ gendſchrift, deren Zueignung Ihre kaiſ⸗ Hoheit die Erzherzogin Sophie geneh— migte.— Die C. Haas'ſche Buchhand⸗ lung hat im Verlegen ihrer„Blut-, Mord⸗, Brand- u. Geſpenſter-Romane““ einen Nebenbuhler in Mayer und Kom pagnie gefunden, welche Buchhandlung ebenfalls dieſen rühwlichen Weg einge⸗


