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vorzüglichern Beitrage will ich hier etwas naher beſprechen, von den mit— telmäßigen blos ihre Verfaſſer anfüh—⸗ ren, und die am wenigſten gelungenen mit Stillſchweigen übergehen:„Die Wette“ von Novis zeichnet ſich durch den gefälligen Styl aus, und erhält das Intereſſe durchs Ganze.—„Lyri⸗ ſches““ von G. Seidl relhet ſich den gelungenen Leiſtungen dieſes achtbaren Dichters an.— Ein artiger Beitrag iſt:„Der Fingerhut“ von Louiſe Beck. Er ſöhnt uns mit allen weiblichen ſchriftſtelleriſchen Leiſtungen aus, und vernichtet das Vorurtheil, das ſich un⸗ ſerer, beim Leſen anderer Leiſtungen ſchriftſtelleriſirenden Damen, mit Recht bemächtigte.— Bedeutende Beiträge zu dieſem Jahrgange lieferte Hr. Jo— bann Langer, von denen der poetiſche Theil mich beſonders anſprach. Ich nen— ne in dieſer Art als vorzüglich gelun⸗ gen in Form und Haltung:„Orlando“ als auch ausgezeichnet in Sprache und Weichhelt:„Die Malerin“ Langer's proſaiſchen Beitrag:„Todte Liebe“ dehnt das ausgebreitete Wiſſen des Verf. und deſſen Nichtunterdrükerkönnen, der ihm durch dieſes Wiſſen auftauchen⸗ den Bilder, etwas in die Länge, und die eigentliche Pointe iſt durch den Ti⸗ tel etwas dunkel.— Nach Langer's Novelle macht eine von Kruſe, betitelt: „Eine Epiſode“, den Schluß des pro— ſaiſchen Theiles. Was die Ausarbei⸗ tung betrifft, wäre ſie gewiſſermaſſen lobenswerth, nur gefällt mir die gan⸗ ze Anlage dieſer Novelle nicht. Wenn ich ſchon über die Unwahrſcheinlichkeit, daß ein Liebhaber bei ſeiner Geliebten einige Monate als Kammermädchen, un— entdekt bleibt, hinausgehe, warum be- lohnt nicht der Dichter den Liebhaber, den er edel hinſtellt, mit der Hand der Geliebten? und mehr dergleichen.— Mit Gedichten iſt das Taſchenbuch reich
* „Mein Vornehmen“ von Caſtelli, die- ſes Vorzuges erfreuen ſich auch die der Hrn. Vauernfeld, Braunthal, Frankl, Leitner, Sileſius, Scheyrer, Treitſch— ke, Tſchabuſchnigg.— Zart und ſchön ge— dichtet iſt Manfred's:„Frühlingskraft“, ſo wie„der Soldat“ von Chamiſſo und Fitzinger's„Aurelien am Puztiſche.“ „Die Nacht“ von Hammer hat eine echt orientaliſche Färbung, und reihet ſich den hervortretenden Beiträgen an. Lenau's„An die mediſirenden Damen“ (Seite 547 und nicht wie in der In⸗ haltsanzeige 475; ſolch ein Druk⸗ fehler iſt in einer Inbaltsanzeige nicht zu verzeihen) zeigt wie ein Ta⸗ lent aus Nichts, Gutes, Vorzügliches ſchaffen kann, nur iſt der Vers:„Die⸗ ſem Vampyr, der mit leiſem Faͤcheln“ ſtörend, wegen der falſchen Betonung des Wortes:„Vampyr.“ Es heißt Vampyr nicht Vampyr. Zum Schluſſe verdient noch Vogl's:„Das Bäuer⸗ lein und der Haaſe“ einer lobenden Erwähnung. Die Ausſtattung des Gan— zen iſt elegant, und darf mit Recht den Leſern anempfohlen werden.— VII.„Dramatiſche Kleinigkeiten von Herzenskron. 4⸗ter Band. Wien, 1835 bei Fr. Tendler.“ Herzenskron hat ſich bereits durch eine Reihe von Jahren durch ſeine dramatiſchen Leiſtungen einen achtbaren Namen erworben, und dieſe neue Erſcheinung erhöhet das Verdienſt des Dichters, indem ſie uns die beſſern
Leiſtungen überrheiniſcher Dichter, durch eine gelungene Ueberſezung und zwekmäßige Umarbeitung genießbar
macht.— Eine kurioſe auf Holzfüße geſchraubte Beurtheilung über dieſen vierten Vand las ich unlängſt in einem Blatte. Es heißt daſelbſt:„Der Ver⸗ faſſer bemüht ſich, ſo recht con amore als Deutſcher mit aller Kraft ſich in das Fach der franzöſiſchen Luſtſpiel fabrika— tionen hinein zu arbeiten. Was ſoll
verſeben. Recht artig iſt das Gedicht:
damit geſagt ſein? Es kann heißen:


