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le, einen Gargonball zu Ehren einiger hohen Damen der Nachbarlande, wo Champagner in Strömen floß, und der an Aufwand und Glanz Alles überbot, was ſeit Jahren in Laibach an Karne valsbeluſtigungen vorüberzog, einen Er ziehungsknaben-Ball, einen großen Hand⸗ lungsball, mehrere Schießſtadt-Schüzen bälle, und jeden Sonntag einen ordinä ren Maskenball dieſem ſchloſſen ſich noch mehrere Hausbälle an, die unter dem Namen Kinderbälle, bei den Gra fen Barbo, Auersberg und der verwitt weten Baronin Codelli, die Elite des Adels und der höhern Klaſſe, zuſam menzogen. Eine etwas zu geringe Anzahl von Tänzern war der einzige Uebel ſtand dieſer ſonſt ſehr brillanten Unterhaltungen. Der Handlungsball auf der Redoute, ſo wie der erſte mas kirte Nobelball, wo ein Maskeneinzug des Adels durch Reichthum unddinte reſſante Wahl großen Effekt machte, waren wohlthätigen Zweken gewidmet, und der an beiden Malen zahlreiche, faſt übergroße Beſuch beurkundete abermals den bekannten Edelſinn der Bewohner Laibachs. Die lieblichen Blümleins der Nachbarlande, die Gräfinen F, welche einige Wochen des Karnevals in unſerer Mitte zubrachten, haben uns am 29. v. M. verlaſſen und ſich der Dogenſtadt zugewendet. Dieſe rei zenden Fremden hatten durch ihr anmuth volles u. leutſeliges Benehmen alle Her zen unſerer Hauptſtadt gewonnen, und beſonders aber bei der jungen Herren Welt, einen warmen bleibenden Eindruk zurük gelaſſen. Leider fehlt es inmit⸗ ten der fröhlichen Faſchingszeit bei uns in dieſem Jahre nicht an mit einander abwechſelnden tragiſchen Ereigniſſen. So hat ſich vor Kurzem der Lieutenant Kn in ſeiner Wohnung mit zwei Pi ſtolenſchüſſen entleibt. Eine Stunde vor ſeinem Tode ſchrieb er noch einen hu moriſtiſchen Brief an einen Kameraden,

welcher mit den Worten ſchloß:So eben(3 Uhr des Morgens) bläſt der Trompeter die Reveille wenn zum jüngſten Gericht auch ſo miſerabel gebla ſen wird, erſcheine ich gar nicht, und es muß ohne mich abgehalten werden. (Beſchluß folgt.) Schmpfl.

Literatur.

Literariſches Portfolio. Lieſt man in der Augsburger Allg. Zeitung die Entgegnung des Fürſten Pückler Muskau gegen den arroganteſten aller deutſchen Pedanten, den Dr. Rüppell in Frankfurt a. M., ſo muß man ſich eben ſo über die Satyre wie über die anſtändige Haltung dieſer Polemik freuen. Als Gegenſtük dazu muß man folgende Erklärung im Hamburger Korreſpon denten von Herrn Varnhagen von Enſe bewundern, der ſich für das unanfecht barſte Genie aller Zeiten und aller Völ ker zu halten ſcheint:Den anonymen Schreiber, welcher meine von der Leip ziger Allgemeinen Zeitung mitgetheilte Nachricht über die Verhältniſſe der hie ſigen Jahrbücher für wiſſenſchaftliche Kritik durch einen neuern Artikel im Hamburgiſchen Korreſpondenten als eine Ausrede zu bezeichnen ſich erdreiſtet, u. dabei hinſichtlich jener Jahrbücher ſeine früheren, man weiß nicht, ob mehr der Unwiſſenheit oder Alber n⸗ heit zu bezüchtigen den Ang a⸗ ben behaupten möchte, erkläre ich für einen Verläumder, gegen den, beſon ders ſo lange er ſich im Dunkel der Anonymität hält, kein weiteres Wort zu verlieren iſt. Varnhagen von Enſe. Dieſen Ton lernt man, wenn man ſich in den höchſten Kreiſen nicht der Ge ſellſchaft ſondern der Selbſtſchäzung bewegt. A. Weill ſagt in der Ztg. f. d. eleg. Welt:Pythagoras opferte einſt der Wahrheit hundert Ochſen; ſeitdem ſind alle Ochſen r ge⸗ gen die Wahrheit.