15. Oetober.
Thiermedicinische Rundschau etc. 17
deren Ausführung aber stets in den Händen von unteren Organen liegt, die man auch sehr be- zeichnender Weise von ihrer Hauptthätigkeit her Desinfectoren genannt hat. Gerade in dem Sche- matismus liegt auch hier wie überall die Gefahr, dass den concreten Bedürfnissen nicht stets und ausreichend genügt wird. Demgegenüber kann der in Hygiene richtig geschulte Arzt täglich pei seinem Besuche das für die nächsten 24 Stunden Nöthige dem wechselnden Stande der Verhältnisse entsprechend anzuordnen. Es liegt im eigensten Interesse der Sanitäts- polizei, dass der Arzt ihre Bemühungen gern und freiwillig unterstützt. Das ist aber nur denkbar, wenn die beamteten Aerzte als Fach-
In der 4 Woche A und B: 4 Pfd. Schrot, 4 Pfd. Kleie.
Verfasser schliesst aus den in nachstehender Tabelle dargestellten Versuchsergebnissen, dass ein Ersatz von 1—2 PfdU. Schrot und Kleie durch das gleiche Gewicht Rapskuchen eine kleine Steigerung der Milchmenge bewirkt hat, wobei aber der procentische Fettgehalt von 3,34 auf 3,12 Proc. hinunterging. Ein Ersatz durch das gleiche Gewicht Häringskuchen hat ebenfalls die
Milchmenge etwas erhöhet, den procentischen
Fettgehalt aber nicht verändert. Verfasser führt an, dass die Milch während des ganzen Versuches von bester Beschaffenheit war.
Beschaffenheit der Milch
organe der Sanitätspolizei in strengster Weise Milehmenge— die Collegialität wahren und ihren Anordnungen
. 5 2 Wasser Fett Procken- SPe?. die Form des berechtigten Rathes geben und Subetanz Sent nicht in falsch verstandenem Amtseifer sich als Vorgesetzte der prakticirenden Aerzte aufspielen oder sich darin gefallen, die ärztlichen Anord- nungen durch ihre Pesinfectoren abzuändern. 3788 334 3878 1029 — 1,030 Die bessere Organisation des ärztlichen Standes 3 2318 8704 36 und eine gründliche Schulung in Hygiene werden 8,93 1031 die eine formell, die andere sachlich, hoffentlich ſ B. in Zukunft wesentlich zur Herabminderung dieser 8753 365 8,82 00 vielerorts vorhandenen Missstände beitragen, deren 2 2033 8756 354 8,90 1032 Vorhandensein ein Hauptgrund ist, dass bis jetzt 387,58 3,61 8,81 1,032 die directen anticontagiösen Massnahmen, selbst 4 2102 87,33 3,70 8,97 1,031
dort, wo sie unvermeidlich sind, so wenig leisten. (Schluss folgt.)
Thierproduetion. Fütterungsversuche mit Häringspresskuchen für
Milchkühe. von R. T. Hennings.(Centralbl. für Agrieulturchemie. Daselbst nach Kgl. landpruks akade-
miens handlingar 1890, S. 49— 55.)
Aus 110 Kühen wurden 12 Stück ausgewählt, und dieselben so gleichmässig wie möglich auf 2 Gruppen vertheilt; 2 mal wöchentlich in vier Wochen wurde eine Durchschnittsprobe der Milch von jeder Gruppe analysirt; der Mittelwerth für jede Woche findet sich in der untenstehenden Uebersicht.
Das Futter war pro Kuh täglich 12 Pfd.¹) Klecheu, 5 Pfd. Haferstroh, 15 PfdU. Spreu, Weizen- stroh nach Belieben. Als Kraftfutter erhielten beide Gruppen die erste Woche gleich viel, näm- lich 4 PfdU. Schrot und 4 Pfd. Kleie.
In der 2. Woche A: 3,5 Pfd. Schrot, 3,5 Pfd. Kleie, 1 Pfd. Rapskuchen; B: 3,5 Pfd. Schrot, 3,5 Pfd. Kleie, 1 Pfd. Fischkuchen.
In der 3. Woche A: 3 Pfd. Ichrot, 3 Pfd. Kleie, 2 Pfd. Rapskuchen; B: 3 Pfd. Schrot, 3 Pfd. Kleie und 2 Pfd. Fischkuchen.
¹) 1 Pfd. schwedisch= 425,1 g.
Der Referent im Centralblatt macht zu den Mittheilungen des Verfassers folgende sehr richtige Bemerkungen. Gegenüber dem Lobe, was hier der Verfasser in Uebereinstimmung mit einigen Praktikern dem oben besprochenen Futtermittel spendet, muss hervorgehoben werden, dass zahl- reiche erfahrene und einsichtsvolle Landwirthe ganz anderer Ansicht sind. Speciell in Norwegen haben die hervorragendsten Repräsentanten der Landwirthschaft und des Molkereiwesens sich gegen die Anwendung der Häringskuchen als Futtermittel ausgesprochen, jedenfalls als Milch- viehfutter dieselben verworfen.
Die zur Entscheidung der Frage angestellten „Versuche“ aber halten einer aufmerksamen Kritik nicht Stand. Es gilt dies sowohl von den oben mitgetheilten, als von den früher besprochenen
Versuchen des Prof. L. F. Nilson als auch
von den norwegischen Fütterungsversuchen von Hirsch mit Walfischfleischmehl. Nilson's Versuch ist mit der peinlichsten wissenschaft- lichen Sorgfalt ausgeführt, wofür der Name des ausgezeichneten Forschers bürgt, aber die Ver- suchsanordnung scheint Ref. sehr schlecht gewählt, obgleich dieselbe mit der Anordnung der meisten ausländischen neueren Fütterungsversuche über-
¹) 1 schwed. Kanne= 2,6 Liter.
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