Thlermedicinische Rundschau etc.

Schmidt-Rimpler mit ausgezeichnetem Erfolge. Die Wunden werden in keiner Weise gereizt. ebenso die Conjunetiva, welehe im Gegentheil viel weniger Absonderungen erkennen lässt, als nach Sublimatbespülungen. Das Chlorwasser wurde stets ungemischt angewendet und vereinigt noch die Annehmlichkeit der blutstillenden Wir- kung. Um Fersetzungen zu vermeiden, ist nur nöthig, dass man nicht zu grosse dunkle Flaschen mit festschliessendem Pfropfen für die Aufbe- wahrung wählt und unmittelbar nach dem Ge- brauche die Flasche sofort wieder schliesst. (Deutsche med. Wochenschr. No. 31.)

Creolin als Heilmittel gegen Milzbrand. Thierarzt Meier wendete bei mehreren Fällen von Milzbrand Creolin mit scheinbar gutem Er- folge an. Es wurde in einem Falle 50 g Creolin mit 2 Weinflaschen voll Wasser innerhalb einer Stunde verabreicht. In einem zweiten Falle erhielt eine Kuh innerhalb 36 Stunden 200 g Creolin. In einem dritten Falle erhielt eine Kuh innerhalb 2 Stunden 100 g Creolin. In allen drei Fällen trat Genesung ein. Meier wünscht, dass seine Versuche wiederholt werden mögen.

Behandlung der durchgehenden und durch- dringenden Hornspalten nach dem von Maximilian angegebenen Verfahren von Oberrossarzt Rind. (Zeitschr. für Vet. III., Heft 6.) Bornspalten, welche an den inneren Trachtenwänden der Vorderhufe bei einem mit Trachtenzwanghuf ver- schenen Pferde während des Exercirens entstanden waren, behandelte R. in folgender Weise:

Die Fisen wurden abgenommen, der PTrage- rand plan beschnitten, das Wandhorn auf 4 em auf jeder Seite der Hornspalte verdünnt, nach der Spalte zu bis auf die Hornblättchenschicht. Die Spaltränder wurden ganz glatt geschnitten. Beim Beschneiden dor Spaltränder wurden sämmt- liche Theile der Hornblättchenschicht entfernt, so dass hier die Fleischblättchen frei lagen.

Dann wurde ein geschlossenes Fisen auf- gelegt, die vom Horn entblössten Weichtheile mit Holztheer bestrichen und ein Druckverband an- gelegt. Der Huf wurde feucht gehalten und der Druckverband 3 Tage hintereinander täglich er- neuert. Nach 4 Tagen konnte der Verband ent- fernt werden, da die freigelegten Weichtheile sich mit einer dünnen Hornschicht bedeckt hatten.

Patient konnte vom fünften Tage ab bewegt und nach 8 Tagen zum Dienst benutzt werden. Diese zwei zuerst so operirten Hornspalten heilten während des Manövers vollständig bei täglicher Arbeit des Pferdes. Seit Juli 1890 hat R. im Ganzen 27 Hornspalten auf diese Weise behandelt, welche auch alle geheilt und bis jetzt noch nicht wieder aufgetreten sind. Die Hufarten, an denen diese Spalten auftraten, waren folgende: regel-

mässiger Huf 8 mal, Flachhuf 9 mal, Trachten- ganghuf 6 mal. stumpfer Huf 1 mal, halbeng- halbweiter Huf 3 mal. Nach der Operation bedeckten sich die freigelegten Weichtheile mit einer Horn- schicht, die dann den Spalt langsam ausfüllte.

An der Krone wurde in der Folge an dieser Stelle immer zu viel Horn gebildet, welches jeden dritten Tag mit der Raspel entfernt werden musste. Befand sich die Hornspalte weit nach hinten an der Tracht, so wurde das Eisen an der Tracht frei gelegt, war der Sitz mehr nach vorn, an der Seitenwand, so wurde ein halbmond- förmiger Ausschnitt an der entsprechenden Stelle des Tragerandes des Hufes gemacht.

Die geschlossenen Fisen wurden 5 6 Monate angewendet. Sämmtliche 27 Hufe haben sich in ihrer Form gebessert, die Hufe sind an den inneren Seiten, wo die Hornspalten operirt wurden, weiter geworden, die Einzwängungen sind mehr verschwunden und ist der Gang dieser Thiere bei allen freier geworden. R. empfiehlt deshalb obige Methode der Hornspaltenoperation recht sehr.

Neurotomie des Mervus medianus. Ross-

arzt Goldmann(Zeitschr. für Vet. III., No. 6)

hat im Verlaufe von 4 Jahren diese Operation 17 mal bei Pferden(darunter 5 Dienstpferde, 3 Officierpferde, 6 Privatpferde) ausgeführt. In 14 Fällen war chronische Hufgelenkslahmheit der Grund der Operation, 1 mal lag Schale, 1 mal Verknöcherung des inneren Hufknorpels mit Auf- treibung des Ballens vor, während in einem anderen Falle die Lahmheit nach tiefgehender Operation eines Nageltritts zurückgeblieben war. Dauernde Beseitigung der Lahmheit wurde in allen Fällen mit Ausnahme des zuletzt genannten erzielt, wo die Lahmheit nach Verlauf von 4 Mo- naten wieder auftrat. Heilung per primum trat in keinem Falle ein. Nachtheilige Folgen, wie Ausschuhen u. s. w. wurden nicht beobachtet. Erbrechen beim Menschen nach Genuss des Euters einer mit Veratrum album behandelten und nothgeschlachteten Kuh beobachtete Schmidt.

PFine Kuh, die 6 bezw. 3 Tage vor dem Schlachten

1 ½ g Veratrum album mit anderen Mitteln er- halten hatte, wurde ohne Wissen des behandelnden Thierarztes geschlachtet. Fine Frau hatte das Euter der Kuh gekauft, dasselbe in 1 ½ em dicke Scheiben zerschnitten und in einer Pfanne für die Familie(5 Kinder im Alter von 5 14 Jahren) gebraten. Kurze Zeit nach dem Essen erkrankten alle Mitglieder der Familie unter den Erscheinungen von Uebelkeit und heftigem Erbrechen. Am nächsten Tage waren die Erscheinungen ver- schwunden. K

Hautnecrose nach subcutaner Anwendung von Strophantustinctur beobachtete Ludwig (Zeitschr. für Vet. III., 6) in drei Fällen. Da