15. August.

Thiermedicinische Rundschau etc.

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Auszug aus dem Viehseuchenbericht von Elsass-Lothringen.

Juni 1891. Viehseuchen in Elsass-Lothringen.

Milzbrand 7 Fälle; Rauschbrand 1 Fall; Toll- wuth 2 Fälle; Rotz 2 Fälle.

. Maul- und Klauenseuche

Neu angezeigt ist die Maul- und Klauenseuche in 20 Kreisen.

Bläschenausschlag 2 Fälle; Pferderäude 2 Fälle; Influenza der Pferde: Im Kreise Bolchen, in Rup- lingen und Bolchen in je 1 Stall und in Kreuzwald in 2 Stallungen ist die Brustseuche ausgebrochen; in Chevil- lon, Landkreis Metz, sind in 2 Stallungen 6 Pferde an Rothlaufseuche erkrankt. Die Rothlaufseuche herrscht unter den Pferden der 3. Eskadron des 13. Dragoner-Regiments in Metz und die Brustseuche unter den Pferden der 2. Batterie des Feld-Artillerie-Regiments No 15 in Saarburg.

Rothlauf der Schweine. Im Kreise Rappolts- weiler ist die Bothlaufseuche unter den Schweinen aus- gebrochen; in Germar in 10 Gehöften und in Rappolts- weiler in 3 Gehöften. Im Kreise Forbach, in Etzlingen, in 25 Gehöften, mit einem Schweinebestand von 53 Schweinen sind 23, in Spichern in 32 Gehöften mit einem Bestand von 35 Schweinen sind 36 und in Kerbach in 15 Gehöften mit einem Bestand von 49 Schweinen sind 22 an Rothlauf verendet. in 14 Gehöften ausgebrochen.

Der Gesundheitszustand der Hausthiere war im

Allgemeinen ein sehr befriedigender. Die Maul- und Flauenseuche scheint wiederum in einigen Kreisen an Aus- dehnung zu gewinnen; sie tritt jedenfalls selten bösartig auf und verläuft ziemlich schnell.

Die Vieh- und Fleischpreise stehen immer hoch.

Viechseuchen in anderen Pändern des Deutschen Reiches.

Baden. Mai 1891. Milzbrand 17, Rausch- prand 12, Bläschenausschlag 49 und Schafräude 33 Fälle; Maul- und Klauenseuche: in 140 Gemeinden eind 594 Bestände mit 3869 Rindern, 111 Schweinen und 28 Ziegen von der Seuche petroffen.

Pfalz. Mai 1891. Milzbrand in 10, Maul- und Klauenseuche in 30 und Bläschenausschlag in 5 Gemeinden.

Württemberg. Mai 1891. Milzbrand 27, Rausch- brand 6, Rotz 2, Bläschenausschlag 51 und Schaf- räude 893 Fälle; an Maul- und Klauensenche sind 4149 Rinder, 1840 Schafe, 10 Ziegen und 25 Schweine erkrankt.

Hessen. Mai 1891. Milzbrand 4 Fälle; Maul- und Klauenseuche in 24, Bläschenausschlag in 10 und Schafräude in 6 Orten.

Viehseuchen im Auslande.

Schweiz. Mai 1891. Rauschbrand 45, Milz- brand 22, Rotz 3, BRothlauf 139 und Schafräude 2 Fälle; an Maul- und Klauenseuche sind in 68 Stal- lungen und 26 Weiden 4666 Stück Rindvieh erkrankt.

Oesterreich. Nach dem Thierseuchennachweis vom 14. Mai 1891 waren verseucht an Maul- und Klauen- seuche 1167 Gehöfte in 429 Orten; an Milzbrand 7 Ge- höfte in 4 Orten; an Lungenseuche 95 Gehöfte in 65 Orten; an Rotz 25 Gehöfte in 2 Orten; an Räude 88 Gehöfte in 30 Orten; an Rauschbrand 1 Gehöft in 1 Ort; Rothlauf der Schweine 11 Gehöfte in 6 Orten; an Bläschenausschlag 129 Gehöfte in 59 Orten und an Tollwuth 15 Gehöfte in 15 Orten.

Ungarn. Nach dem Ausweis vom 7. Mai 1891 waren verseucht an Maul- und Klauenseuche 110, Milz-

In Sorbei, Landkreis Metz, ist die Seuche

brand 16, Lungenseuche 19, Rot? 18, Schafpocken 9, Räude 10, Rothlauf der Schweine 8 und Toll- wuth 9 Ortschaften.

Italien. Vom 4. April zum 31. Mai 1891. Milz- brand 83, Rauschbrand 9, Rotz 25, Maul- und Klauenseuche 1865, Lungenseuche 6, Schafpocken 104, Schafräude 1129 und Rothlauf 403 Fälle; Toll- wuth 1 Fall.

Frankreich. Mai 1891. Lungenseuche in 16 De- partements; Maul- und Klauenseuche in 5 Departe- ments; Schafräude in 12 Departements; Schafpocken in 2 Departements; Milzbrand in 21 Departements; Rauschbrand in 13 Departements; Rotz in 44 Departe- ments. Tollwuth in 102 Gemeinden sind 127 Hunde, 7 Katzen, 1 Pferd und 3 Rinder wegen Tollwuth getödtet, 40 Personen sind gebissen worden.

Rothlauf der Schweine in 13 Departements; Schweineseuche in 1 Departement; Tuberculose 154 Fälle in 35 Departements. Influenza der Pferde in 3 Departements.

Der Landesthierarzt, F. Imlin.

Kleine Mittheilungen über Anwendung neuerer

und älterer Arzneimittel.

Bass in Angermünde.

Behandlung der Brustseuche mit Hydrargyr. eyanat.

Das Quecksilber wird bekanntermassen bei der Ein- verleibung in den Körper durch die Bronchien ausge- schieden. Hierauf bauend hoffte ich, bei der Brustseuche eine directe Wirkung auf die erkrankten Stellen in der

Lunge ausüben zu Können und wandte bei 54 an Brust- seuche erkrankten Pferden unter Verabreichung von Anti- febrin und Einreibung der Brustwandungen mit Spirit. Sinapis das Hydrargyr. cyanat. an. Von demselben wurden früh und abends jedem Pferde 2 g verabreicht. Da es sich nach meiner Erfahrung in 18 ½ Theilen kaltem Wasser löst, so wurde es mit Méhl in Pillenform gegeben. Einen sichtbaren Einfluss auf den Krankheitsverlauf übte das Hydrargyr. cyanat nicht aus. Bemerkenswerth könnte noch erscheinen, dass, trotzdem dasselbe bei jedem Pferde im Durchschnitt 8 Tage, bei einzelnen sogar 15 und 14 Tage zur Anwendung kam, also 32 bis 96 g Hydr. eyanat. dem Körper einverleibt wurden, keine Erscheinungen von Quecksilbervergiftung zu beobachten waren. Nur bei drei Thieren, bei denen der Besitzer das Mittel trotz meines Verbotes in Pulverform auf die Zunge gestreut hatte, bil- deten sich in der Maulschleimhaut Geschwüre, die in kurzer Zeit, ohne dass eine Behandlung eingeleitet war, abheilten.

Von Thierarzt Eugen

Behandlung der Scalma mit Antifebrin.

in dreiunddreissig Fällen mit Prfolg Antifebrin benutzt. Es wurden jedem Pferde täglich zwei Nal je 15 g auf die Zunge gestreut. Der Husten nahm in kurzer Zeit ab und wurde sichtlich weniger schmerzhaft für die Thiere. Auch das Fieber verschwand. Nur in einzelnen Fällen wurden mit der Verabreichung von Antifebrin noch Einreibungen mit Ungt. hydrargyr. ciner. im Verlaufe der Luftröhre ausgeführt und Priesnitz- sche Umschläge um den Hals angelegt.

Gegen Scalma wurde

Behandlung der Actinomycose des Kehlkopfs mit Kal jodat.

Bbenso wie pei der Holzzunge des Rindes wandte ich seit Jahren bei der Actinomycose des Kehlkopfes Kal. jodat. an. Dieser Zustand giebt sich durch Athembeschwerde, die besonders beim Fressen und Wiederkauen in Form

von Schnarchen auftritt, zu erkennen. Zuweilen kann 44