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Thiermedicinische Rundschau etc.
1891. No. 21.
Ausführung des Entschlusses war jedoch nur durch weitestes Entgegenkommen der sächsischen Regierung möglich, welche für die Untersuchungen und für Herausgabe des Werkes die erforderlichen Mittel gewährte So ist denn ein Werk entstanden, auf das die Verfasser und die thierärztliche Wissenschaft mit freudiger Genugthuung blicken können.
Das Buch ist für jeden bestimmt, der sich für die anatomischen und zoologischen Wissenschaften und die Thierzuchtlehre interessirt, insbesondere für die Forscher auf dem Gebiete der Medicin und Veterinärmediein, der vergleichenden Anatomie und Zoologie und für jeden Thier- arzt. Die Parstellung ist ganz den Anforderungen der Wissenschaft entsprechend gehalten, zahlreiche, für ana- tomische Arbeiten unentbehrliche Abbildungen erläutern den Inhalt des Mitgetheilten. Am Schlusse des 621 Seiten starken Buches befindet sich eine tabellarische Uebersicht der Versorgung der einzelnen Theile des Hundekörpers mit Arterien und Nerven sowie 36 lithographirte Tafeln, enthaltend Durchschnitte durch gefrorene Kadaver und einzelne Theile desselben. Erwähnen wollen wir noch, dass im Anschluss an die Anatomie des Kopfes auch die Rasseunterschiede des Kopfes angeführt sind Vielleicht wäre es zweckmässig gewesen, auch Rasseunterschiede der Gliedmassen bezw. Zehen an der betreffenden Stelle des Buches anzugeben. Auch hätten wir gerne gesehen, wenn an Stelle der Durchschnitte durch den gefrorenen Körper eine grössere Anzahl topographischer Abbildungen— event. colorirt— dem Werke beigegeben wären. Das Lymph- gefässsystem soll in einer besonderen Arbeit dargestellt werden
Die Verlagsbuchhandlung hat dem Werke eine dem Inhalt entsprechende vortreffliche Ausstattung gegeben. Das Buch wird für alle Zeiten eine Zierde der zootomischen Wissenschaft bleiben und die Verfasser haben für Fleiss und Hingabe Anspruch auf bleibende Dankbarkeit aller Lehrer und Forscher.
Die Sinne und Sinnesorgane der niederen Thiere. Von C. Jourdan. Aus dem Französischen übersetzt von W. Marschall. Mit 48 in den Text gedruckten Ab- bildungen. 338 S. Preis gebunden 4 Mark. Verlag von J. J. Weber in Leipzig.
Die Vorfahren der Säugethiere in Europa. Von Albert Gaudry. Aus dem Französischen übersetzt von W. Marschall. Mit 40 Abbildungen. Preis 3 Mk.
Verlag von J. J. Weber in Leipzig. Die Bakterien. Von Dr. W. Migula. Mit 32 Abbildungen. Preis 3 Mark. Verlag von J. J. Weber in Leipzig. Die vorstehenden drei Werke sind in Weber's natur- wissenschaftlicher Bibliothek erschienen
Pas erste Buch von Jourdan ist dem gegenwärtigen Stande der Forschung entsprechend bearbeitet und berück- sichtigt sowohl die französische wie deutsche Litteratur. Ein Kapitel ist dem Gefühl, dem Geschmack, dem Geruch, dem Gehör und dem Gesicht bei sämmtlichen wirbellosen Thieren gewidmet. Auch wird die Frage erörtert: Was sind Sinnesorgane überhaupt? Wie kommen sie zu Stande? In wie weit gleichen sie sich dem Bau und der Leistung nach bei den verschiedenen Thieren? Die 48 Abbildungen tragen zur Erläuterung recht wesentlich bei. Die Dar- stellung ist überall frisch und klar. Der Leser wird ohne Schwierigkeit in die einzelnen Kapitel des Buches ein- geführt.
Das zweite Buch von Gaudry enthält in Gestalt einer interessanten wissenschaftlichen Erzählung ausserordentlich wichtige Darstellungen über die Geschichte und die Fort- schritte der Paläontologie, über Entwickelung und Darwi- nismus, über den phylogenetischen Zusammenhang der Säugethiere in den geologischen Zeitaltern, über das Licht, welches die Geologie auf einige Punkte in der Geschichte des alten Athens zu werfen im Stande ist! Der Verfasser hat besonders Untersuchungen in Pikermi, einer kleinen Oertlichkeit in Attika und vom Berge Lébereon bei Qucuron in Frankreich angestellt. Diese Forschungen sind deshalb auch besonders eingehend erörtert worden. Der Verf. ist durch seine Studien ein besonders warmer Anhänger der Evolutionstheorie und deshalb Parwins geworden. Durch die zahlreichen Abbildungen erhält die Darstellung noch besonderen Werth für den Leser
Das dritte Buch von Migula behandelt den gegen- wärtigen Standpunkt der Bakterienkunde für gebildete
Laien. Soweit erforderlich, ist auch dieses Werk durch einfache und saubere Abbildungen illustrirt. In sehr un- parteilicher Weise sind die Arbeiten der verschiedenen
Forscher beurtheilt und verwerthet. In gründlicher und verständlicher Art hat der Verf. das Wichtigste auf dem grossen Gebiete zur Parstellung gebracht und wesentlich zum Verständniss der Bakteriologie auch in Laienkreisen beizutragen.
Wir wünschen den drei Werken, welche die Verlags- buchhandlung vortrefflich ausgestattet hat, die weiteste Verbreitung unter allen Freunden der Naturwissenschaften.
Personalien.
Ernennungen. Thierarzt Ferdinand Detto zum commiss. Kreis-Thierarzt des Kreises Bremervörde, Thierarzt Julius Körnig zum commiss. Kreis-Thierarzt des Kreises Syke.
Für Thierärzte.
Der seit dem Jahre 1862 hier stationirt gewesene Kgl. Kreisthierarzt Lehnhard ist am 27. Mai 1891 verstorben. Der Wohnsitz des Nachfolgers wird nach der Kreisstadt Cölleda verlegt, so dass die Stelle eines Thierarztes in hiesiger Stadt vakant ist. Wiehe liegt in der goldenen Aue, in der Umgebung grosse Ortschaften und Rittergüter mit bedeu- tender Landwirthschaft und Viehzucht, so dass die baldige Niederlassung eines Thierarztes in hiesigem Orte sehr er- wünscht und dringend geboten ist.
Wieche, den 1. Juli 1891.
(282) Der Magistrat.
Anzeigen. Belkanntmachung.
Die Stelle des(285)
Inspectors
am hiesigen öffentlichen Schlachthause wird zum 1. October d. J. frei.
Das Gehalt beträgt neben freier Wohnung und Heizung 2000 Mk. und 4— 500 Mk. Gebühren für die Betheili- gung an der Trichinenschau. Geprüfte Thierärzte werden ersucht, ihre Bewerbungen schleunigst an uns einzureichen.
Rathenow, den 25. Juli 1891.
Der Magistrat.
Ein cand. med. vet. sucht Assistenz oder Vertretung von Anfang August bis Ende Dezember, am liebsten in Thüringen od. Altenburg.
Werthe Offert. sub M. K. 37 an die Exp. d. Bl. in Halle a. S. 84)
Durch jede Buchhandlung zu beziehen:
Das ſtierirzl. Unteriehtznesen
Deutschlands in seiner geschichtlichen Entwickelung u. Bedeutung für den thierärztl. Stand. Von Dr. Georg Schneidemühl, Privatdocent an der Universität in Kiel. Mit einem Portrait des Geh. Med.-Rath Gerlach.
Druck und Verlag von Wilhelm Knapp in Halle a. S.


