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Mittwoch,

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Theater.

Peſth(26. Mai). Am 16. ſang Dem. Heinefetter, zum Allerlez⸗

tenmale, wiederholt die Norma. Es war die Benefize der Mad. Mink, die zum Erſtenmale den Part der Adelgiſa ſang. Beide ausgezeichnete Sängeri nen haben um die Wette geſungen und unſere Poeten dieſe um die Wette beſungen. Auch in dem Beifall des Vublikums herrſchte ein Wettſtreit; aber unentſchieden blieb es, welchen von beiden Sängerinen die Palme und welchem von den Versleins die Dornen gebührten. Unmittelbar nach Dem. Clara Heinefetter(welche, im Vorbei⸗ gehen geſagt, die Schweſter der be rühmtern Sabine Heinefetter iſt) wurden wir mit andern höchſt intereſ ſanten Gäſten erfreut. Hr. und Mad. Rettich, vom k. ſächſiſchen Hoftheater in Dresden, eröffneten am 17. in Donna Diana oder Stolz und Liebe (der Zettel meinte naiv:Stolz aus Liebe!), als Don Cäſar und Donna Diana, ihren Gaſtrollen-Cyklus. Wohl iſt noch nie auf einem Theater ein herzlicherer Willkomm, als dieſem wür⸗ digen Mimenpaar bei ihrem Erſcheinen auf hieſiger Bühne geworden. Das iſt aber auch eine Donna Diana, wle viel leicht keine gleiche mehr auf deutſchen Theatern einherſtolzirt! Mit ſo vieler Liebenswürdigkeit ſtolz zu ſein, und

mit ſo graziöſem Stolze leidenſchaftli che Liebe zu bemänteln, iſt eine Auf gabe, die nur Mad. Rettich mit ihren unendlich reichen Mitteln ſo ſchön, ſo bezaubernd möchten wir ſagen, zu ſen im Stande zu ſein ſcheint. Sie fuhrte ihre gewiß ſchwierige Rolle in allen ihren Stadien mit gleicher Rich tigkeit und mit üppiger Entfaltung ihres Reichthums an Natur und Kunſt zum Entzüken des Publikums durch. Ihr Gatte unterſtüzte ſie würdig. Hr. Rettich iſt ein denkender Schauſpieler mit ſehr werthvollen Eigenſchaften. Ohne ſich von dem Effekte hinreißen zu laſſen, hält er ſich in den Schran ken der Mäßigung und iſt ſich ſeines wahren Sieges um ſo ſicherer bewußt. Mehr als die Liebe doch, gelang es ihm den Stolz zu malen, und die Ironie wußte er mit beſonderer pſychologiſchen Richtigkeit zu markiren. Seine Dekla mation iſt durchgehends makellos und Alles erhält durch ſeine ausnehmend ſchöne Geſtalt eine pittoreske Würze. Mad. Rett ich wurde bekränzt, leider aber auch mit hinkenden Verſen beſu. Soll denn dieſem Schikſale mehr kein Künſtler hier entgehen kön nen? Hr. Grimm gab den Pe rin auf ſeine eigene Weiſe. Doch er gefällt darin ſehr. Er weiß die Verſe beſonders zu betonen und die Enbreime ſtark herauszuheben. Er iſt mehr Die ner als Höfling und erinnert an die Valets de chambre in den franzöſi⸗