1. August.

Thiermedieinische

Rundschau etc.

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Tagesgeschichte.

General-Versammlung des Vereins Rhein- preussischer Thierärzte, am Samstag den 8. August 1891, Vormittags 10 Uhr im Zoologischen Garten zu Köln. (Der Eintritt in den Garten ist für die Theilnehmer frei.) Tages-Ordnung: 1. Mittheilungen über Vereins- und Standesangelegenheiten. 2. Bericht über die Ausschuss- Sitzung des deutschen Veterinärrathes in Nürnberg. 3. Der Erlass dos Herrn Ministers für Cultus- und Medicinal- angelegenheiten ete. an die Regierung zu Minden über die Tuberculose bei Rindvieh und die Fleischbeschau. Ref.. Thierarzt Bongartz in Bonn 4. Mittheilungen über die mit dem Koch'schen Heilverfahren gewonnenen Ergebnisse beim Rindvieh Ref.: Thierarzt Dr. A. Sticker. 5. Prüfung der Rechnungen für das verflossene Jahr. 6. Vorträge, Mittheilungen aus der Praxis etc.*)

An der k. thierärztlichen Hochschule Minchen

haben im Juni l. Js. die Approbation als Thierärzte erlangt: 1) Achleitner Max nus Erding(Oberbayern); BBackmund Kar! aus Würzburg: 3) Hauck Heinrich aus Berghausen(Pfalz); 4) Hellmuth Kar! aus München; 5) Käppel Gustay aus Kulmbach; 6) Schmitt Otto aus München; 7) Schneider Georg aus Landau i. P.; 8) Sper- ling Oskar aus Heilbronn a. N.; 9) Wagenhäuser Mar- tin aus Kauf beuren.

Pie Möglichkeit einer Infektion durch Puder-

quasten der Barbierstuben legt Brunner nach den Ind. Bl. nahe. Manchem ist es aus eigener Erfahrung

bekannt, dass oft nach dem Rasiren im Gesicht da und

dort aus kleinen Schnitt- und Kratzwunden Pusteln ent- stehen, es sind auch Fälle beobachtet, wo grössere Furunkeln daran sich anschliessen. Es mag sein, dass hierbei die Infektionsträger direkt durch das Wasser in die Haut ein- geimpft werden; mit grösserem Rechte jedoch ist das schuldige Gebrauchsobjekt in den Puderquasten zu suchen, mit welchen nach dem Rasiren die kleinen Wunden betupft werden. Mikroorganismen stattfindet, davon überzeugte eine von Brunner ausgeführte bakteriologische Untersuchung dieser Poilettengegenstände. Derselbe kauf'e in verschiedenen Rasirstuben derartige noch im Gebrauch stehende Quasten; dieselben waren dicht besäet mit eingetrockneten kleinen Blutkrusten. Von der Tupffläche einer solchen Quaste hin- weg wurden Spuren von Staub in ein Gläschen gebracht und Platten angelegt. Dieselben zeigten zahllose Kolonien eitererregender Bakterien. Bei einer Anzahl der abgeimpften Kolonien wurde durch Thierversuche die eitererregende Wirkung festgestellt, dies bei allen zu thun, dazu hätte der Thiervorrath nicht ausgereicht.

Maul- nnd Klauenseuche. Ministerium f. Landwirthschaft, Domänen und Forsten.

Berlin, den 30. Mai 1891.

Nach dem von der Königlich Technischen Deputation für das Veterinärwesen mir erstatteten Berichte über die Verbreitung der Maul- und Klauenseuche in Preussen im vierten Vierteljahr 1890 ist das Kontagium der Seuche vielfach verschleppt worden durch Magermilch, welche die an einer Genossenschafts-Molkerei betheiligten Landwirthe von der Molkerei zurückempfangen und an Schweine und Kälber oder Färsen verfüttert hatten. In diesen Fällen war die Milch von kranken Thieren in die Molkereien geliefert worden und hätte daher gemäss§ 61 der Bundesraths-Instruction vom 24. Februar 1881 das

*) Die Herren Kollegen, welche einen Gegenstand der

Wissenschaft oder Praxis zur Besprechung bringen wollen,

werden ersucht, dies vor Beginn der Versammlung dem Vorsitzenden mitzutheilen.

Dass hier eine Anhäufung krankheitserregender

Weggeben der Magermilch aus den Molkereien verboten werden müssen, weil das übliche Pasteurisiren der Milch dem Kochen derselben nicht gleich zu erachten ist.

Da die Durchführung derartiger Verbote mit erheblichen wirthschaftlichen Nachtheilen für die betroffenen Genossen- schaften verbunden sein würde, so mache ich Ew. Hoch- wohlgeboren darauf aufmerksam, dass das Kontagium der Seuche durch Erhitzung der Magermilch auf mindestens 100 Grad C. zerstört wird, und dass daher das Weggeben der Magermilch aus den Molkereien gestattet werden kann,

wenn die bei der Pasteurisirung bereits erwärmte Mager-

milch in grossen Behältern gesammelt und dann durch Einleitung heisser Dämpfe bis zu dem angegebenen Masse erhitzt wird, ein Verfahren, welches bei allen mit Dampf betriebenen Central-Molkereien ohne Schwierigkeiten aus- geführt werden kann.

Ew. Hochwohlgeboren ersuche ich ergebenst, die Orts- polizeibehörden anzuweisen, dieses Verfahren beim Auftreten der Seuche in dem Vichbestande einer Genossenschafts- Molkerei betheiligten Landwirthe der Genossenschaft vor- zuschreiben, bezw. das Weggeben von Magermilch aus solchen Molkereien nur zu gestatten, nachdem dieselbe die vorangegebene Behandlung mit heissen Däm- pfen erfahren hat.

Der Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten (gez.) von Heyden.

Rothlauf Schweineseuche, Schweinepest. Ministerium f. Landwirthschaft Domänen und Forsten.

Berlin, den 5. Juni 1891.

Es ist erforderlich, monatliche Uebersichten über die Verbreitung der Rothlaufseuche der Schweine, bezw. der Schweineseuche und der Schweinepest zu erhalten.

Eure Hochwohlgeboren ersuche ich daher, die Land- räthe anzuweisen, sich zum 2. jedes Monats von den Ortspolizeibehörden Anzeigen machen zu lassen, aus welchen erschen werden kann, wieviel Gemeinden(Gutsbezirke) und wieviele Schweinebestände in dem vorhergehenden Monate von obigen Krankheiten betroffen wurden und wieviel Schweine gefallen oder nothgeschlachtet sind, die ge- sammelten Anzeigen dem Kreisthierarzte zur Beifügung seiner Bemerkungen über die Krankheitsform, den Ursprung und Verlauf der Krankheit zuzustellen und demnächst das gesammte Material Ihnen bis zum 10. jedes Monats einzusenden. Sie wollen auf Grund desselben von dem Departementsthierarzt eine Uebersicht nach Massgabe des anliegenden Formulares aufstellen lassen und diese spätstens zum 20 jeden Monats, das erste Mal zum 20. August d. J. einreichen.

Der Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten. (gez) v. Heyden.

Bücherschau. Systematische und topographische Anatomie des Hundes. Bearbeitet von Dr. W. Ellenberger, Pro-

fessor und Dr. H. Baum, Prosector an der thierärztlichen Hochschule zu Dresden. Mit 208 in den Text gedruckten Holzschnitten und 37 lithographischen Tafeln. Berlin. Verlag von Paul Parey. 1891. Gebunden 32 Mk.

Für die enperimentelle Medicin sind der Hund, das Kaninchen und der Frosch hervorragend wichtige Thiere. Die Anatomie des Hundes hatte bis heute eine besondere Darstellung noch nicht erfahren. Auf Anregung des leip- ziger berühmten Physiologen, C. Pudwig, dem das Buch gewidmet ist, beschlossen die Verfasser Lehrer und Schüler die Anatomie des Hundes zu bearbeiten. Die