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Thiermedicinische

Rundschau ete.

1800

trug. Die Dauer der Pragezeit steigt also mit dem Alter der Mutter. Die Ursache dieser Erscheinung konnte Verfasser nicht mit Sicherheit feststellen, nimmt aber an, dass der Temperaturunterschied, der zwischen der Körper- temperatur zweier Kühe von verschiedenem Alter besteht, von Einfluss sei, und führt als Beweis hierfür an. dass auch in der Fischzucht und Seiden- raupenzucht durch höhere Temperatur eine schnelle Reifung der Eier herbeigeführt würde.

Ferner ersah Verfasser aus seinen Beobach-

tungen, dass auch das Geschlecht des Productes

die Trächtigkeitsdauer beeinflusst.

Denn diese

währt bei einem männlichen Produet länger als

bei einem weiblichen, und zwar betrug sie bei den männlichen im Mittel 289 Tage, bei den weiblichen 286 Tage wenn die Mutter 3 bis 4 Jahre alt war, dagegen bei einer 5 Jahre alten und älteren Mutter für das männliche Junge 291 Tage, für das weibliche 287 Tage. Die Ur- sache einer längeren Trächtigkeitsdauer bei An- wesenheit eines männlichen Productes, sicht C. in dem Gewichtsunterschied zwischen dem männ- lichen und weiblichen Product und er führt an. dass bei einer 34 Jahre alten Kuh das mittlere Gewicht der männlichen Produete 46 kg 500 (Tragezeit 289 Tage), der weiblichen Producte 39 kg 833 g(Tragezeit 286 Tage) beträgt, wäh- rend bei Producten einer 5 Jahre alten und älteren Mutter die männlichen Producte bei einer mitt- leren Tragezeit von 291 Tagen 49 kg 166 g und die weiblichen bei einer mittleren Tragezeit von 287 Tagen 42 kg 159 g wiegen. Es ist also das Gewicht des Productes die Wirkung der Trächtigkeitsdauer. B.

Pathologische Anatomie und Pathogenese.

Staphylococcus albus als Ursache der Lymph-

drüsenschwellung im Kehlgange der Pferde.

Von Schwarznecker.(Zeitschrift für Vet. II. No. 4.)

Verf. theilt zwei Fälle von verdächtigen Lymph- drüsenschwellungen mit. wo durch vorgenommene bakteriologische Untersuchungen der herausge- schnittenen Drüsen ein allgemein verbreiteter Erreger der Fiterung, Staphylococeus albus, als Ursache der Erkrankung festgestellt wurde. Das Vorkommen des Staphylococeus albus ist von Fraenkel bekanntlich schon in der Nase, im Schlund- und Kehlkopf des Menschen nachgewiesen und auch bei Pferden können entzündliche Zustände der Kopfschleimhäute und der regionären Lymph- drüsen bedingt werden. Je nach der Menge der Coccen, die den Drüsen zugeführt werden, ent⸗ stehen entweder einfache Schwellungszustände oder herdförmige Eiterungen und chronische Ent- zündungen, die den Prüsen eine knotige, höekerige

Gestalt und somit eine gewisse Verdächtigkeit verleihen können. Da Staphylocoecen auch pei Zimmertemperatur gedeihen und ihre Züchtung keine Schwierigkeit bietet, auch Flächenculturen auf Agar-Agar, sowie Sticheulturen in Gelatine genügend charakteristisch sind, so könnte der Nachweis derselben in den erkrankten Drüsen neben der gleichzeitig ausgeführten und eventuell erfolglos gebliebenen Impfung am Meerschwein- chen als Hülfsmittel zur Sicherstellung zweifel- hafter Fälle benutzt werden. Eine vollkommene Gewissheit der Unverdächtigkeit ist jedoch nur ermöglicht, wenn auch bei erhöhter Temperatur Rotzbacillen aus den Prüsen nicht gewonnen werden können.

Bei der Entfernung der verdächtigen Drüsen, die am stehenden, gebremsten Pferde ausgeführt werden kann, empfiehlt es sich, wenn das Mate- rial zur weiteren Untersuchung verschickt werden soll, sogleich die ganzen in bindegewebiger Kapsel eingeschlossenen Drüsenknoten herauszuschneiden. Nach Anlage eines genügend langen Schnittes auf der Höhe der Prüsen wird die Haut mit der gebogenen Scheere von denselben abpräparirt und letztere mit gut gereinigtem Finger bezw. mit der Scheere von der Nachbarschaft abgelöst und in 1 promilligem Sublimatwasser abgespült. Die Prüse wird alsdann in einen kleinen Lein- wandlappen bezw. in Fliesspapier, welche mit Sublimatwasser getränkt sind, eingehüllt, in einer gut gereinigten, passenden Salbenkruke verpackt und möglichst schnell dem Untersuchungsorte übermittelt.

Ueber genuine Lungenentzündung bei Pferden.

Von Tetzner.(Zeitschrift für Veterinärkunde, II, 4, 5.)

Schütz hatte in seiner Arbeitüber die Ur- Sachen der Brustseuche der Pferde nachgewiesen, dass die bis dahin als zwei verschiedene Krank- heiten aufgefassten Seuchendie seuchenartige lobäre Lungenentzündung und dieinfectiöse Pleumoplauresie durch ein und denselben Mikro- organismus hervorgerufen werden, dass also diese beiden Krankheiten, da sie eine ätiologische Ein- heit besitzen, auch nur als eine Krankheit, näm- lichBrustseuche aufgefasst werden dürfen. Gegenüber diesen Untersuchungen von Schütz war von Lustig versucht worden, einen anderen Mikroorganismus als den Erreger der Brustseuche hinzustellen; im Ganzen und Grossen haben je- doch eine Reihe anderer Controlversuche ergeben, dass der von Schütz nachgewiesene Mikroorganis- mus in der That bei Brustseuche stets nach- zuweisen ist. Rust hat dann die Brustseuche- coccen auch in der Exspirationsluft brustseuche- kranker Pferde nachgewiesen und Hell besonders die Frage der Schutzimpfung geprüft. Hell hatte dann auf Grund seiner Untersuchungen