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30 Thiermedicinische Rundschau etc.

samen Bestandtheil. Röder lässt in 2 Liter Wasser eine Handvoll Feldthymian abkochen. Diese Abkochung wird durch ein Tuch gegossen und lauwarm verwendet.(Ebenda.)

Bei Fluor albus der Kühe verwendete Wilhelm Ac. salicyl. täglich 5 g mit ¾ Liter Leinsamenschleim. Am fünften Tage wurde aus- gesetzt.

Gegen Mauke der Pferde hat Fambach Cuprum sulfurieum-Jodoformpulver benutzt, nach- dem der kranke Fuss vorher gut durch ein Bad ge- reinigt war. Das Pulver besteht aus 5 Th. Cupr. sulfur., 15 Th. Jodoform und 100 Th. Amyl. Tritic.(Ebenda.)

cChronische Ohrenkatarrhe der Hunde be- handelte Bräuer mit Acid. boric. und Acid. tannie. 1:5 als Streupulver. Pulver empfehlen sich des- halb anznwenden, weil bei anderer Form der Mittel die Ohren von den Besitzern nicht gehörig gereinigt werden.

Bei Sehnen- und Unterhautzellgewebs- Verdickungen wendete Fambach Jodoform-Priess- nitzumschläge an. Ein grosses Stück Watte wird zu diesem Zwecke in lauem Wasser angefeuchtet und ausgedrückt, mit Jodoform bestreut und um die verdickten Stellen des Unterfusses fest ange- legt. mit Guttaperchapier überdeckt und mit einer Leinwandbinde durch Zirkeltouren befestigt, welehe in der gewöhnlichen Weise mit mebreren Lagen wollener Binden umwickelt werden.

Massenerkrankung von Hausthieren nach Verabreichung von rohen, gekeimten oder ge- dämpften Kartoffeln. Depart.-Thierarzt Zimmer- mann sah bei Milchkühen Erkrankungen eintreten, welche gedämpfte Kartoffeln in grösserer Menge

erhalten hatten. Anfänglich wurde grössere Milch-

ergiebigkeit beobachtet. Nach Verstärkung der Fütterung wurden die Thiere kreuzlahm, fieberten stark und zeigten Kolikanfälle. Sehr gut genährte Milchkühe gingen zu Grunde, andere wurden nach 58 Tagen gesund. Kreisthierarzt Höhne sah bei Böcken rasenden Koller eintreten, als

denselben die doppelte Ration gekeimter Kar-

toffeln verabreicht wurde. Unter den Erschei- nungen der Kreuzlähme wurden einzelne Thiere geschlachtet, nur drei erholten sich. Kreisthier- arzt Grebin beobachtete Erkrankungen des Rind- viehs nach Verabreichung einer grossen Menge alter Kartoffeln, welche, in Zuckergährung versetzt, den Thieren gegeben wurden. Grosse Hinfällig- keit, Durchfall und Fieber trat ein. Zwei Thiere starben. Die Behandlung bestand in kalten Be- giessungen und Verabreichung von Neutralsalzen in Schleim.(Archiv f. Thierh., Bd. XIII.)

Bei dem sog. Weideroth(Haemoglobin- aemia bovis) fand Zundel(Bad. thierärztlich. Mitth. No. 6) in dem frischen Harn aller er-

krankten Thiere Mikrococcen von besonderer Art und Anlagerung. Die Koccen hatten einen dunklen Rand, helles Centrum und waren so aneinander gelagert, dass ca. 15 20 solcher Gebilde die Peripherie eines Kreises von der Grösse eines weissen Blutkörperchens bilden. Nach Verlauf von 6 8 Stunden zerfallen sie. Bei 12 weide- rothkranken Rindern wurde je eine Injeetion von Santium 0,25 auf 16 g Spir. vini subcutan auf einmal angewendet. Die Heilung erfolgte in allen Fällen; in schweren nach 2 4 Tagen; in leichten hatte der Harn schon am folgenden Tage die normale Farbe angenommen. Mikroscopisch zeigten sich keine Mikrocoecen mehr, nachdem die Injection einmal gemacht war. Zundel hält die beobachteten Mikroorganismen für die Ursache der Erkrankung.

Peptische Magengeschwüre beim Rinde beobachtete Rasmussen(Zeitschrift f. Thierm., Bd. XVIII) häufig bei Kälbern im Alter von 8 24 Wochen. Die Geschwüre können ver- schiedene Grösse und verschiedene Form haben und bei eintretender Perforation zum plötz- lichen Tode der Thiere führen.

Arekanuss gegen Bandwurm der Hunde, Rinder, Schafe u. s. w. soll nach Holfert nicht mit Wasser oder Butter gegeben werden, sondern in der Form der sog. keratinirten Pillen. Kommt das Arekapulver in den Magen, so entfaltet es bereits hier seine Wirkung, die es erst im Darm ausüben soll, und führt z. B. bei Hunden zum baldigen Erbrechen. Durch den Ueberzug mit Keratin erhalten die Pillen die Fähigkeit, sich nicht im Magen, sondern erst im Parm zu lösen.

Sublimatpastillen wendete Steuert in der Form der von Rotter hergestellten Präparate pei Katarrhen der Maulhöhle, des Schlundes, der Nasenhöhle u. s. w. an. Rotter liess die sog. Rotter'schen Pastillen herstellen. welche die guten antiseptischen Eigenschaften des Sublimats, nicht aber die Schattenseiten desselben besitzen. Die Pastillen wiegen 1,72 g und bestehen aus Finc. sulfoearb. Zinc. chlorat., Acid. boric., Acid. salicyl., Acid. nitric. und Thymol. Eine Pastille genügt für ¼ Liter Wasser. Eine Angerer'sche Pastille kostet etwa 5 Pfg., eine Rotter'sche Pastille 6 bis 8 Pfg.

Mittheilungen aus Vereinen und Versammlungen.

64. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Halle a. S.(Schluss.)

Ueberhaupt der Heilung fähig ist ein krankhafter Zu- stand nur so lange, als er noch im Fortgange begriffen ist; sobald er einen bestimmten Abschluss erreicht hat, nicht mehr. Dann bleiben eine Verunstaltung, Atrophie, Hypertrophie und andere Folgezustände verschiedenster Art