neſize. Das leztere iſt woht eine etwas lokere Arbeit, aber noch immer manchen nagelneuen Geburten, wie z. B. jenen der Verfaſſerin desPfefferöſels u. ſ. w. vorzuziehen. Im Reiche Terpſicho⸗ res erſchienen zwei Gäſte. Dem. Wir⸗ diſch zeigte ſich in einigen ſtummen Wai ſen⸗Rollen(Waiſe und der Mörder, Waiſe aus Smolensk oc.), dann in dem Divertiſſementdie Nachtwandle rin und erwarb ſich durch richtige Mi⸗ mik und graziöſen Tanz gerechten Vei b fall. In den Zwiſchenakten des Luſt⸗ ſpiels:Die Eheſcheidung produzirte ſich Dem. Babette Schelle, Schülerin Rainolbis, in zwei Solos, und dieſe zehnjährige Tänzerin zeigte viele Ge⸗ wandtheit, Orazie u. ungemeine Kühn⸗ heit in ihren Bewegungen, ſo daß ihr einſtimmiger Beifall und zweimaliges Heruorrufen zu Theil ward. Auch in dem Ballette:Die Nachtwandlerin hatte ſie wieder Gelegenheit ihr ſchönes Talent zu produziren. IJ.. Wien(21. Okt.). Die zweite Gaſtrolle der Delle. Carl als Amenal⸗ de, in NoſſinisTankred, hatte ſich eines glänzenderen Erfolges zu er freu⸗ en, als ihr erſtes Debut. Beſonders ſiegreich trat Delle. Carl in einer ein⸗ gelegten Arie aus Vellini's, des zu frũb VerblichenenBianca und Fer⸗ nando hervor. Dreimal ward der Gaſt gerufen und ſo ſtürmiſch der Beifall war, ſo ſehr gerecht war er auch. Bis auf einige wenige Einzelnheiten war die übrige Veſezung und Durchführung der Oper ſo, wie wir ſie auf einem Hofoperntheater nicht erwarten konn⸗ ten. Apollo gebe, daß das Gerücht ſich beſtätige, und dieſer Muſentempel wie⸗ der unter die Regie von Männern kom- me, denen die heilige Kunſt mehr am Herzen liegt, als ſchnöder Geldgewinn! Der geſtrige Tag brachte uns eine Menge Novitäten. Im k. k. Hofburg⸗

theater erſchien die, von uns in einem

,

früheren Berichte voreiligerweiſe als ſchon gegeben angekündigte:Tochter des Geizigen nach Vayard bearbeitet von Hrn. v. Kurländer. Im k. k. Hofoperntheater gab man ein neues Singſpiel von Auber:Emma oder die Uebereilung und im Theater in d. Joſephſtadt war Ayrenhof's:Erzie hung macht den Menſchen. Wir hat⸗ ten nicht Gelegenheit eine oder die an⸗ dere Piece zu ſehen und wir wollen nachträglich getreuen Vericht über die⸗ ſes Kleeblatt erſtatten. Der Emma ſagt indeß der Ruf nicht viel Gutes nach. Dem Vernehmen nach war es eine pfiffige Vorſtellung. Der Ab⸗ ſchied des Hrn. Schuſter von einer Büh⸗ ne, auf welcher er durch 34 Jahre als Matador der Volks ⸗Komik erfreulich und ehrenvoll gewirkt hat, verſammel te ein äußerſt zahlreiches Publikum im Leopolbſtädter Theater. Die Direktion dieſer Bühne widmete die Einnahme dieſes Abends zur Veneſtze des Hrn.

Schuſter und man gab:Sylphide das Seefraͤuleint⸗ von weiland Th. Krones. Herr Schuſter bewies durch kräftige Durchführung der Rolle des Euſtach Wolferl, daß er noch immer ein wür⸗ diger Schüler der komiſchen Muſe ſeꝛ und, daß wahre Kunſt nie altert. Stürmiſcher Beifall toſte dem Liebling entgegen und begleitete ihn bei ſeinem Abtreten. Die Dank rede war ſehr lang, aber wahrſcheinlich hinderte Rührung und Freude den Sprecher, auf die Wahl und den Sinn der Worte mehr Rük⸗ ſicht zu nehmen. Herr Hölzel trat imabgebrannten Haus als Schuſter auf und gefiel. Hr. Quandt iſt von ſeiner Kunſtreiſe zurükgekehrt. Hr. Weiß gab als zweite Gaſtrolle den Wer⸗ ther in Meisl's köſtlicher ParodieWer⸗ thers Leiden, und wetteiferte mit Mad. Rohrbeck um den Preis. Beide erhielten lauten und entſchiedenen Ap⸗ plaus. Adlaphor os.