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Thiermedicinis he Rundschau ete.
1891. No. 24.
Die Präparate der letzteren lassen bei An- wendung der Gram'schen Methode keine Micro- organismen erkennen, ebensowenig die Schnitte durch die Pupille und das Gewebe des Nervus optieus. Dagegen zeigen die Durchschnitte der Sclera, welche in der Nähe des Sclero-Corneal- winkels liegen und die Ciliarfortsätze mit treffen, Tausende(una myriade) von Microorganismen im episclerotischen Gewebe und im Gewebe der Sclerotica selbst bis etwa zur Hälfte ihrer Stärke.
Die Microorganismen sind längliche Miero- coccen, in Massen angeordnet, gewöhnlicher in Form von Diplococcen oder kurzen Ketten, welche im Allgemeinen die Zahl von 4— 5 Gliedern nicht uperschreiten. Sie sind untereinander mit ihrem grösseren Durchmesser penachbart oder in direc- ter Berührung. Von den Coccen der Culturen sind sie nur durch geringere Grösse unter- schieden, was durch den längeren Aufenthalt in Alkohol und die Finschliessung in Paraffin er- klärt wird. Diese Microcoecen pedingen in den Bindegewebsmassen des Episcleralgewebes, in den interfibrillären Räumen der Sclera entzündliche Infiltration.
In den tieferen Schichten der Selerotica, in der Chorcidea, in den Ciliarfortsätzen, in der Iris dieser Augen bestehen mehr oder weniger schwere pathologische Veränderungen, indess sind Miero- organismen wegen des reichlichen Pigmentes nicht nachweisbar. Auch die Untersuchung der Ge- fässe ergiebt ein negatives Resultat.
Kapitel 5 enthält Untersuchungen über Micro- organismen in gesunden Thieraugen.
Beim Menschen hat Gallenga festgestellt, dass an der Oberfläche der Lider, an den Wimpern, am Augenlidrande, ferner in der Schleimflocke, welche sich jeden Morgen im inneren Augenwinkel sammelt, Microeoecen und Bacillen zu finden sind, welche im Allgemeinen nicht pathogen wirken.
Im Conjunctivalsack sind nach Neisser und
Gallenga keine Microorganismen zu finden, während Andere das Gegentheil versichern.
Ferner fanden Graefe. Forster, Waldeyer, Narkewitsch, Schirmer und M. del Monte Scit 1872 Flemente analog der Leptothrix buccalis in den Thränenkanälchen.
Verf. untersuchte nun die äusseren Theile von 8 Pferde-, 2 Esel- und 2 Ochsenaugen.
Pr erhielt Culturen, indem er die Platinnadel unter die Augenlider und besonders in den inneren Augenwinkel führte und in Gelatine oder Agar einstach.
Die Pferdeaugen lieferten sehr kleine Miero- cocccen, in Strepto- oder Staphylococcenform, welche die Gelatine manchmal verflüssigten, manchmal nicht.
Die Untersuchung der Fselaugen ergab einen ganz kleinen Streptococcus und Bacillus.
Mit diesen Culturen bei Kaninchen und Hunden angestellte Experimente(hyperdomatische Injeetion, Bestreichung der inneren Augenlidfläche) zeitigten stets negative Resultate.
Von den peiden Rinderaugen bekam der Verf. Reinculturen kleinster Microcoecen. Diese in die vordere Augenkammer eines albinotischen Kanin- chens injieirt, riefen vorübergehende, schwache Krankheitserscheinungen hervor, welche auch dem traumatischen Eingriffe angerechnet werden konnten.
Was das Innere des Auges betrifft, so giebt es im gesunden menschlichen Auge keine Miero- organismen(Gallenga). In Be?ug auf Thiere ist Verf. zu ganz anderen Resultaten gekommen:
Die Augen eines frischgeschlachteten Thieres wurden 12 Stunden hindurch in eine 1 promill. Sublimatlösung gelegt, darauf herausgenommen, mit gekochtem destillirten Wasser abgewaschen und mit sterilisirtem Bistouri die vordere Augen⸗ kammer geöffnet. Es wurden nun Culturen auf Agar und Gelatine angelegt, theils nach Ent- leerung des Augeninhaltes in ein sterilisirtes Glasgefäss, theils durch direkte Einführung der Platinnadel in das Innere des Auges.
Betreffs der zahlreich untersuchten Augen werden folgende positive Resultate aufgeführt:
a) Von drei Pferdeaugen in Agar und Gelatine gemischte Culturen sehr kleiner Coccen und Stäbchen, eine Cultur mit Bacillen verflüssigt die Gelatine.
b) Von einem Lammauge in Sticheulturen von Agar und Gelatine Entwickelung kurzer feiner, unbeweglicher Stäbehen. welche die Gelatine ver- flüssigen.
c) Zweifelhaftes Resultat pei den Culturen von Binderaugen.
Nach den vielen, sterilen Culturen zu urtheilen und nach der Schwierigkeit, microscopisch Miero- organismen in frischen Augen zu treffen, hält sich Verf. für überzeugt, dass jene selten und in beschränkter Anzahl im Auge vorkommen.
Im 6. und 7. Theile fasst der Autor nach einem nochmaligen kurzen geschichtlichen Rück- plick mit dem Hinweis, dass noch nichts Con- cretes über die Infectiosität der periodischen Augenentzündung publieirt worden ist, die Resultate seiner eigenen Untersuchungen dahin zusammen: Für den pathogenen Charakter der peschriebenen Micrococcenform sprechen die be- ständige Anwesenheit derselben in den kranken Theilen des Auges; das absolute Fehlen jeder pathogenen Wirkung, wenn der Mieroorganis- mus in andere Theile als in das Innere des Auges oder das episclerale Gewebe eingeführt


