1. November.

Thiermedicinische Rundschau etc.

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welche wir mit der Geburt auf die Erde bringen, zu ändern. Aber danach sind die Einflüsse der leiblichen und geistigen Erziehung nicht gering zu schätzen. Die Kinder müssen nach jeder Richtung hin widerstandsfähig gemacht werden, und hier beginnt das grosse Pflichtengebiet der Mutter und der Hausfrau. Hierbei verbreitet sich der Redner über die Fragen der öffentlichen Gesundheitspflege, der Gymnastik auf Turn- und Exercierplätzen. Aber ebenso bedeuiungsvoll ist nach Ansicht des Redners diegeistige und körperliche Selbstdisciplin Indess diese Selbstdisciplin darf sich nicht bloss auf die Zeit des Jünglings- und Mannesalters erstrecken, sondern sie muss auch im Greisen- alter fortgesetzt werden Jedes Lebensalter verlangt eine ihm entsprechende Thätigkeit, und die Geschichte der Lang- lebigen beweist die Richtigkeit dieses Satzes. Moltke ant- wortete auf eine diesbezügliche Frage, dass er mässig lebe, dass er körperliche Anstrengungen nicht scheue, dass er keinen einzigen Tag ganz im Hause verbringe. Also Mässigkeit in allen Lebensthätigkeiten: darin liegt die Gewähr für ein langes Leben. Aber man muss wöglichst frühzeitig mit dieser Lebensmässigkeit beginnen, um ein langes TLeben zu erreichen: Kant schreibt dem Charak- ter der Menschen einen grossen Einfluss auf die Lebens- verlängerung zu. Andererseits lehrt jedoch die moderne Wissenschaft, dass in der Beseitigung der ausser uns liegenden Krankheitsursachen ein sehr bedeutungsvolles Mittel gegeben sei, das menschliche Leben zu verlängern. Diesen Fortschritten der modernen Wissenschaft gegenüber hat freilich dieMakrobiotik, welche sich auf die Ver- längerung des Einzellebens bezieht, einen schweren Stand. Dafür kann hinwiederum sogar eine unglückliche natür- liche Körperanlage durch eine zweckmässige Lebensweise bedeutend verbessert werden.

Auf die Verlängerung des Durchschnittslebens haben die grossen modernen Entdeckungen in der Seuchenlehre mittelbar grossen Einfluss gehabt Schutzpockenimpfung, an die Bekämpfung der Wundkrank- heiten. Trotzdem hat die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern, keine Fortschritte gemacht. Die Gefahren, welche das menschliche Leben bedrohen, sind unverändert wirksam geblieben. Penuoch darf die ärztliche Kunst und die Selbstzucht nicht müssig bleiben. Beide Factoren müssen vielmehr unablässig wirken, um dem Leben das grösstmögliche Mass an Gesundheit und Thatkraſt zu ge- währleisten. Schlimmste. der Redner

Zum Schlusse gedachte

Redner erinnerte an die

Schablonisiren ist freilich auch hierbei das der

Schilderung des Greisen-Organismus, wie sie der unsterb-

liche Johannes Müller in seiner Physiologie gegeben. Das Anpassungsvermögen des Greisenalters ist geschwächt, daran muss vor allem der einzelne Greis denken; jede Vernachlässigung dieses Momentes kann verhängnissvoll werden. Auch des schädigenden Einflusses der übermässig genossenen alkoholischen Getränke sowie der nervösen Dis- position unserer Zeit gedachte Redner. Allein diese nervöse Disposition ist keineswegs eine nothwenige Folge unserer Cultur. Man trete vor Allem der überhastenden Arbeits- methode und der Genusssucht entgegen, und wan hüte sich insbesondere vor der Anwendung gewisser Reize und Betäubungsmittel.

Die Aufgabe der Makrobiotik der Znkunft besteht vor- nehmlich darin, ein kraftvolles Geschlecht zu erzeugen, damit sich Kraft an Kraft reihe.

Kleine Mittheilungen. Auszug aus dem Viehseuchenbericht von Elsass-Lothringen. September 1891. Viehseuchen in Elsass-Lothringen. Milzbrand 7 Fälle; Maul- und Klauenseuche 98 Gehöfte.

Viehseuchen in anderen Ländern des Deutschen Reiches.

Baden. August 1891. Milzbrand 16, Rausch- brand6, Bläschenausschlagꝰ und Schafräude 6 Fälle; Maul- und Klauenseuche: in 75 Gemeinden eind 347 Be- stände mit 1634 Rindern, 70 Schweinen, 41 Ziegen und 210 Schafen von der Seuche betroffen.

Pfalz. August 1891. Milzbrand7 und Bläschen- ausschlag 4 Fälle; an Maul- und Klauenseuche sind 16 Gehöfte in 9 Gemeinden verseucht.

Württemberg. August 1891. Milzbrand24, Rausch- brand 8, Rotz 6, Bläschenausschlag 103 und Pferde- räude 4 Fälle; an Maul- und Klauenseuche sind 1949 Rinder, 5189 Schafe und 3 Ziegen erkrankt. 3765 Schaſe sind der Räude verdächtig.

Hessen. August 1891. Milzbrand 2 Fälle; Maul- und Klauenseuche in 4, Bläschenausschlag in 3 und Räude in 25 Orten.

Viehseuchen im Auslande.

Schweiz. September 1891. Milzbrand 52, Rausch- brand 62, Rotz 8, Rothlauf 169 Fälle; Lungenseuche 1 Fall; an Maul- und Klauenseuche sind in 123 Stal- lungen und 28 Weiden 6273 Stück Vieh verseucht.

Oesterreich. Nach dem Thierseuchenausweis vom 14. September 1891 waren verseucht an: Maul- und Klauenseuche 5231 Gehöfte, Milzbrand 38 Gehöſte, Lungenseuche 83 Gehöfte, Rotz 44 Gehöfte, Räude 97 Gehöſte, Rauschbrand 2 Gehöfte, Rothlauf der Schweine 746 Gehöfte, Bläschenaussch lag 27 Gehöfte, Tollwuth 13 Gehöfte.

Ungarn. Nach dem Ausweis vom 10. September 1891 waren verseucht an: Maul- und Klauenseuche 363 Ortschaften, Milz brand 151 Gehöfte, Pungenseuche 30 Ortschaften, Rotz 153 Gehöfte, Schafpocken 7 Ge- höfte, Räude 17 Gehöfte, Rothlauf 3841 Gehöfte, Toll- wuth 31 Gehöfte.

Belgien. August 1891. Rotz in 14 Gemeinden 24 Fälle, Lungenseuche in 28 Gemeinden 96 Fälle; Pollwuth in 15 Gemeinden 23 Fälle und 15 gebissene Personen; Milzbrand in 28 Gemeinden 35 Fälle; Rauschbrand in 13 Gemeinden 14 Fälle. Rothlauf der Schweine in 241 Gemeinden, Schafpocken in 15 und Schafräude in 7 Gemeinden.

Italien. Vom 3. zum 30 August 1891. Milz- brand 142, Rauschbrand 24, Rotz 37, Maul- und Klauenseuche 2295, Lungenseuche3, Schafpocken 786, Schafräude 1571 und Rothlauf 160 Fälle.

Frankreich. August 1891. Lungenseuche in 16 Pepartements; Maul- und Klauenseuche in 3 Departements; Schafräude in 9 Departements; Schafpocken in 11 Departements; Milzbrand in 14 De- partements; Rauschbrand in 21 Pepartements; Tol11- wuth: in 59 Gemeinden, von 29 Departements sind 99 Hunde, 4 Katzen und 1 Schaf wegen Tollwuth getödtet, 24 Personen sind gebissen worden; Rothlauf in 23 Departe- ments; Schweiheseuche in 8 Departements; Tuber- culose 154 Fälle in 31 Departements; Influenza der Pferde in 2 Pepartements.

Der Landesthierarzt,

F. Imlin.

Tollwuthinfection beim Menschen. Ein als toll- wuthkrank erkannter Hund hatte den Hund eines Fabrik- wächters gebissen. Der Besitzer verschwieg jedoch dieses Vorkommniss. Der Hund erkrankte, biss seinen Besitzer leicht an der Hand. Nun tödtete der Besitzer den Hund, ohne die Anzeige auch jetzt zu erstatten. Ein Vierteljahr später erkrankte der Hundebesitzer an Tollwuth und büsste seinen Leichtsinn mit dem Leben.

Gericht über d. Veterinärwesen im Königr. Sahsen).

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