15. Oetober.
Thiermedicinische Rundschau ete.
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räude 396 Fälle; an Maul- und Klauenseuche sind 2894 Rinder, 30 14 Schafe, 13 Ziegen und 49 Schweine erkrankt.
Hessen. Juli 1891. Milzbrand 7 Fälle; Maul- und Klauenseuche in 13, Bläschenausschlag in 3 und Räude in 17 Orten.
Vichseuchen im Auslande.
Schweiz. August 1891. Rauschbrand 97, Milz- brand 35, Rothlauf 219 und Tollwuth 2 Fälle, Rotz 1 Fall; an Maul- und Klauenseuche sind in 164 Stal- lungen und 86 Weiden 6747 Stück Vieh verseucht.
NB. Die Zahlen für die Maul- und Klauenseuche im Monat Juli sind falsch angegeben worden und folgender Weise zu ändern: In 182 Stellungen und 107 Weiden sind 8183 Stück Vieh von der Maul- und Klauenseuche verseucht.
Oesterreich. Nach dem Thierseuchenausweis vom 7. August 1891 waren verseucht an Maul- und Klauen- seuche 3878 Gehöfte in 440 Ortschaften; Milzbrand 28 Gehöſte in 16 Ortschaften; Lungenseuche 74 Gehöfte in 47 Ortschaften; Rotz 48 Gehöfte in 41 Ortschaften; Räude 123 Gehöfte in 31 Ortschaften; Rauschbrand 12 Gehöfte in 9 Ortschaften; Rothlauf 782 Gehöfte in 140 Ortschaften; Bläschenausschlag 36 Gehöfte in 6 Ortschaften; Tollwuth 13 Gehöfte in 13 Ortschaften.
Ungarn. Nach dem Ausweis vom 6. August 1891 waren verseucht: an Maul- und Klauenseuche 336 Ge- meinden; an Milz brand 45 Gehöfte in 43 Orten; Lungen- seuche 29 Gehöfte in 22 Orten; Rot? 11 Gehöfte in 11 Or- ten; Pockenseuche 3 Gehöfte in 3 Orten; Räude 1 Ge-
höft in 1 Orte; Rothlauf 815 Gehöfte in 70 Orten; Tol1
wuth 14 Gehöfte in 13 Orten.
Belgien. Juli 1891. Rotz in 13 Gemeinden 17 Fälle, Lungenseuche in 29 Gemeinden 111 Fälle; Tollwuth in 21 Gemeinden 55 Fälle und 15 gebissene Personen; Milzbrand in 28 Gemeinden 42 Fälle; Rauschbrand in 15 Gemeinden 16 Fälle. Rothlauf der Schweine in 270 Gemeinden, Maul- und Klauenseuche in 1 6e- meinde, Schafpocken in 3 Gemeinden.
Italien. Vom 6. Juli zum 2. August 1891. Milz- brand 142, Rauschbrand 22, Rotz 55, Maul- und Klauenseuche 3462, Schafpocken 883, Schafräude 1500, Rothlauf 122 Fälle.
Frankreich. Juli 1891. Lungenseuche 15 Departements; Maul- und Klauenseuche in 4 Departements; Schafräude in 7 Departements; Schafpocken in 8 DPepartements; Milzbrand in 21 De- partements; Rauschbrand in 16 Departements; Rotz in 43 Pepartements. Tollwuth: in 100 Gemeinden von 32 Departements sind 141 Hunde, 6 Katzen, 3 Ochsen, 2 Kalbinnen und 2 Pferde wegen Tollwuth getödtet, oder an dieser Seuche verendet; 50 Personen sind gebissen worden.
in
Rothlauf in 16 Departements; Schweineseuche in 10 Pepartements; Tuberculose 120 Fälle in 28 De- partements.
Der Landesthierarzt, F. Imlin.
— Das Waschen der Hände soll mit angesäuertem Wasser(etwa 1 proc.) und unmittelbar hierauf mit Seife ohne vorheriges Abspülen erfolgen, wenn die Hände mit Laugen und Alkalien in Berührung gekommen waren. Nach Berührung mit Säuren greift man nächst Anwendung reichlicher Wassermengen sofort zur Seife. Jodflecke be- tupft man mit 10 proc. Natriumthiolsulfatlösung; Carbol- säure wäscht man mit Alkohol ab, wodurch auch die weisse Farbe der Haut verschwindet. Nach Gebrauch von Sublimat soll man die Hände einige Zeit hindurch in 2 proc. Kochsalzlösung baden.
(Pharmac. Ztg. Nr. 56, 1891.)
— Als Sedimentirungsverfahren zum Nachweis von Tuberkelbacillen benutzte Mülhauser folgendes:
1— 3 g Sputum werden mit der 6— 8 fachen Menge einer 0,2 proc. Natronlauge tüchtig durchgeschüttelt und dann einige Male aufgekocht. Sehr zähe Sputa werden nöthigen- falls mehrmals so behandelt, bis ihre Lösung beendigt ist. Von dem floekigen Rückstande wird eine kſeine Quantität mit dem ursprünglichen Sputum gut und möglichst dünn ausgestrichen, da sonst zu dicke Lagen entstehen und viele Bacillen unsichtbar werden. Die Färbung findet zweck- mässig mit frisch bereitetetem Carbolfuchsin statt (Deutsche med. Wochenschr. Nr. 7, 1891).
— Prhebliche Zunahme des Dummkollers nach einer Verletzung der Schilddrüse beobachtete Wilden (Zeitschr. für Vet. III, 6.). Bei einem Pferde war infolge eines Lanzenstiches die rechte Schilddrüse verletzt worden. Nach 8 Tagen war die eingetretene Anschwellung beseitigt und allmählig war diese Drüse verschwunden. Dagegen hatten die Erscheinungen des Dummkollers erheblich zu- genommen, so dass das Thier schliesslich ausrangirt werden musste
— Vierter Verwaltungsbericht des öffentlichen städtischen Schlachthofes in Kiel für die Zeit vom 1. April 1890 bis ult. März 1891, erstattet vom Schlacht- hofinspector Thierarzt Ruser Der Bericht unterscheidet sich wesentlich von seinen Vorgängern und von zahlreichen anderen Berichten selbst grosser öffentlicher Schlachthäuser durch die Eintheilung des Stoffes Ausser statistischen Angaben über die Schlachtungen, Verzeichniss der Ein- nahmen, Ausgaben, Fleischschau, finden sich Mittheilungen über die Verwerthung des Schlachthofes für wissenschaft- liche Zwecke und Belehrung, über bemerkenswerthe Funde in der Fleischschau u. s. w.
Geschlachtet sind im Ganzen 46 884 Thiere, von diesen wurden 184 ganze Thiere beanstandet und der Abdeckerei überwiesen Unter den beanstandeten Thieren waren 1 Bulle, 82 Kühe, 7 Quien, 38 Schweine, 1 Schaf, 1 Ziege, 49 nüch- terne Kälber und 5 Pferde. Bei 1 Bullen, 7 Quien, 75 Kühen, 23 Schweinen und 2 Pferden war Tubereulose die Ursache der Beanstandung, ferner 7 Schweine wegen Trichinose, 2 wegen Gelbsucht. Von Organen und Theilen von Thieren: 109 Lungen von Rindern, 1093 Lungen mit Tuberculose, 177 ungeborene Kälber, 520 Lungen von Schafen mit Echinocoecen, 689 Lungen von Schweinen mit Tuberculose.
Von 7645 Rindern waren 650 mit Tubereulose behaftet, 83 Thiere mussten vollkommen beseitigt werden. Von 16 845 geschlachteten Schweinen waren 374 mit Tubereulose be- haftet.— In einem besonderen Artikel berührt der Bericht die Nothwendigkeit der Errichtung einer Freibank.
Bezüglich bemerkenswerther Befunde in der Fleisch- schau wird erwähnt, dass oft zu beobachten war, wie ganze Stämme von Schweinen fast ausnahmslos an Tuberculose erkrankt waren. Oeſters kamen auch sog. Doppellender zur Beobachtung, welche, wenn gut genährt, für den Schlächter wegen der Fleischfülle eine sehr gesuchte Waare sind.
Schliesslich erwähnt der Bericht auch ein Gerichts- erkenntniss der Straf kammer zu Kiel, nach welchem Fleisch, welches in Tonnen in kleinen Stücken einige Tage gesalzen war und dann nach hier eingeführt wurde, als frisches Fleisch zu betrachten ist.
— Zur Zerstörung des Tollwuthgiftes wird von Gautier das Terpentinöl empfohlen. Man solle die Wunde zu diesem Zwecke reichlich mit diesem Oel auswaschen.
Tagesgeschichte.
— Pie Abtheilung für Thiermedicin in der dies-
ührigen Versammlung deutscher Naturforscher und
Aerzte war von 21 Thierärzten besucht. Soweit die Ver- handlungen allgemein von Interesse waren, wird in den
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