28 Thiermedieinsche Rundschau etc.

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Kartoffeln charakteristische Qulturen, während die Staupebacillen auf genannten Nährmedien gar nicht oder nur spärlich gedeihen.

Arzneimittellehre.

Veber die Bedeutung der Milchmittel. von Fröhner. (Monatshefte für prakt. Thierheilkunde. Bd. II, 9.)

Veber die Beeinflussung der Milchsecretion durch Arzneimittel nach quantitativer und quali- tativer Richtung wissen wir verhältnissmässig wenig. Verf. hat Versuche mit nachfolgenden Arzneimitteln angestellt: Natr. bicarbonicum, Flores sulfuris, Stibianum sulfuratum aurantiacum, Fructus Juniperi, Atropin und Pilocarpin. Als Versuchsthiere dienten 6 gesunde Kühe verschie- dener Rassen und 2 gesunde Ziegen. Es zeigte sich, dass durch diese Mittel weder die Quantität noch die Qualität und der Geschmack der Milch wesentlich verändert wird. Durch die Verab- reichung der sog. Milchmittel lässt sich demnach bei gesunden Michthieren eine Steigerung der Milchsecretion nicht erzielen. Das Ergebniss der Versuche deckt sich vollständig mit dem von Hess, Schaffer und Bougynski erhaltenen negativen Resultate.

Mit Recht fragt Verf. wie man das negative Ergebniss dieser experimentellen Versuche mit den Erfahrungen der Praxis vereinen soll, wo (Atropin und Pilocarpin ausgenommen) die unter- drückte Milchsecretion mit den genannten Mitteln mit Erfolg behandelt worden. Die Antwort lautet, dass die beschriebenen Versuche an gesunden Thieren angestellt sind und dass die Wirkung eines Arzneimittels auf gesunde Thiere eine wesent- lich andere ist, als auf kranke. Bittermittel haben z. B. bei normaler Verdauung eine indifferente Wirkung, während sie bei gestörter Verdauung einen vorzüglichen stomachicalen Einfluss besitzen. Ebenso verhält es sich mit den Fiebermitteln, welche nur die krankhaft gesteigerte, nicht die normale FKörpertemperatur beeinflussen. In der Praxis wurden nun die Michmittel nicht gesunden, sondern kranken Milchthieren gegeben. Auch kommt hinzu, dass es in der Begel Verdauungs- störungen und allgemeine Krankheitszustände sind, auf welchen zahlreiche Milchfehler beruhen, durch deren Behandlung auch die Milchfehler beseitigt werden. Es sind indirecte Milchmittel, zu denen ausser den Alkalien, den Bittermitteln, ätherisch- öligen Mitteln auch die unmittelbar auf die Milch- drüse applicirten Hautreize gehören, welche reflectorisch, also indirect die Drüsensecretion an- regen. Dagegen müssen die Antimonpräparate und der Schwefel als directe Galactica bezeichnet werden, wie sich aus ihrer erregenden Wirkung auf die übrigen Drüsen des Körpers schliessen

lässt. In wie weit sich die Milchabsonderung erhöhen lässt durch Mittel, welche den Blutdruck steigern oder die secretorischen Drüsennerven an- regen, ist zur Zeit noch nicht mit Sicherheit zu entscheiden. Am Ende seiner Arbeit perührt Verf. noch die Frage, in wie weit die Milch medicamentös behandelter oder vergifteter Thiere geniessbar ist oder nicht. Thatsache ist, dass fast alle Arzneimittel in die Milch über- gehen können. Die Function der Milchdrüse als Excretionsorgan für Gifte bringt es mit sich. dass die Milch im Gegensatze zum Fleische nach Ein- verleibung von Arzneimitteln unter Umständen gesundheitsschädlich werden kann. Die vom Verf. angeführte Literatur liefert zahlreiche Belege für die Richtigkeit des Salzes. Es dürfte sich daher empfehlen, in allen den Fällen, in welchen Milch- thiere stark wirkende Arzneimittel erhalten, vor dem Genuss der Milch zu warnen und an säugende Mutterthiere wegen der für die Jungen vor- handenen Gefahr einer Vergiftung derartige Milch überhaupt nicht zu verabreichen. Auch vor dem Genuss der mit Tubereulin geimpften Thiere warnt der Verf; wenn dieselbe auch, sofern sie von gesunden Thieren stammt, für notorisch gesunde Menschen nicht schädlich sein dürfte, so kann bei Schwindsüchtigen unter Umständen durch den Genuss der tuberculinhaltigen Milch der tuber- culöse Process verschlimmert werden. Jedenfalls muss die Milchgeimpfter Thiere immerhin als verdorben im Sinne des Nahrungsmittelgesetzes bezeichnet werden.

Oeffentliche Gesundheitspflege.

Weitere Versuche über die Geniessbarkeit des Fleisches vergifteter Thiere. von Fröhner und Kundsen.(Monatshefte für prakt. Thierh. II, No. 8.)

In einer früheren Arbeit hatten die Verf. ge- zeigt, dass das Fleisch von Thieren, welche mit

Strychnin oder Fserin vergiftet sind, sich beim

Genusse sowohl für Menschen als auch für Thiere

unschädlich erweist. Es sind nun zwei weitere

Alkaloide, das Piloearpin und das Veratrin in

dieser Hinsicht untersucht worden. Es stellte

sich heraus, dass auch das Fleisch der mit Veratrin und Pilocarpin vergifteten Thieren sich beim

Genuss für den Menschen und für Thiere durch-

aus unschädlich erwies. Da die genannten Alka-

loide zu den giftigsten Stoffen des Arzneischatzes gehören, so halten sich die Verf. zu dem Ausspruche für berechtigt,dass die medicamentöse Be- handlung eines Thieres mit irgend einem

Arzneimittel niemals eine Gesundheits-

schädlichkeit des Fleisches zur Folge

haben kann.