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Thiermedicinische Rundschau etc.
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zahl dieser fettreichen Beulen befand sich in der Mitte eine klare citronengelbe, etwas klebrige Flüssigkeit, welche die Haare mit einander ver- klebte und an manchen Stellen zu bernsteingelben Krusten angetrocknet war. Bei Druck auf manche dieser Hautknoten entleerte sich gleichfalls das orwähnte Exsudat. Das Allgemeinbefinden des Thieres war nicht gestört; letzteres war fieberfrei und bei guter Fresslust.
Am nächsten Tage waren auch auf der Mittel- und Hinterhand Quaddeln vorhanden. An der Unterbrust und am Bauche confluirten dieselben und stellten eine fast gleichmässige ödemartige Anschwellung dar. In reichlicher Menge quoll auch hier die oben beschriebene gelbe Flüssigkeit hervor. Gleichzeitig konnte festgestellt werden, dass die am Tage vorher auf- getretenen Beulen zum Theil etwas an Grösse zugenommen hatten, zum Theil aber schon ab- zuheilen begannen. Die älteren Krusten sassen nur sehr lose auf der Haut und konnten mit Leichtigkeit entfernt werden; es gingen dabei die an ihnen haftenden gleichfalls lockeren Haare mit aus. Nach dem Abheben dieser Massen konnte ein Hautdefect nicht wahrgenommen werden. Blasige Abhebungen der Epidermis wurden gleich- falls nicht beobachtet. Anschwellungen der Lymph- gefässe und Prüsen fehlten und traten auch im weiteren Verlaufe der Krankheit nicht auf. Die Extremitäten blieben von dem Leiden bis auf einige Quaddeln in der Gegend der musc. graciles verschont. Ein abnormes Juckgefühl wurde nicht pemerkt.
Innerhalb einer Woche war der Ausschlag bei Anwendung von Theerseife und 3 proe. Creolin- wasser fast vollständig abgeheilt. Patient zeigte auch nachher keine Störung der Gesundheit mehr. Das Nebenpferd erkrankte nicht.
Verf. halten die Erkrankung für Pemphigus. Das in den Quaddeln befindliche Exsudat wurde in einem sterilisirten Reagensglase gesammelt. Die mikroscopische Untersuchung ergab die An- wesenheit zahlreicher Kokken und PDiplocoecen. Ob die gefundenen Kokken in ursächlichem Zu- sammenhange mit der Krankheit stehen, konnte nicht festgestellt werden.
Auch bei Pemphigus des Menschen haben Demuse, Gibler, Neumann Kokken gefunden. Dass im vorliegenden Falle das Nebenpferd nicht erkrankte, spricht für geringe Empfänglichkeit oder auch gegen die Infectiosität des Leidens.
Die Aetiologie des Pemphigus ist beim Men- schen sowohl, wie bei Thieren, bisher noch in Dunkel gehüllt.
Infectionskrankheiten.
Vergleichende Untersuchungen über pathogene Streptococcen. von Foth.(Zeitschrift für Vet. N 5 18916)
Verf. kommt auf Grund eingehender Unter- suchungen zu folgendem Ergebniss:
Die Versuche lehren also, dass in der That besimmte Beziehungen zwischen den ursächlichen Erregern der phlegmonösen Fiterung, der Pferde- pneumonie und der Drusekrankheit bestehen, und ich komme auf Grund dieser Versuche zu folgen- dem Schlusse:
Die genannten Bacterien repräsentiren Sub- species einer Art, die ich der Kürze halber — nach zwei durchgreifenden Gesichtspunkten — PErregung von Piterungsprocessen und Be- schaffenheit der Serumculturen— als schleim bil- denden Streptococcus pyogenes bezeichnen möchte. Wenn es auch nicht ausgeschlossen ist, dass diese Art noch andere Streptococcen umfasst, so ist immerhin durch jene Doppelbezeichnung an sich die Grenze schon sehr eng gezogen. Denn schon beim Pferde können pyogene Streptocoecen vorkommen, die entschieden nicht hierher gehören. Erwähnt sei in dieser Beziehung nur, dass ich bei einer traumatischen Vereiterung des Augapfels lediglich ungeheure Mengen von eigenthümlichen Diplococeen vorfand, die auf Blutserum ganz aus- gezeichnete Ketten bilden, sich nie mit einer Kapsel umgeben und durchaus keine schleimigen oder auch nur flüssigen Beläge bilden, sondern matte, bis stecknadelkopfgrosse, runde isolirte Colonien, die oft in der Mitte eine feine EFin- senkung haben, wie wenn man mit einer Nadel hineingestochen hätte, kurzum die ein ganz anderes Wachsthum zeigen. Weitere Mittheilungen über diesen Streptocoecus behalte ich mir vor, da ich noch mit den Untersuchungen beschäftigt bin.
Im Ganzen bin ich geneigt, die Frage im Sinne der Darwin'schen Lehre zu beurtheilen: durch fortgesetzte parasitäre Lebensweise an ganz bestimmten Stellen des Körpers oder auch unter so ausnehmend günstigen Bedingungen, wie sie die jugendlichen, in der stärksten Entwicke- lung begriffenen Thiere bieten, haben die ursprüng- lich gleichartigen Individuen schliesslich bestimmte Eigenthümlichkeiten angenommen und halten diese, auch wenn sie jetzt in weniger günstige Verhält- nisse gebracht werden, so hartnäckig fest, dass wir in der Regel im Stande sind, daraus auf ihre Herkunft zu schliessen.
Sie haben also schon eine gewisse Abgrenzung gegen einander erhalten.
Nun ist es aber einleuchtend, dass viele Indi- viduen nicht fortgesetzt unter so ausserordent- lieh günstigen Bedingungen leben können; viele


