15 Oetober.

Thiermedieinische Rundschau etc.

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und Hunden angestellt hat, zeigen, dass die Tem- peratur und überhaupt das Allgemeinbefinden ge- sunder Thiere selbst durch sehr grosse Gaben Tuberculin keine Aenderung erleidet. Die Ver- suche des Verf. an Hunden zeigten weiter, dass

kranke Hunde(mit Careinomatose, Sarcomatose,

Staupe, Leucaemie, Pleuritis u. s. w.) sich gegen

Tuberculin ebenfalls indifferent verhalten, wofern

sie nicht an Tuberculose leiden. In einem Falle, wo sich nach Tubereulininjectionen eine Temperatur- steigerung zeigte, ergab sich thatsächlich, dass der Hund an Tubereulose litt. Demnach ist damit zunächst auch ein diagnostischer Werth für die Tuberculose der Hunde festgestellt.

Praktische und therapeutische Nachrichten.

Ueber Cumarinvergiftung. von Fröhner.(Monats- schrift für prakt. Thierh. IH, 12.)

In der neueren thierärztlichen Literatur finden sich einige ganz eigenartige Vergiftungsfälle ver- zeichnet, welche bei Pferden nach der Aufnahme von frischem Heu beobachtet und als Cumarin- vergiftungen aufgefasst worden sind. In manchen Gräsern, insbesondere im Rauchgras(Anthoxanthum odoratum) ist ein eigenthümlicher aromatischer Körper, das Cumarin, enthalten. Pieses Cumarin wird, da andere Ursachen in obigen Fällen nicht nachzuweisen waren, für die Entstehung jener Intoxicationen verantwortlich gemacht. theoretischen Standpunkte aus betrachtet schien die Richtigkeit der Vermuthung nicht schr wahr- scheinlich. Denn frisches Heu wird Jahr aus Jahr ein verfüttert, ohne dass bisher, wenn man von den nicht seltenen Indigestionskoliken absieht. eigentliche Vergiftungserscheinungen darnach wahr- genommen worden sind.

Bei der Wichtigkeit der Frage hat Verf. Ver- suche angestellt. Die Versuche wurden bei BRin- dern, Pferden, Schafen und Ziegen angestellt. Verf. kommt auf Grund seiner Versuche zu dem Schlusse, dass bei der geringen Giftigkeit des Cumarins und bei dem geringen Qumaringehalte des Heues eine Cumarinvergiftung nach Aufnahme desselben unwahrscheinlich ist.

Verrenkungen der Kniescheibe beim Rinde beobachtete Winkler häufig. Als Ursache nimmt derselbe das beständige Stehen im Stalle und er- schlaffendes Futter an. In zwei Fällen trat zeit- weises Abgleiten des Abduct. femoris vom grossen Umdreher ein. Der Muskel wurde mit Stecknadeln festgenagelt, nachdem er in die richtige Lage gebracht war. Die eintretende adhäsive Entzün- dung verhinderte in beiden Fällen das fernere Abgleiten.(Wochenschr. für Thierheilk. Nr. 19.)

Uterusvorfälle behandelt Geiger(Wochen- schr. für Thierh. Nr. 19) bei Ziegen und jungen Mutterschweinen, wo wegen des engen Beckens das Reponiren mit der Hand nicht möglich ist, mit Hilfe eines geringen Wasserdruckes. Zu diesem Zwecke lässt er die Thiere mit den Hinter- füssen hoch hängen, stülpt das kleinere Horn des Uterus ein wenig nach innen und giesst stets etwas Wasser nach. Durch die Schwerkraft des Wassers wird das betr. Horn nach abwärts ge- zogen. Beim 2. Horn wird ähnlich verfahren, doch ist hier die Manipulation etwas schwieriger; nachdem auch dieses reponirt ist, füllt G. den

kranken Uterus mit Wasser(kalt oder warm),

Vom rein

lässt das Thier horizontal legen, damit das Wasser wieder ausströmt, hebt dann das Thier etwas höher, füllt den Uterus zum Zwecke der Aus- spülung wiederholt mit Wasser und legt nach Abfluss des letzteren eine lockere Knopfnaht in in die Schamlippen, welche nach 3 Tagen durch den Besitzer abgenommen wird.

lntravenöse Kochsalzinfusion bei Verblu- tungen. Leichtenstern empfichlt bei schweren Blutungen von Neuem die intravenöse Salzwasser- infusion als ein evident günstig wirkendes Mittel. Er hat die intravenöse Infusion im Ganzen 17 mal ausgeführt. Die darunter befindlichen 8 Fälle von Verblutung betrafen ausnahmslos spontan auf- tretende innere Blutungen des Digestionstractus. Wenn auch mehrere Fälle trotz der Infusion letal geworden sind, so war der unmittelbare günstige Einfluss auf den Puls nicht zu verkennen. L. glaubt, dass die Infusion unter Umständen direct lebensrettend wirken kann.

Die Ausführung der Infusion geschieht unter peinlicher Asepsis nach den wohl allgemein be- kannten Regeln ohne Narkose. Die Menge der zu injicirenden 0,6 0,7 proc. Kochsalzlösung be- trägt 1000 1500 cem. Die Anwendung einer Druckhöhe von ½ ½ m bringt keinen Nach- theil Die zur Infusion nothwendige Zeit beträgt ungefähr ½ Stunde. Nach vollendeter Infusion

wird die Vene doppelt unterbunden. (Sammlung klin. Vortr. N. F. Nr. 25)

Mittheilungen aus Vereinen und Versammlungen.

XII. Versammlung des deutschen Vereins für öflentliche Gesundheitspflege in Leipzig. Dem Vor- trage, welchen Geh. Rath Prof. Dr. Hofmann in Leipzig über Kühlräume für Fleisch und andere Nahrungs- mittel gehalten hat, entnehmen wir folgende Angaben: Dass die Nahrungsmittelversorgung durch die heimische Produktion trotz intensiver Bewirthschaftung nicht ausreicht, zeige sich für den aufmerksamen Beobachter nicht nur in der Aufhebung der Ausfuhrverbote, sondern schon seit Jahren in chronischen Symptomen, nämlich in der Ab-

nahme der Geburten, in der grösseren Sterblichkeit, in der