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tuationen herausgemodelt haben; hier aber kommen dieſe, ſo wie gute Ein—⸗ fälle ſo ſpärlich vor, daß der Schwank allgemein mißfiel und Ziſchen und Po⸗ chen veranlaßte.— Als die Domeſti⸗ kenherrſchaft dem„Weiberregiment““ (ein älteres Vaudeville) Plaz machte, beſtieg auch der Lachgott wieder ſeinen Thron in dem gefüllten Hauſe, und brachte die unhöflichen Ziſcher zum Schweigen. Möge dieſer Gott an der Hand der Muſen, im neuen Jahre ſtets hier ſeine Reſidenz halten, womit wir der Kunſt, der Direktion, dem Publi— kum, und gelegentlich uns armen Re— ferenten einen erſprieslichen Glükwunſch abſtatten wollen.— Heute wird auf dieſer Bühne, zum erſten Male„Ka—⸗ bale und Liebe“ gegeben. V. Z. Königsberg(27. Dez.) Dem. Charlotte Hagn, die wohl auch bei allen Peſthern noch im ſchönſten Angedenken iſt, hat ſo eben hier den zweiten Gaſtrollen-Cyklus mit unbe⸗ ſchreiblichem Veifalle, der ſich bei jeder Vorſtellung ſteigerte, vollendet. Jeden Abend wurde ſie gerufen, und als ſie zulezt die Rolle der Fenella in der „Stummen von Portici“ wiederholte, war der Enthuſtiasmus ſo groß, wie wir ihn hier noch nie erlebt haben. Der Ruf:„Hierbleiben!— Nicht wei— ter reiſen!— Fortſpielen!“ tönte durcheinander und Kränze und Blumen— ſträuße flogen auf die Bühne. Der Regiſſeur des Theaters ſprach hierauf, im Namen der Geſellſchaft, einige paſ— ſende Abſchieds- und Dankesworte ge— gen die gefeierte Künſtlerin aus.— Sie begibt ſich jezt nach Danzig, wo ſte auf 12 Gaſtrollen erwartet wird. B. München(26. Dez.) Die Münchner Aerzte haben einen bedenk— lichen Fall. Der Hofſänger Löhle hat ſeit geraumer Zeit ſeine Stimme ver— loren, alles Kuriren half nichts, der
arme Mann war nicht mehr zu brau— chen und mußte auf Penſton geſezt wer— den. Jezt aber, wie gerade der, Hr. Hofſänger eine Reiſe nach Paris macht, finden die Pariſer Aerzte, daß ſeine Stimme dem Pariſer Theater noch auf zwei Jahre ungefähr brauchbar iſt, und er ſingt nun in Paris zwei Jahre lang jährlich um 12000 Fr., während er in München wegen Heiſerkeit penſio⸗ nirt iſt.(Hr. Löhle iſt auch in Peſth bekannt, woſelbſt er im J. 1825 ga⸗ ſtirte.) A.
Allerlei.
Stuttgart. Im Beſize eines Kunſtkenners zu Stuttgart befindet ſich ein ſehr ſchöner Kranach, woran ſich noch ein ganz beſonderes hiſtoriſches Intereſſe knüpft. Es iſt das Bildniß des großen Luther, wie es der Künſt⸗ ler am Sterbebette des großen Man— nes, wenige Stunden nach deſſen Ver— ſcheiden, malte. Es zeigt durchaus nichts Abſchrekendes; die Miene iſt die eines ruhig Schlafenden. Der Todte trägt ein weißes Hemde; das Haupt ruht auf weißen Kiſſen. Bis auf die Naſe, zei⸗ gen die andern Theile des Geſichts eine auffallende Aehnlichkeit mit dem todten Napoleon, beſonders iſt dieſes mit den Parthieen des Mundes und des Kinnes der Fall, eben ſo mit der Stirne. Eine oben angebrachte Inſchrift nennt Namen und Sterbetag. Es hat deren jezigem Eigenthümer große Mühe ge—⸗ koſtet, zu dieſem intereſſanten Beſize zu gelangen, und erheiſcht nicht unbe⸗ deutende Opfer. Es iſt nunmehr Hoff⸗ nung vorhanden“, das Bild durch eine gelungene Lithographie bekannt gemacht zu ſehen; ein Unternehmen, daß ſich gewiß der regſten Theilnahme zu er—
freuen haben wird. W.


