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falls zu erfreuen. Den größten Theil des ungetheilten Applauſes müſſen wir jedoch den Verdienſten der Mitwirken⸗ den zuſchreiben.„Die Huſſiten vor Naumburg“ wurden ſchlecht dargeſtellt und erregten wenig Senſation.— Im Theater a. d. Wien gab man ein neues romantiſches Schauſpiel in 4 Akten: „Jacopo, der Bandit von Venedig“, mit einem einaktigen Vorſpiel:„Der Wettkampf der Gondoliere.“ Dieſes Schauſpiel iſt ein recht gutmüthiges Ding, mitunter langweilig, hat aber ein Paar Rollen, die als prächtige Paradepferde von den Herrn Kunſt und Boſard ſchulgerecht getummelt wurden. Olle. Weick erwarb ſich vielen Beifall. Im Birch Pfeiffer'ſchen Schauſpiele, „Hinko der Freiknecht“, gab Hr. Kunſt den Philipp, Hr. Kalis den Henriko und Mad. Kalis die Margarethe mit Erfolg und Auszeichnung.— Neſtroys: „Erſter Stok und zu ebner Erde“ wird nun bei Wallishauſſer im Druke er⸗ ſcheinen. Adiaphoros. Frankfurt(29. Okt.). Bei unſerm Theater ſcheint für das Schau— ſpiel eine neue Aéra beginnen zu wol- len. Die Regie des Schauſpiels iſt nämlich dem als ausgezeichneter Künſt⸗ ler bekannten Schauſpieler Becker über— tragen. Derſelbe hat ſchon ſehr günſtig auf das Repertoir eingewirkt, und will uns nun die Schiller'ſchen und Shakſpeare'ſchen Meiſterwerke vorfüh— ren. Möge ſein Streben die verdiente Anerkennung von Seiten des Publi⸗ kums, und die nöthige Unterſtüzung von der Direktion und den Schauſpie⸗ lern finden— Unſerer Oper ſoll ein ſchwerer Verluſt drohen; der Tenoriſt Schmetzer ſoll nämlich wirklich ein En⸗ gagement in Braunſchweig angenom⸗ men haben, welches er am 1. Auguſt k. J. antreten würde. K. Madrid. Auf dem Theater
Prencipe in Madrid wird gegenwär—
tig eine Ueberſezung von Delavigne's
„Söhnen Edugrd's“, von D. M. Bre⸗
ton de los Herreros gegeben. Auf dem Theater de la Cruz gibt man eine
Nat lonal⸗Farce: Se sabe quien go-
biernal?(„Weiß man denn, wer re⸗
giert?“) S.
Allerlei.
Paris. In dem neuen Thea⸗ terſtüke Delavigne's,„Don Juan von Oeſterreich“, kommt auch der Degen Königs Franz J. vor, den dieſer rit-⸗ terliche Monarch in der für ihn un— glüklichen Schlacht bei Pavia trug, und nach ſeiner Gefangenehmung dem Gra— fen Lannoy übergeben mußte, der auf den Knien die Waffe aus der Hand ſeines königlichen Gefangenen empfing. — Der Degen wurde nach Madrid ins Arſenal gebracht, und blieb da⸗ ſelbſt Jahrhunderte, bis er im Jahr 1808 von dem damaligen Großherzoge von Berg, Murat, im Namen des Kai— ſers Napoleon reklamirt wurde. Der König von Spanien machte Anfangs viele Schwierigkeiten, willigte aber end⸗ lich in eine Zurükgabe ein, zu deren Verweigerung er zu ſchwach war. Zwei der vornehmſten Herren des Hofes wur— den beauftragt, den Degen in einer Hofequipage abzuholen; mit dem gan— zen Zeremoniell der ſpaniſchen Etikette wurde er auf reichen Kiſſen im Hin- tergrunde des Wagens niedergelegt, während die beiden Hofherren beſchei⸗ den die Vorderſize einnahmen. So wurde der Degen Murat überliefert, der ihn nach Paris ſandte, wo er ſich ſeitdem im Artilleriemuſeum befindet. Dela— vigne hat den in ſeinem Stüke vor— kommenden Degen dem Original aufs Täuſchendſte nachbilden laſſen. B.
London. Jemand, der dieſen Sommer häufig im engliſchen Parla⸗


