15. October.

Thiermedicinische Rundschau etc. 15

eingeweide an fraglicher Stelle die Integumente. in der Regel das Bauchfell und die äussere Haut, vor sich hertreiben, sodass diese den Bruchsack treiben.

3. Falsche Nabelbrüche, bei welchen in der Nähe des Nabelringes in der weissen Linie eine Oeffnung vorhanden ist, durch welche sich Fin- geweide vorgelagert haben. Sind derartige Vor- ſagerungen weiter vom Nabel entfernt, so werden sie schlechtwegBauchhermen der weissen Linie genannt. Die Prognose ist bei den eigentlichen Napelbrüchen günstiger als bei den Nabelschnur- brüchen. Grosse Nabelschnurbrüche Thieren unheilbar. Bei kleinen Nabelschnur- brüchen empfiehlt sich Bestreichen des vorher gut desinficirten Bruchsackes mit dem Pyoktanin- stifte. Nabelbrüche werden zweckmässig mit 3 4 Bepinselungen mittels einer zu gleichen Theilen mit Wasser verdünnten Salpeter- oder Schwefelsäurelösung bepinselt. Concentrirte Säuren sind nachtheilig.

Hautkrankheiten.

Ueber Pemphigus. Von Taeufert. Münchener med. Wochenschr. Nr. 15, 1891.) Da auch bei Thieren, besonders Pferden öfters Pemphigus beobachtet ist, wird es nicht un-

den Dr. Taeufertüber Pemphigus beim Men- schen gehalten hat.

Meine Herren! Ich habe Ihnen Mittheilungen aus meiner Praxis versprochen und da der Pem- phigus jetzt in den Mittelpunkt des allgemeinen ärztlichen Interesses gerückt ist, mir vorgenommen, heute über zwei charakteristische Fälle von Pem- phigus aus dem letzten Jahre, einen Pemphigus chronieus vulgaris und einen Pemphigus acutus foliaceus zu berichten. Hoffentlich gelingt es mir, zwei dentliche Krankheitsbilder vor Ihren Augen entstehen zu lassen und daran anknüpfend den heutigen Stand der Pemphigusfrage, wie er sich in der neueren Literatur abspiegelt, Ihnen überzeugend darzulegen.

I. Pemphigus vulgaris.

Eine Dame vornehmen Standes, 63 Jahre alt, gross, breitschulterig, rund hat vor vielen Jahren eine schwere

grosse Blasen entwickeln in der charakteristischen Weise: Meist in oder nahe der Mitte eines Fleckehens erhebt sich ein wasserhelles Bläschen, das sich schnell nach der Peri- pherie ausbreitet, bis es den Rand des rothen Fleckehens erreicht hat. Die Blase ist nun fertig, die Röthe ver- schwunden. Die Zahl der so ziemlich gleichzeitig gebil- deten Blasen beträgt etwa 70 bis 80. Das Befinden der Patientin ist abgesehen von einer geringen Temperatur-

erhöhung bis 38,5 und einer gewissen Unruhe ziemlich

sind bei

gut, Appetit und Verdauung vortrefflich. Nach einigen Tagen hat sich das Aussehen der Blasen wesentlich ge- ändert: Anfangs wasserhell, nach Form und Aussehen den Wasserblasen vergleichbar(Watson), wie sie zur Zeit eines Platzregens auf einem Teiche zu entstehen pflegen, werden sie jetzt trüb, zuerst an der Basis, allmählich ganz undurchsichtig. 1. Ein Theil der Blasen trocknet ein, wird faltig, runzelig. Die Decke erscheint weisslich, wie ge- sotten, trocknet endlich ganz ein zu einem blassgelblichen Schorfe, der nach einiger Zeit abfällt und die darunter neu gebildete Haut in Gestalt eines schwach gelblich- rothen Fleckchens zurüecklässt 2. Ein anderer Theil der Blasen platzt theils von selbst, theils durch Druck und lässt den serösen Inhalt austreten. Die geplatzte Decke bleibt nun entweder ganz oder zum Theil auf dem Blasengrunde liegen oder entblösst diesen, indem sich das Oberhäutchen, zumal wenn der Einriss am Rande entstand, zurückschlägt und nun einen gefranzten Rand um eine rothe nässende, sehr schmerzhafte Excoriation bildet. Die meisten Blasen über- häuten sich aber auch und so ist nach 12 14 Tagen diese erste Eruption beendet, die erste Krankheitsstaffel. Inzwischen haben sich aber neben den alten Blasen sowie anderen Körperstellen, auf Brust, Bauch, Hals, Ober- armen Unterschenkeln zahlreiche neue Blasen erhoben. Das Brennen der ersten Eruption ist bei den späteren Nachschüben(diese sind für Pemphigus charakteristisch)

interessant sein, einen Vortrag hier wiederzugeben, geringer, später gar nicht empfunden worden, zum Theil

wohl überdeckt von dem Schmerz der Excoriationen. Die

Boseolen sind später nur blass, endlich scheint es, als ob

Coxitis durchgemacht, wonach das Bein in adducirter Stel-

lung verblieben ist. und sitzt viel. jährlich Teplitz und Kissingen aufgesucht, um ihre Be- wegungsfähigkeit und die etwas träge Verdauung zu bessern. Im Frühjahr 1889 hat sie über pruriginöses Jucken zu

Das Gehen wird ihr schwer, sie liegt

Seit einer Reihe von Jahren hat sie all-

viele Blasen ohne vorhergehende Röthe entstanden wären. Doch geht diese meist sehr schnell vorüber, zur Entstehung einer Blase bedarf es meist nur weniger Stunden Zeit. Nicht auf allen Flecken erheben sich Blasen. Auch im Munde zeigen sich Blasen, verlaufen aber hier auffallend leicht. Die Kranke wird jetzt sehr gequält durch das Brennen der wunden Stellen, wodurch auch die Nachtruhe leidet, doch sind Appetit und Verdauung noch gut. Die Therapie besteht in vorsichtigem Oeffnen der prallen Blasen, Aufstreuen von trocknenden, antiseptischen Pulvern(Salieyl, Sozojodol. Jodoform, Zink, Talk, Stärke) und Trockenver- band. Nach 6 Wochen des Bestehens scheint ein Stillstand zu kommen, doch nur für wenige Tage, dann stellt sich schon ein neuer Blasennachschub ein. Nach 8 Wochen ist fast kein Körpertheil verschont, es tritt aber überall Ueberhäutung ein. Jetzt ist der Appetit geschwunden, die Verdauung gestört. Die Blasenbildung hört in der 12. Woche ganz auf. Von nun an nimmt aber die Schwäche und der Verfall der Kräfte schnell zu(bei der grossen Vergeudung von Säften kein Wunder, völlige Schlaflosigkeit bei Nacht, Erregtheit und Schlafreden bei Tage, öfteres Erbrechen, blutiger Urin(Haemoglobinurie), Tod am 15. August an Lungenödem, etwa 16 Wochen nach Beginn der Erkrankung, 3 Wochen nach Heilen des Pemphigus. Die Section wurde

nicht gestattet, würde wohl auch über das Wesen des

klagen, doch helfen lauwarme Seifenbäder dem ab. Plötzlich im April 1889 stellen sich unter dem Gefühle

von Prickeln und Brennen, dem Gefühle ähnlich, wie es der elektrische Strom öfter erzeugt, auf beiden Oberschenkeln und beiden Vorderarmen blassrothe, reseolaartige Flecken ein, auf denen sich hald wasserhelle, erbsen- bis wallnuss-

vorangegangenen Krankheitsprocesses schwerlich Aufschluss gegeben haben.

Meine Herren! Je mehr unsere Kenntnisse über Wesen, Verlauf und Centralstellen der Ge- fässnerven vervollkommnet worden sind, um so grösser ist das Gebiet der Krankheitsvorgänge geworden, welche als Gefässneurosen pezeichnet

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