286 Thiermedicinische Rundschau ete.

1891. No. 24.

sucht werden. Passende Ernährung und guter Standort sind dabei natürlich unerlässliche Be- dingungen.

Der Verf. beschliesst seine Studien mit der Erklärung, dass noch viele andere Versuche über den Gegenstand zu machen bleiben. Er hofft damit fortfahren zu können, um die Arbeit zu vervollständigen.

Practische und therapeutische

Nachrichten.

Das von Vivier empfohlene Mittel gegen Strahlkrebs besteht nach Braselmann aus einer Mischung von Stib. chlor. 10,0 und Kal. chrom 1,0. Die Mischung beider Substanzen findet unter Wärmeentwickelung statt.

Kleine Mittheilungen.

Auszug aus dem Viehseuchenbericht von Elsass-Lothringen.

Vichseuchen in Elsass-Lothringen. Milzbrand 16 Fälle; Rauschbrand 1 Fall; PToll- wuth 1 Fall.

Maul- und Klauenseuche.

Neu angezeigt ist die Maul- und Klauenseuche in 17 Kreisen und 55 Ortschaften.

Der Gesundheitszustand der Hausthiere war im Allgemeinen ein sehr befriedigender. Die Maul- und Flauenseuche scheint im Unter- und Ober-Elsass zurück- treten zu wollen und hat in Lothringen wiederum an Aus- dehnung gewonnen. Der Viehhandel ist sehr lebhaft; am Altkircher Jacobi Markt sind 49 Waggons mit 360 Stück Rindvieh nach allen Richtungen, Unter-Elsass, Baden, Württemberg, Köln und die Schweiz verladen worden. Die Viehpreise sind immer hoch.

Viechseuchen in anderen Ländern des Deutschen Reiches.

Baden. Juni 1891. Milzbrand 12, Rausch- brand 15, Bläschenausschlag 53 und Räude 23 Fälle; Maul- und Klauenseuche: in 98 Gemeinden sind 507 Be- stände mit 3135 Rindern, 47 Schweinen 23 Ziegen und 300 Schafen von der Seuche betroffen.

Pfalz. Juni 1891. Milzbrand5, Bläschenaus- schlag 11 Fälle; an Maul- und Klauenseuche sind 133 Gehöfte in 42 Gemeinden verseucht.

Württemberg. Juni 1891. Milzbrand 34, Rausch- brand 10, Tollwuth3, Bläschenausschlag 36, Räude 399 Fälle; an Maul- und Klauenseuche sind 2688 Rinder, 4914 Schafe, 5 Ziegen und 2 Schweine erkrankt.

Hessen. Juni 1891. Milzbrand 2 Fälle; Maul- und Klauenseuche in 26, und Räude in 12 Ortschaften; Bläschenausschlag in 1 Ort.

Vichseuchen im Auslande.

Schweiz. Juli 1891. Rauschbrand 74, Milz- brand 23, Rotz 6, Rothlauf 212 Fälle; an Maul- und Klauenseuche sind in 182 Stallungen und auf 107 Weiden 9826 Stück Rindvieh erkrankt.

Oesterreich. Nach dem Thierseuchennachweis vom 14. Juni und 14. Juli 1891 waren verseucht an Maul- und FKlauenseuche(1889) ¹) 3899 Gehöfte in(390) 363 Orten;

¹) Die Zahlen für den Monat Juni sind eingeklammert.

Milzbrand(3) 44 Gehöſte in(3) 16 Orten; Lungenseuche (60) 66 Gehöfte in(57) 43 Orten; Rotz(27) 43 Gehöfte in(23) 36 Orten; Räude(98) 123 Gehöfte in(24) 27 Orten; Rauschbrand(5) 4 Gehöfte in(5) 4 Orten; Rothlauf (157) 515 Gehöfte in(41) 97 Orten; Bläschenausschlag (111) 57 Gehöfte in(51) 15 Orten; Tollwuth(12) 10 Ge- höfte in(12) 8 Orten.

Ungarn. Nach dem Ausweis vom 4. Juni und vom 2. Juli 1891: an Maul- und Klauenseuche in(113) 178 Orten; Milzbrand(34) 55 Gehöfte in(34) 51 Orten; Lungenseuche 30 Gehöfte in 22 Orten; Rotz(7) 14 Ge- höfte in(7) 10 Orten; Schafpocken(8) 5 Gehöfte in(8) 5 Orten; Schafräude(8) 6 Gehöfte in(8) 6 Orten; Rausch- brand(5) 4 Gehöfte in(5) 4 Orten; Rothlauf(157) 515 Gehöfte in(41) 97 Orten; Bläschenausschlag(111) 57 Gehöfte in(51) 15 Orten; Tollwuth(12) 10 Gehöfte in (12) 8 Orten.

Italien. Vom 1. Juni zum 5. Juli 1891. Milz- brand 261, Rauschbrand 6, Rotz 32, Maul- und Klauenseuche 2966, Lungenseuche 8, Schafpocken 3830, Schafräude 1700 und Rothlauf 674 Fälle; Toll- wuth 1 Fall.

Frankreich. Juni 1891. Lungenseuche in 11 Departements; Maul- und Klauenseuche in 3 Departements; Schafräude in 12 Departements; Schafpocken in 3 Departements; Milzbrand in 22 De- partements; Rauschbrand in 11 Departements; Rotz in 57 Pepartements. Tollwuth: in 96 Gemeinden von 34 Departements sind 143 Hunde, 5 Katzen, 3 Kühe, 2 Ziegen, 1 Schwein, 1 Maulesel und 1 Pferd wegen Toll- wuth getödtet, oder an dieser Seuche verendet; 52 Personen sind gebissen worden. Rothlauf in 15 Departements; Schweineseuche in 7 Departements; Tuberculose: 153 Fälle in 31 Departements.

Der Landesthierarzt, F. Imlin.

Versuche mit Tuberculinum Kochii bei Rindern, ausgeführt an der thierärztlichen Hochschule zu Dresden.

An der thierärztlichen Hochschule zu Dresden sind bei 40 Rindern, von denen sich später 23 tuberculös und 17 tubereulosefrei erwiesen, Versuche angestellt worden. Ueber das Ergebniss entnehmen wir dem Bericht über das Veterinärwesen im Königreich Sachsen für das Jahr 1890 folgende Angaben:

Bei sämmtlichen Thieren ist zunächst nach der In- jection von Tuberculin an der Jujectionsstelle eine örtliche Reaction in Form einer geringgradigen entzündlichen In- filtration des Unterhautzellgewebes hervorgetreten; dieselbe entwickelte sich innerhalb 12 24 Stunden nach der In- jection und verschwand dann allmählich im Laufe von 35 Tagen. Die Stärke und Schmerzhaftigkeit der In- filtration war im Allgemeinen der Menge der eingespritzten Flüssigkeit entsprechend, doch trat die Anschwellung viel stärker in dem lockeren Gewebe des Triels, als in dem strafferen Gewebe der unteren Seitentheile des Halses hervor.

Abgeschen von wenigen Ausnahmen war eine allge- meine Reaction im Wesentlichen nur bei den nachträg- lich tuberculös befundenen Rindern zu constatiren. Sie bestand vorwaltend in einer verschiedengradigen Tempe- raturerhöhung, meist auch in einer mässigen Steigerung der Pulszahl und bei einzelnen Thieren in einer Steigerung der Zahl der Athemzüge. Eine offensichtliche Allgemein- erkrankung machte sich nur in wenigen Fällen in Form von Schüttelfrösten, allgemeinem Unbehagen und einer ge- wissen Steifigkeit in den Bewegungen bemerklich, doch war der Appetit und das Wiederkauen nie dauernd unter- drückt.

Die Allgemeinreaction bei tuberculösen Thieren in Bezug auf die Körpertemperatur erhellt am besten aus der nachstehenden Tabelle.

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