15. August. Thiermedicinische

Rundschau ete.

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nichten, so kann man dies jedoch nicht als eine latente Reizung bezeichnen, sondern nur als den besonderen Zustand dieser Zellen. Sonst würde man wieder in den Irrthum von Brown verfallen, dass das ganze Leben ein Reizzustand, also etwas Erzwungenes sei.

Diesen Momenten begegnen wir auch ganz eclatant pei dem entgegengesetzten Verlaufe, bei dem die Bacillen nicht definitiv vernichtet werden, sondern peripher weiter wachsen, während sie central absterben. In diesen Fällen wächst der von den Proteinen ausgeübte Reiz über den In- differenzpunkt hinaus und statt der Anregung tritt central, wo die Menge der Proteine am con- centrirtesten ist, allmählich das Gegentheil, die Nekrose ein. Erst jetzt beginnt das Stadium, von welchem Koch ausgeht, dem das diesen Stadien vorausgehende Active des Vorganges ent- gangen ist. Die Nekrose zeigt sich in den ſeichtesten Stadien als eine partielle Nekropiose der Zellen, als eine Coagulationsnekrose, bei deren centralem Eintreten die Peripherie der Zelle noch sehr activ sein kann und als eine centrale Nekrose des Tuberkels selbst. Als eine weitere

Folge der Steigerung der Proteinbildung erhalten wir so vielleicht die Bildung der Riesenzellen als des Präparates wird am besten in der Art ge-

Hemmungsbildung. Dass mit dieser Auffassung

der Riesenzellenbildung nach Weigert die Frage

dieser Zellformen keineswegs erschöpft ist, muss ich allerdings ausdrücklich hervorheben. nachdem Metschnikoffund unabhängig davonstschastny in meinem Laboratorium gezeigt haben, dass Riesenzellen auch in diesen Stadien noch central phagoeytär, also activ wirken können. Als eine andere weitere Folge erhalten wir den endgültigen Tod der centralen Zellen des Tnberkels überhaupt. Das Tuberkelknötchen beginnt also infolge des vorausgegangenen Bacillentodes(durch

demarkirenden, reactiven Entzündug wall- artig gegen das noch weiter entfernte und deshalb von keinem Reize mehr getroffene, ganz normale gesunde Gewebe abschliessen

und abheben. (Fortsetzung folgt.)

Chirurgie.

Ueber die Chloroformnarkose heim Pferde. von Hirzel-Zürich.(Schweizer Archiv für Thierheilkunde. Wir entnehmen der Arbeit des Verf. folgende Angaben:

Die allgemeine Narkose mit Chloroform wird Scit eirca fünf Jahren auf der chirurgischen Klinik des Thierspitals Zürich bei allen nennenswerthen operativen Fingriffen am Pferd zur Anwendung gebracht. Das zur Verfügung stehende Beob- achtungsmaterial, das über 700 Fälle umfasst, lässt eine definitive Beurtheilung des Verfahrens zu. Es ist Folgendes: Es wird nur am liegenden Pferd manipulirt; es kommt ausschliesslich Chloro- form und zwar englisches zur Verwendung; Misch- narkosen mit Aether oder vorausgehender Mor- phiuminjeetion sind ausgeschlossen. Die Reinheit

prüft, dass einige Tropfen davon zwischen den Händen zerrieben werden. Beim Ausbleiben auf- fälliger Gerüche, namentlich solcher, die dem Chlorgas zu eigen sind, Kann angenommen werden, dass das Chloroform rein ist. Die Anwendung

der Narkose muss zwei Punkte bedenken. Erstens,

Involution und die Einflüsse der vorher activ durch

geringe Proteinmengen gereizten Zellen) und die damit zu starken localen Anhäufungen der Bacterienproteine central zu zerfallen, nekrotisch zu werden. Peripher dagegen, wo das Weiterwachsen das Absterben der Bacillen überwiegt, wohin die Proteine infolge der Piffussion nun in verdünntem Zustande gelangen, kann sich infolge dieser geringen Menge keine Nekrose geltend machen, sondern nur die entgegengesetzte Wirkung geringer Gaben, d. h. die Reizwirkung. Dieselbe Substanz, dasselbe Protein, wel- ches central infolge stärkerer Concen- tration nekrotisirend wirkt, wirkt jenseits einer indifferenten Durchgangszone, der sich beide Vorgänge zu 0 ausgleichen, im verdünnten Zustande an der Peripherie reizend auf die Zellen der Umgebung,

dass die Chloroformdünste irrespirabel sind und, rein inhalirt, rasch tödten und zweitens, dass die rasche Verdunstung der Flüssigkeit Wärme ent- zichend wirkt und Reizzustände auf der Nasen- schleimhaut bedingt, wenn sie mit ihr in directe Berührnng kommt. Ieh verwende, um die Ohloro- formdämpfe mit atmosphärischer Luft vermischt

zur Finathmung gelangen zu lassen, nachdem

in

eine Anzahl früher construirter Inhalationsapparate mit Ventilklappenvorrichtungen im Stiche gelassen haben, eine Modification der beim Menschen ge- präuchlichen Skinner'schen Maske, d. h., ein mit maschigem Flanellgewebe überspanntes Draht- gestell, das über Nase und Mund gelegt wird, nachdem das gespannte Tuch mit Chloroform bis zur annähernden Sättigung durchtränkt ist. Weil das Pferd gewöhnlich nicht durch das Maul athmet, genügt eine einfache, beide Nüstern deckende Drahtmaske in der Regel.

Fine Reihe von Beobachtungen der let?ten

Zeit haben übrigens nachgewiesen, dass die Mög-

die

infolge dessen das Knötchen in Form einer

lichkeit, durch das Maul zu athmen, bei vielen pferden vorhanden ist. Bei halbgeöffneter Lippen- spalte tritt viel Luft durch die Maulhöhle ein und