15. September.
Thiermedicinische Rundschau
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geburt, Endometritis catarrhalis chronica, Ver- wundungen der Geburtswege nach schweren Ge- burten wird es von keinem anderen antiseptischen Mittel übertroffen und zwar in 1—2% igen Lösungen. Bei dem nässendem Ekzem der Hunde, dem sog. Sommerausschlag und Herpes tonsurans der Pferde ist Lysol in 3 bis 5% igen Lösungen geradezu von überraschender Wirkung. Thierarzt Markert-Mutterstadt bemerkt, dass das Lysol in seiner Praxis nicht im Stande war, das Creolip zu verdrängen, denn erstens rieche es noch penetranter als Creolin, zweitens werde es im Wasser ebenfalls milchig und drittens reize es noch mehr die Schleimhäute als Creolin. Bei Ausspülungen mit grösseren Mengen Lysolwassers trete noch der Umstand ein, dass sich die Gummischläuche leicht verstopfen. Thierarzt A. Hörner-Bergzabern hatte bei Wunden, dann bei Scheiden- und Uterus-Aus- spülungen(1—2%) gute Erfolge von der An- wendung des Lysols; dasselbe empfehle sich mit ücksicht auf seine bedeutende Desinfektions- kraft, welche derjenigen der Carbolsäure ent-
schieden überlegen sei, dann im Hinblicke auf
den billigen Preis zur häufigen Anwendung in der geburtshilflichen Praxis.
Distriktsthierarzt Rötzer-Lauterecken. Ly- sol wandté ich in allen Fällen wie Creolin an; die Concentration für geburtshilfliche Fälle genügt zu ½%; hierbei habe ich das manchmal starke Drängen wie auf 1% Creolinlösung nicht be merkt; auch ermöglicht es ein sehr leichtes Reinigen der Hände.
Praktische und therapeutische Nachrichten.
— Warmes Wasser zur Stockung von Wehen nach der Geburt wandte Bezirksthierarzt Leyen- decker in zwei Fällen mit sofortigem Erfolg an. In beiden Fällen wurde eine Erkältung als Ursache des Drängens beschuldigt. Leyen- decker infundirte Wasser von 40* C. in die Gebährmutter und das Drängen hörte alsbald auf.(Bad. thierärztl. Mitth.)
— Zur Therapie des„Weidroths“ macht Herr Thierarzt Schilling in Hornberg folgende Mit- theilung: Was die Behandlung weidrothkranker Thiere betrifft, so verwende ich lediglich Santonin, aber nicht das Alkaloid, sondern das in Wasser leicht lösliche Santoninsaure Natron(Natrium santonikum) pro dosi nicht unter 1,0. Es genügen meist 2 derartige subkutane Einsprit? ungen, um Heilung zu erzielen. Dieses Mittel hat den wesentlichen Vortheil vor dem Alkaloid, dass niemals Abscesse an der Einstichstelle entstehen, welche nicht Folge ungenügender Desinfection der letzteren sind, sondern darin ihre Ursache finden, dass die in Alkohol, Aether oder Chloro-
form bewirkte Lösung des Alkaloids eine lokale Entzündung des Unterhautzellgewebs mit secun-
därer Abscessbildung verursacht. (Bad. thierärztl. Mitth.)
Kleine Mittheilungen. Auszug aus dem Viechseuchenbericht von Plsass-Lothringen. 892 Vichseuchen in Elsass-Lothringen. Milzbrand. 9 Fälle.
Tollwuth. 2 Fälle. Rotz. Unter polizeilicher Aufsicht unter An-
steckungsverdacht steht ein Pferd in Hirschland, Kreis Zabern.
Maul- und Klauenseuche. Neu angezeigt ist die Maul- und Klauenseuche in 18 Kreisen.
Die Seuche ist erloschen in Wölferdingen und Zet- tingen.
Der Gesundheitszustand der Hausthiere war im Allgemeinen sehr befriedigend, die Viehpreise im Kreise Altkirch wegen Aussicht einer guten Grummet- ernte sind gestiegen; in anderen Kreisen wie Zabern, Saarburg und Strassburg-Stadt sind dieselben gesunken. Fleischpreise bleiben immer hoch.
Viehseuchen in anderen Ländern des Deutschen Reiches.
Baden. Juni 1892. Milzbrand 23, Rauschbrand 7, Bläschenaussch lag 60 und Räude 188 Fälle; Maul- und Klauenseuche in 33 Gemeinden sind 233 Bestände mit 727 Rindern, 8 Schweinen, 14 Ziegen und 540 Schafen von der Seuche betroffen.
Pfalz. Juni 1892. Milzbrand 13, Bläschenaus- schlag 21, Pferderäude und Inufluenza der Pferde je 2 und Maul- und Klauenseuche 1218 Fälle.
württemberg. Juni 1892. Mil?zbrand 25, Rausch- brand 8, Rotz 2, Bläschenausschlag 39 Fälle, an Maul- und Klauenseuche sind in 31 Gemeinden und 124 Gehöften 705 Rinder, 382 Schafe, 13 Ziegen und 19 Schweine erkrankt.
Hessen. Juni 1892. Milzbrand 2 Fälle; Maul- und Klauenseuche in 22, Bläsche nausschlag in 3 und Räude in 7 Orten.
Vichseuchen im Auslande.
Schweiz. Juli 1892. Rauschbrand 118, Mil?z-
Klauenseuche sind in 35 Stallungen und 9 Weiden 1602 Stück Vieh verseucht und verdächtigt.
Oesterreich. Nach dem Thierseuchennachweis vom 7. Mli 1892 waren verseucht an: Maul- und Klauenseuche 102 Gehöfte in 30 Ortschaften, Milz- brand 31 Geböfte in 9 Ortschaften, Lungenseuche 28 Gehöfte in 21 Ortschaften, R ä ude 23 Gehöfte in 18 Ortschaften, Rauschbrand 8 Gehöfte in 5 Ortschaften, Rothlauf der Schweine 172 Gehöfte in 44 Ortschaften, Bläschenausschlag 94 Gehöfte in 25 Ortschaften, Pollwuth 12 Gehöfte in 11 Ortschaften.
Ungarn. Nach dem Ausweis vom 6. Juli 1892 waren verseucht an: Maul- und Klauenseuche 96 Gehöfte in 20 Ortschaften, Milzbrand 205 Gehöfte in 177 Ortschaften, Lungenseuche 210 Gehöfte in 75 Ortschaften, Rotz 173 Gehöfte in 145 Ortschaften, Schaf- pocken 43 Gehöfte in 15 Ortschaften, Räude 360 Ge- höfte in 74 Ortschaften, Rothlauf der Schweine 1658 Gehöfte in 172 Ortschaften, Bläschenausschlag 40 Gehöfte in 8 Ortschaften, Pollwuth 97 Gehöfte in 93 Ortschaften.


