1. September.

Thiermedicinische Rundschau etec.

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lässig ist, und dass Versuche in anderen Qultur- flüssigkeiten nicht auf Blut übertragen werden können Behring hatte deshalb eine Versuchs- anordnung mit sterilisirtem Blute eingeführt, bei deren Anwendung sich ergab, dass hierbei stets mehr des Mittels nöthig ist als bei anderen Qulturflüssigkeiten, während wir in der Therapie das gerade Gegentheil zum Erfolge sehen. Behring selbst hat aber die grossen Differenzen zwischen sterilisirtem und sterilem Blutserum, zwischen Serum und ganzem Blut, zwischen extra- vasculärem und intravasculärem Blute auch nicht ausreichend für die Therapie gewürdigt, durch welche auf ein ganz anderes, von Moczutkowsky und Koch ganz vernachlässigtes Gebiet, die lebenden Zellen und Zellterritorien für die Therapie hingewiesen wird. (Schluss folgt.)

Practische und therapeutische Nachrichten.

Creolin zur Zerstörung von Neubildungen. Distriktsthierarzt Bodenmüller macht hierüber folgende Angaben: Ein mit einer kopfgrossen Balggeschwulst Grützbeutel zwischen Bug und Brustbein behaftetes Pferd musste öfters trokarirt werden, damit es zum Zugdienste ver- wendet werden konnte. Da der Eigenthümer die

wasser behandelt wird.

Radiealkur(Ausschälen und Brennen) nicht zuliess.

der Sack sich in kurzer Zeit stets wieder füllte

dem Aussaugen des nunmehr honigartig ge- wordenen Inhaltes und darauf folgendem öfteren Ausspülen mit destillirtem Wasser und etwas Weingeistzusatz eine 20 proz. Creolin-Lösung im Ganzen circa 400,0 injieirt, die Trokar-Stich- wunde gut mit Heftpflaster zum luftdichten Ab- schluss verklebt und die nun steinhart, prall und schmerzhaft gewordene Geschwulst einige Zeit durch Umwickeln mit Wolldecken recht warm gehalten und das Pferd viel bewegt. Vier Stunden nach der Operation zeigte sich keine Spur mehr von schmerzhafter Reaction, nur die äussere Haut liess etwas Empfindlichkeit erkennen. Patient be-

fand sich volkommen normal und legte sich auf

die kranke Seite. Am 5. Tage nach der Operation ergab sich an der tiefsten Stelle deutliche Fluktua-

mit grossen Mengen häutiger und bröcklicher Gewebsfetzen. Nach 8 Tagen war ohne weitere Behandlung vollkommene Heilung eingetreten, so dass nur mehr eine kleine Narbe und Hautver- dickung zurückblieb. In nahezu gleicher Weise behandelte ich mit Erfolg einen Stollschwamm

bei einem Pferde und eine Geschwulst unter dem Gesässbein einer Kuh und eine solche an der Seitenbrust bei einem kRinde.

Bemerkenswerth ist bei dieser Heilmethode der kurz andauernde Schmerz, die rasche Wirkung, das volkommene Absterben der Balg-Innenaus- kleidung und die schöne Heilung ohne weiteren Eingriff. Mit Jodtinktur. Sublimat oder Arsenik war nach meinen früheren Beobachtungen ein so

leichter Erfolg nicht zu erzielen. (Wochenschr. f. Th. 1891.)

Schulterlahmheiten behandelt Operross- arzt Weisshaupt mit subcutanen Injectionen von Ol. Terebinth. rectif 4,0 und Aether sulfurie 1,0. Er konnte in allen Fällen Heilung erzielen. Die Flüssigkeit wird zwei Hände breit über dem Buggelenk eingespritzt. Fs stellt sich alsbald eine beträchtliche Anschwellung ein, welche in 24 Stunden ihren Höhepunkt erreicht und vom 2. 8. Tage täglich einmal mit lauwarmem Seifen- Vom 8. Tage an werden die Pferde leicht bewegt und können in der Regel nach ein oder zwei Tagen zum Dienst ver- wandt werden.(Zeitsch für Vet. 1891.)

Bei Lähmung des Mervus facialis ge- brauchte Rossarzt Kissuth mit gutem Erfolge subeutane Injectionen von Veratrin in Dosen von 0,03 g im Bereich des Stammes der Nerven.

Eeitsch. für Vet. 1891.)

Reilung einer Samenstrangfistel mittels

lnjectionen von Lugol'scher Lösung. Im Juni

und das Pferd immer stärker lahmte, wurde nach vorigen Jahres öffnete Rossar?t Christ einen

Apscess am Secrotum einer jungen Remonte, der sich trotz aller Heilversuche nicht wieder schliessen wollte, sondern bis Februar stets etwas dünn- flässigen Eiter entleerte. Nach und nach hatte sich am Samenstrang eine feste Geschwulst ge- bildet, welche die Grösse eines Kindskopfes er- reichte und bei der leichtesten Berührung blutete.

Behufs Behandlung wurden an circa 8 Stellen der

Geschwulst möglichst tiefe Einspritzungen von Lugol'scher Lösung gemacht, wonach die Wuche- rung anscheinend unverändert blieb. Als daher einige Tage später zur operativen Entfernung derselben geschritten werden sollte, konnte man sich am niedergelegten Pferde überzeugen, dass die Geschwulst im Absterben begriffen war; die Wundränder am Scrotum hatten sich verkleinert.

tion; der Abscess, mit dem Messer geöffnet. ent- Fs wurde nunmehr von der Operation Abstand

leerte dicklichen, zähen, dunkelgraubraunen Eiter

genommen. Die Heilung erfolgte binnen kurzer Zeit ohne weitere Behandlung (Zeitsch. für Vet. 1891.) Bezüglich Anwendung des Terpentinöls in der Wundbehandlung kommt Rossarzt Krüger Geitsch. 1. Vet.) zu folgendem Ergebniss in seinen Erfahrungen: