1. November.
Thiermedicinische Rundschau etc.
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sie eigentlich zu den täglichen Bedürfnissen eines wohlerzogenen Menschen gehören sollten und ihr Hervorheben zu Cholerazeiten damit eigentlich überflüssig erscheint.
Die Cholera ist eine miasmatisch- contagiöse Krankheit.
Controverse zwischen der Berliner und Münchener
Schule wohl thatsächlich beseitigt, wenigstens
geben dies ausserhalb der Controverse stehende
Forscher mehr und mehr zu, wie neuerlich noch
Duclaux in einer unparteiischen Kritik über die Münchener und Berliner Schule.
In der miasmatischen Bekämpfung der Cholcra, die stets die erste Stelle behalten wird, können wir aber bei Drohen und Herrschen einer Epidemie fast nichts thun und die strikte Durchführung dieser wichtigsten Massnahmen wird von dem immer weiter Pringen des Verständnisses für die Hygiene abhängen. Zur vollen Erreichung
dieser höchsten Ziele in der Ueberwin⸗ dung vermeidbarer Infectionskrankheiten
muss aber unbedingt die Reform unseres ganzen continentalen Sanitätswesens im Geiste der öffentlichen Gesundheitslehre und Gesundheitspflege angestrebt werden.
Anatomie und Physiologie.
Ueber Formveränderung des Pferdehufes unter
Einwirkung der Körperlast. Nach Untersuchungen mit Föringer's elektrischem Apparate zur Demonstra- tion des Hufmechanismus. Von A. Lungwitz.(Arch. für wiss. und pract. Thierh., Heft 4 u 5. 1890.)
In einer äusserst fleissigen Arbeit hat der
Verf. durch eingehende Versuche die Frage über die Formveränderung des Pferdehufes unter der
Finwirkung der Körperlast zu prüfen unternommen. Bezüglich der Einzelheiten muss auf das Original verwiesen werden und beschränken wir uns nur hier die Schlussfolgerungen wiederzugeben, welche der Verf. bezüglich des practischen Hufpeschlages aus seiner Arbeit zieht.
Die Versuche beweisen aufs neue, sagt er, dass der Beschlag die Hufmechanik hemmt bezw. apändert. Das offene, gewöhnliche Eisen ist
noch nicht das richtige Hufschutzmittel, weil es
den Gegendruck auf Hornsohle und Strahl mindert oder ganz aufhebt und somit die Trachtentrage- randerweiterung nicht zur vollen Entfaltung kom- men lässt.
nicht besitzt, ist der, allerdings nicht für alle
Verhältnisse geeignete, modificirte Charlier- beschlag¹), von dem aber doch zu wünschen wäre, dass er dort, wo es die Hufe, die Boden-
beschaffenheit und die Art der Dienstleistung ge-
¹) Der„Hufschmied“, 1885 S. 53.
Dies habe ich mit meinen Schülern wohl ausreichend nachgewiesen und damit die
Ein Beschlag, der diese Nachtheile
statten, mehr in Anwendung gebracht würde, als wie es bisher geschehen.
In Betreff der Beschneidung der Hufe muss leitender Gedanke bleiben: Schonen des Strahles bezw. der Hornsohle; es soll diesen Organen ge- stattet sein, den Gegendruck des Erdbodens zu empfinden, sie sollen am Tragen der Körperlast theilnehmen, so weit sie ihrer Natur nach es vermögen. Demgemäss ist auch das stollenlose Hufeisen dem Stollen- und Griffeisen vorzuziehen.
Sehr vortheilhaft wirkt das geschlossene Eisen. es vereinigt in sich alle Vortheile des offenen Eisens, ohne dessen Nachtheile zu be- sitzen. Es regulirt den Hufmechanismus, ver- dirbt bei richtiger Anwendung nie die Hufe, Sondern
bessert sie wenn sie krank oder fehlerhaft sind. Der gute Ruf, welchen das geschlossene Eisen pei Hufkrankheiten besitzt, ist vollständig gerecht- fertigt und es empfiehlt sich, einen weit grösseren Gebrauch davon zu machen, als es zur Zeit ge- schieht.
Nächstdem verdienen Beachtung die Hufein- lagen und Hufunterlagen zumal deren vortheil- bafte Wirkung auf die Hufform längst erwiesen
ist. Die Auswahl ist verhältnissmässig gross,
allein nicht alle haben sich gleich gut bewährt
und für die Praxis würden nur diejenigen in Be- nutzung zu ziehen sein, welche sich ausser in
Bezug auf die Hufmechanik, auch nach anderer
Richtung hin bewährt haben. Es versteht sich von selbst, dass Hufeinlagen nur besonderen Werth besitzen für Pferde, welche auf hartem, nicht eindrückbarem Boden arbeiten. Für Militär- und landwirthschaftliche Pferde sind sie in der kegel entbehrlich.
Schliesslich sei noch hervorgehoben, dass flache Hufe besonders vor einer Schwächung der Hornschle bewahrt werden müssen. Die Senkung der Hornschle unter der Einwirkung der Körper- last ist hier, gegenüber gesunden, anderen Hufen eine excessive und führt leicht zu dauernden Be- lastungsdeformitäten. Eine starke Beschneidung, wie sie an einer hervorragenden Lehrschmiede Preussens anempfohlen wird, ist entschieden nach- theilig und alle Erfahrungen, frühere wie gegen- wärtige, sprechen dagegen.
Die Ursachen der Abweichungen in der Dauer der Frächtigkeit bei den Kühen. Von Cornerin (Journal de méd. vétér et de zootechnie, September 1890). Bei den von Cornevin auf dem Pachtgute der Lyoner Thierarzneischule angestellten Unter-
suchungen, deren Pauer sich auf eine Zeit von sechs Jahren erstreckte und pei denen als Unter- suchungsopbject Kühe der Schwzer Race dienten, ergab sich, dass die mittlere Tragezeit bei den 3—4 Jahre alten Kühen 287 Tage, bei den 5 Jahre alten und älteren Kühen 289 Tage be-


