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ſchriften ſind noch immer wle vor. Die Theaterzeitung iſt, beſonders wegen Saphir und den Notizen, die geleſenſte. Die Wiener Moden zeitſchrift bleibt immer im ruhi⸗ gen Gleichſchritt, immer nobel. Der Sammler liefert Gedichte(2) von Hirſch, Ridler, de. de. Der Wanderer wird binſichtlich desCouriers der Spektakel, der ſeine Pferde rü⸗ ſtig antreibt, nicht ungerne angeſehen. PitznigsErinnerungen aus Wien ſcheinen bald gänzlich nur mehr der Erinnerung anzugehören. DieFeier⸗ ſtunden bringen noch immer mit jeder Woche die Biographie eines berühmten Mannes. Ein unbekannter, oder beſſer, ein nicht genannter Rezenſent der Wiener Modenzeitſchrift, welcher wahrſcheinlich ſelbſt Gedichte ſchreibt, klagte wieder(bei Gelegen⸗ heit einer ſogenannten Beurtheilung von Vogls Balladen), daß ſich leider das Publikum immer mehr vom Leſen lyriſcher Dichtungen entwöhne. Das Publik um lieſt noch immer gerne Gedich te und vielleicht jezt häufiger und lieber als zu jeder Zeit; man ſehe nur wie Lenau, Seidl, Zedlitz dc. dc. ge⸗ leſen und zerleſen werden, aber freilich ſo ſchofles Zeug, wie häufig in unſe⸗ ren Journalen von A, Bu. C, zu finden, mag kein Gebildeter eines Bli⸗ kes würdigen. 5 2

Allerlei.

Mailand. In Italien erſchei⸗ nen gegenwärtig 170 wiſſenſchaftliche und literariſche Blätter, und zwar 24 in Neapel, 19 in Mailand, 10 in Ve⸗ nedig, 9 in Rom, 8 in Turin, 7 in Palermo, 7 in Florenz, 6 in Bolog⸗ na u. ſ. w. E.

Berlin. Wir haben jezt den ähnlichen Fall einer ungeheuren Erb ſchaft, wie neulich in der Schweiz. Eline arme Wittwe, die Haushälterin eines hieſigen Kaufmanns L.., hat plözlich durch den Tod eines ent fern⸗ ten, ihr gänzlich unbekannten Ver⸗ wandten in Amerika, die ungeheure Summe von 46 Mill. Fr. geerbt. Die ſer unerwartete Reichthum hat jedoch nicht die mindeſte Aenderung in ihren Verhältniſſen bewirkt, und nach wie vor verſorgt ſie die Kochtöpfe ihres Brodherrn. Nach andern iſt das Ver⸗ mögen nur 14 Mill. Fr. Der Ver⸗ wandte iſt nicht in Amerika geſtorben, ſondern in Florenz, wohin er ſich von dort zurük gezogen hatte, und wohin ſich auch der Brodherr der glüklichen Erbin vielleicht der reichſten in ganz Preußen in Begleitung eines Ju⸗ ſtizkommaſſarius bereits auf den Weg gemacht hat. O.

London. Ein armer Schuhfli⸗ ker, Namens Mufſat, in South Lam⸗ beth hat ein eigenes Glük gemacht. Eine junge Dame brachte ihm ein Paar weiße ſeidene Pantoffeln zum Ausbeſ⸗ ſern. Muffat wunderte ſich im Stillen, daß man ſeiner ungeſchikten Arbeit ein Paar ſolcher Aſchenbrödel-Vantoſſeln anvertraue; allein die junge Dame kam öfter, und erklärte ihm zulezt, daß ſie ihn zu ihrem Gatten zu nehmen beſchloſſen habe, und ließ ſich mit ihm trauen. Ihre Familie iſt zwar über dieſen Schritt ſehr entrüſtet, da ſie aber bald ihre Volljährigkeit erreicht hat, und dann ein jährliches Einkom⸗ men von 200 Pfd. St. erhält, ſo ſezt Muffat ſeine unpoetiſche Veſchäftigung für jezt noch fort, bis dies durch das erwartete Glük nicht mehr nöthig ſein wird. M.

Redlalrt von der Redaktion des Spiegels.

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