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vialität und erhielt verdienten Beifall. Man vergißt nicht, daß dieſes verdienſt⸗ volle Mitglied unſerer Bühne einſt hier einen Plaz aus füllte, wie man ihn ſpäter ſelten oder gar nicht ſo gut be⸗ ſezt fand. Eine höchſt erfreuliche und überraſchende Erſcheinung war Hr. Erl, der den Zampa ausgezeichnet gut gab. Seine Stimme bewährte ſich eben ſo angenehm, als ſein Vortrag ziemlich ausgebildet. Er wurde mit Applaus überſchüttet und wiederholt gerufen. Auch in Terpſychorens Gebiete zeigte ſich ein willkommener Gaſt. Hr. Stöckl nämlich, Mimiker und Solotänzer vom k. k. Hofoperntheater, tanzte am 1. Mai mit den Demoiſellen Tuffner und Ochſinger und Hrn. Uh lich ein Volero und dann mit Dem. Och ſinger ein ſerjöſes Vasdedeux. Hr. Stöckl, der ſeine erſte Schule in Peſth erhielt, iſt nun zu einem Tän⸗ zer bedeutenden Ranges herangewachſen. Er hat Grazie, Anſtand und unge- meine Beweglichkeit, ſo daß das Auge kaum den beſonderen geſchikten Wen⸗ dungen der Füße folgen kann. Er ge⸗ ſiel ungemein und man wünſcht ihn noch mehrmals auf hieſige Bühne, zu mal dergleichen Augenweiden bei uns zu den Seltenheiten gehören. Dem. Ochſinger bewegte ſich ſehr lobens⸗ werth an ſeiner Seite. Am 28. v. M. ging zum ErſtenmalKerker und Krone, Schauſpiel in 5 Aufz. von Zedlitz, über die Bühne. Wieder ein Künſtlerdrama, worin ſich Poeſie und Geiſt des ruhmwürdigen Verſaſſers im ſchönſten Lichte hervorſtellen. In die ſem Betrachte geſiel das Stük und mußte auch gefallen, obwohl es andern Anforderungen, wenn auch heut i gen Anſorderuncſen, mehr oder weniger nicht entſpricht. Von den Darſtellenden nennen wir Hrn. Grohmann, der den Taſſo mit richtiger Auffaſſung und ſchöner Deklamation gab. Seine Lei

ſtung fand auch gebührende Anerken nung. Ein neues Luſtſpiel, nach dem Franzöſiſchen,Bruder und Schweſter genannt, laborirt an Langweiligkeit und blos das gewiß vortreffliche Spiel des Hrn. Klauer, Lionel, entſchã⸗ digte einigermaßen für ausgeſtandene Qualen. Eine weit willkommenere Neuigkeit wardie Vorleſerin, Schau⸗ ſpiel in zwei Akten nach Bayard, von C. W. Koch. Dieſes höchſt intereſſante Stük, das ſchon im k. k. Hofburgthea⸗ ter ſo ungemein gefallen, konnte auch bier, bei weit beſchränkteren Kräften, ſeine volle Wirkung nicht verfehlen. Wir ſahen noch ſelten ein Publikum ſo gerührt, wie es von dieſer eben ſo einfachen als ſchönen Handlung war, die der deutſche Bearbeiter mit einer ge⸗ wählten u. eleganten Sprache ausſtatte⸗ te. Die Darſtellung war im Ganzen ge⸗ rundet. Am Vorzüglichſten waren Mad. Grill, in der Hauptrolle, und die Hru. Klauer(Clacktowe) und Grimm, (Kapitän), nur hätte Lezterer ſeiner Rolle einen mehr ſentimentalen und weniger militäriſchen Anſtrich geben ſollen. Hr. Grohmann war diesmal mit ſeiner Aufgabe nicht ganz einig. Zwiſchen und nach dieſem Stüke ſpielte Hr. Oury, Proſeſſor der k. Akade⸗ mie und erſter Soloſpieler der ital. Oper in London, ein Konzertſtük von Beriot, und das Gloken-RNondeau von Paganini, und ärntete einen ſeinem großen Talente würdigen Beifall. Hr. Katzianer hat nun ſeine Gaſt⸗ ſpiele mit demGötz von Verlichin⸗ gen am 2. Mai beendigt. Goethes Schatten muß ſich gefreut baben, ſeine Jugendarbeit ſo dargeſtellt zu ſehen, wie es hier in allen Theilen geſchah(1) Die Komik hat jezt auch einen Gaſt. Dem. Marie Zöllner, vom Preßburger Theater, trat als Nettchen inSylphide und als Lies⸗ chen imAlpenkönig auf. Sie hat