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Thiermedicinische Rundschau etc.
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konnte nun folgende interessante Beobachtungen machen: Es zeigte sich, dass eine Reinigung der Milch von den vorhandenen Bakterien durch das Centrifugiren im Allgemeinen nicht stattfindet. Ein grosser Theil der Bakterien, ½ derselben, geht mit den Fettkügelchen in die Sahne über, wührend ½ in der Magermilch zurückbleibt. Die Zahl der im Bodensatz zurückbleibenden Bak- terien ist sehr gering: 18 Millionen Keime von 2050 Millionen in einem Liter Vollmilch. Milchbakterien. Milzbrandsporen, Typhusbacillen und Choleraspirillen bleiben in der mitgetheilten Weise in der Milch enthalten. Auffälliger- weise werden dagegen die Tuberkelbacillen im Gegensatz zu den übrigen pathogenen Bak- terien in der überwiegenden Mehrzahl herausgeschleudert und sinken zu Boden, wenn auch hier eine vollständige Ausscheidung nicht stattfindet. Hohes specifisches Gewicht und Neigung der Tuberkelbacillen zum Zusammen- backen soll nach des Verf. Ansicht diese auf- fällige Thatsache erklären. Zur Färbung der Tuberkelbacillen legte Verf. die Deckglaspräparate 24 Stunden in absoluten Alcohol, das Fett wurde dann durch eintägiges Einlegen in Aether entfernt und dann in bekannter Weise gefärbt, ohne dass die Deckglaspräparate vorher durch die Flammen gezogen wurden.
Innere Medicin.
Axendrehung der linken Colonlagen beim Pferde. Von Moeller.(Monatsschrift für practische Thierheil- kunde Band III, Heft 1.)
Aendrehung der linken Colonlagen und deren
Beseitigung durch Retroversion bei Pferden. Von Malkmus.(Ebenda.)
Auf der Naturforscherversammlung zu Bremen hat Jelkmann im Jahre 1890 zuerst auf die Möglichkeit hingewiesen, die nicht selten beim Pferde vorkommende und regelmässig zum Tode führende Torsion des Grimmdarms nicht nur intra vitam festzustellen, sondern auch operativ zu be- handeln. Die Bedeutung dieser Frage geht aus dem häufigen Vorkommen des Leidens hervor. In München waren bei 192 an Kolik umgestandenen Pferden 70 mit Axendrehungen bezw. Ver- lagerungen des Grimmdarms nachzuweisen. In der preussischen Armee gingen im Jahre 1889 84 Pferde an Verlagerung bezw. Axendrehungen des Grimmdarmes zu Grunde. Nach Jelkmann soll diese Verlagerung durch eine starke Füllung der oberen Grimmdarmlage veranlasst werden. Es kann jedoch sowohl eine Drehung des Darmes nach links wie nach rechts die Folge davon werden wie die Sectionen zeigten. Die Erscheinungen des Zustandes sind nicht immer charakteristisch und in der Regel ist derselbe nur durch eingehende
Exploration des Mastdarms zu erkennen. Dicht vor dem After erkennt man bei Untersuchung der kolikkranken Pferde den stark ausgedehnten Grimmdarm, und zwar die Beckenflexur desselben Die hervortretenden Bandstreifen des Darmes geben Anhaltspunkte, dass man das Colon vor sich hat und nach welcher Richtung hin die Torsion erfolgt ist. Normal gehen die Bandstreifen im Verlauf des Rumpfes, bei der Torsion nach rechts zichen dieselben vorn und aussen nach hinten und innen und umgekehrt bei Drehung des Darmes nache der linken Seite. Moeller hat sich über diese Lageverhältnisse von Versuchsthieren, bei denen eine Umwälzung des Grimmdarms nach dem Tode vorgenommen war, überzeugen können. Der Grimmdarm wurde nach erfolgter Umwälzung mit Wasser gefüllt. Die Beurtheiluug des Zu- standes kann bei rechtzeitig eingeleiteter Behand- lung nicht als ungünstig bezeichnet werden. Die Behandlung erfordert einige Muskelkraft des Armes und auch Ausdauer. Nach Fntleerung des Mastdarmes durch verabreichte Klystiere geht man mit der linken Hand in das Rectum ein. Die eingeführte Hand fühlt die Bandstreifen des Grimmdarms von vorn und innen nach hinten und aussen bezw. nach links verlaufen. Moeller beschreibt dann das weitere Verfahren nach einem Falle von Drehung des Colon nach links in folgender Weise:
„Während die Hand im Mastdarme eine starke Adductionsstellung annahm, legte sich die Unter- fläche derselben bezw. der Finger gegen die Bandstreifen, und nach wiederholten mühevollen Versuchen gelang es schliesslich, denselben soweit nach rechts zurückzudrängen, dass er seine mit der Medianlinie des Rumpfes parallele Richtung wieder erlangt hatte. Nachdem dieses gelungen war, fiel die Anfüllung der Beckenflexur des Darmes mit Gasen alsbald zusammen, auch hörten die Erscheinungen der Kolik bald auf, während sich die fast vollständig darniederliegende Peristaltik wieder einstellte; auch der kleine, frequente Puls verschwand in kurzer Zeit; eine halbe Stunde später konnte die Genesung in sichere Aussicht gestellt werden.“ Auch in einem zweiten von Moeller behandelten Falle gelang es, die Heilung herbeizuführen.
Malkmus hatte Gelegenheit in einem Falle von Axendrehung des Colon nach rechts Heilung zu erzielen. M. gelang es, nach mehreren Be- mühungen mit der linken geballten Faust das verlagerte Colon auf der Bauchdecke entlang nach rechts hinüber zu schieben. Nach Verlauf von 3 Stunden war das Pferd munter und nahm Heu und Leinkuchentrank auf.
M. hält(durchaus mit Recht. Ref.) das Wälzen bei kolikkranken Pferden für nachtheilig und


