1. November.

Tniermedicinische

Rundschau etc.

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Die Frage, wie es kommt, dass das Fleisch vergifteter Thiere keine gesundheitsschädlichen Eigenschaften besitzt, beantworten die Verf. dahin, dass das Fleisch entweder gar kein Gift(Pilo- carpin oder Eserin) oder nur Spuren desselben enthält(Strychnin und Veratrin). Die Haupt- zersetzungsorte für die Alkalcide sind Leber, Muskeln, Blut und verschiedene Drüsen. Auch kommt hinzu, dass ein Theil des aufgenommenen Giftes durch Magen- und DParmdrüsen, sowie durch Nieren, Milchdrüsen u. s. w. zur Aus- scheidung gelangt. Die Untersuchungen der Verf. pezogen sich lediglich auf Fleisch, Leber und Nieren der vergifteten Thiere. Magen und Darm werden das Gift stets in grösseren Mengen ent- halten.

Praktische und therapeutische Nachrichten.

Ueber die Basedow'sche Krankheit beim Rinde berichtet Röder(Bericht über das Vete- rinärwesen in Sachsen) folgendes:

Im Jahre 1840 beschrieb Basedow sehr ein- gehend eine eigenartige Krankheit des Menschen, welche sich in der Regel durch drei Cardinal- symptome: Dilatation des Herzens, Struma und Erophthalmus kennzeichnet. Wenn diese Krank- heit auch nicht gerade häufig beim Menschen auftritt, so liegen doch schon seit dem Jahre 1835,

in welchem Graves seine Beobachtungen über

die eigenthümliche Krankheit veröffentlichte, mehr- fache Notizen vor. Ausser Graves und Base- dow haben sich Virchow, Geigel, Traube, v. Gräfe, Recklinghausen, Guttmann, Fi- lehne und Andere um die Erforschung des Wesens dieser Krankheit verdient gemacht.

In der thierärztichen Litteratur habe ich, soweit mir dieselbe bekannt ist, keinerlei Auf- zeichnungen über das Vorkommen dieser Krank- heit bei Thieren gefunden. Dass dieselbe auch bei Thieren vorkommen kann, beweisen die von mehreren Forschern vorgenommenen Experimente an Hunden und Kaninchen.

Eine Kuh fiel mir wegen bedeutendem Exoph-

thalmus bilateralis auf. Der Bulbus steht beider- seits so weit aus der Orbita hervor, dass sich die Lider kaum schliessen. Dabei besteht Strabis- mus convergens. Derselbe ist so bedeutend, dass die Augenachsen in der Gegend des Flotzmaules convergiren. Da bekanntlich sowohl Exophthal- mus, als auch Strabismus bei unseren Haussäuge- thieren selten vorkommt, so widmete ich dem Falle besonderes Interesse. Durch die Percussion und Auscultation liess sich feststellen, dass die Kuh an Dilatation des Herzens litt. Die Puls-

frequenz belief sich bei jeder Untersuchung bei völliger Beruhigung des Thieres auf 90 110 Pulse p. M. Schon bei geringer Aufregung des an und für sich sehr leicht erregbaren Thieres stellte sich Palpitation ein. Auch ein ziemlich hartes Struma in der Grösse einer Mannesfaust fand sich vor. Die vorgefundenen Erscheinungen stimmen also mit denen der Basedow'schen Krankheit bei dem Menschen völlig überein.

Es sei noch erwähnt, dass die gut genährte Kuh nach Aussage des Besitzers bis jetzt noch nicht krank gewesen ist. Sie ist nuretwas schüchtern. PFr hat dieselbe vor 4 Jahren beim Kaufe des Gutes mit übernommen. Schon damals soll die Kuh hervorstehende Augen gehabt haben.

Begen enzootischen Abortus der Kühe wurde, nach dem Bericht über das Veterinärwesen im Königreich Sachsen, in grosser Ausdehnung von subeutanen Injectionen einer 2proc. Carbol- lösung Gebrauch gemacht, daneben Pesinfection der Genitalien und des Schwanzes der tragenden

Kühe, sowie Absonderung der Kühe, welche ver-

kalbt hatten. Oeftere Wiederholungen der In- jectionen waren in einzelnen Fällen nöthig.

Die Behandlung einer Aderlassfistel mit Complication hühnereigrosser Geschwülste in der Parotis wurde von Schley(Bericht über das Veterinärwesen in Sachsen) zunächst durch Finreibungen der Knoten in der Ohrspeicheldrüse mit Jodeantharidensalbe eingeleitet. Nach Absce- dirung der Knoten wurde in die Aderlassstelle eine Sublimatlösung 1: 10 eingespritzt, welche an den Abscessöffnungen wieder herauskam. Die Finspritzungen wurden 14 Tage fortgesetzt, wo- rauf Heilung eintrat.

Die Anwesenheit einer grossen Zahl von Finnen im Behirn eines Hundes hatten während des Lebens des Thieres den Verdacht auf Toll- wuth erweckt. Senfsamen-(3) bis erbsengrosse (12) Finnen wurden im Gehirn gefunden. Die meisten fanden sich an der Hirnoberfläche vor. Ausserdem hatte der Hund zwei Exemplare von Taenia marginata im Parm.

Beim chronischen Darmkatarrh der Pferde benutzte Wilhelm mit gutem Erfolge Bismuth. sub nitric. 10 g, mit Natrium bicarbon. 100 g pro Tag in Latwergenform(B. u. d. V. in S. 1890).

Bei lnfluenza pectoralis der Pferde gab Walther 20 25 g Antifebrin und 15 20 g Antipyrin mit Spiritus und Wasser. Nach 2 bis

3 Dosen ist in 34 Tagen Heilung erzielt worden.

(Ebenda.)

Bei Metritis und zurückgebliebener Mach- geburt penutzte Röder Ausspülungen des Uterus mit einem Decoet von Thymus serpyllum. Der Feldkümmel, Feldthymian und Quendel ist leicht zu beschaffen und enthält das Thymol als wirk-