1. October.
Thiermedicinische
Rundschau ete.
schon 10 g oder fortgesetzte Gaben von 5 g tödten
Creolin ist zunächst nicht ungiftig;
Kaninchen sicher. 5 g erzeugen beim Hunde Erbrechen, Durchfall und grosse Apathie. Die giftige Higenschaft beruht auf dem Zusammen- wirken der im Creolin enthaltenen Kohlenwasser- Stofie, höheren Cresole und Carbolsäure. Dagegen peeinflussten tägliche Dosen von 2— 3 g Creolin den Eiweisszerfall beim Hunde in keiner Weise. Als Zeichen der Herabsetzung der Darmfäulniss ist das Verschwinden des Indicangehaltes des Harns zu perücksichtigen. Die Aetherschwefel säuren im Harn nehmen bedeutend zu, die Ge- sammtschwefelsäure dagegen ab, was wohl einer Vermehrung des neutralen Schwefels zu- zuschreiben ist.
Pas zu den Versuchen benutzte Creolin war ein Originalpräparat von Pearson.
— Samenstrangfisteln kamen in der Klinik zu Dresden 21 mal im Jahre 1889 zur Operation. In 19 Fällen war die Ursache der Samenstrang- verdickung und Fistelbildung der Mikrococcus ascoformans. Heilung wurde bis auf zwei überall erzielt. Bemerkenswerth ist die langsame Ent- wickelung der Samenstrangfisteln, da 1 Pferd zwei Jahre, 1 drei Jahre, 2 vier Jahre, 5 sechs Jahre, 7 sieben Jahre, 2 acht Jahre, 1 neun Jahre und 2 zehn Jahre alt waren.(Sächs. Vet.-Bericht, 1890.)
— Unrichtige Behandlung der Brustheulen durch Anwendung kühlender Mittel nach lange pestandener Schwellung ist oft die Ursache sehr
gewendet: Ol. laur. ung. popal. ungt. alth. ana. 30,0 Camphor. 15,0. Dieselbe wurde täglich 3 mal mit sehr gutem Prfolge angewendet.(Ebenda.)
— Antifebrin hat Fambach als zweck- mässigstes fieberwidriges Mittel gefunden wegen seiner bequemen Anwendung— mit Honig oder Syrup verrieben und auf die Zunge gestrichen — wegen seiner angenehmen Wirkungsweise und wegen seiner Billigkeit.(Ebenda.)
— Cocain zur örtlichen Anästhesie bei der Castration verwendete Röder. 0,25 einer Lösung, bestehend aus 1: 400.01 Proc. Sublimatlösung.
wurde für jeden Testikel verwendet und mittels
der Pravaz'schen Spritze an der Schnittstelle des Scrotums injieirt. Die in dieser Weise vorberei- teten Hengstfohlen verhielten sich während der Operation, selbst beim Zusammendrücken der Kluppen, ruhig und verriethen keinerlei Schmerz. (Ebenda.)
— Bei nässendem Eczem der Hunde und pferde hat sich nach Bräuer Acid. tannic. e. Vaselin flav. 1: 40 gut bewährt.(Ebenda.) Der- selbe wendete auch gegen die Haarsackmilbe Ung. Tinc. c. Balsam Peruv. 40: 2 mit sehr guter Wirkung an.
— Bei Rheumatismus der Hunde wurde von Walther natrum salicylicum(5.0 in Wasser ge- löst und stündlich löffelweise gegeben) mit gutem Erfolge verwendet.
— Bei Sarcoptesräude der Hunde, Catarrhen und Entzündungen des Uterus verwendete Noack Creolin. Im ersten Falle wurden Mischungen
tief iegender und mit erheblicher Verdickung ein- hergehender späterer Geschwulstbildungen, die dann nur operativ beseitigt werden können. Lau- warme Umschläge ev. Priessnitzumschläge würden den Durchbruch des in der Tiefe sich bildenden Fiters fördern.(Ebpenda.)
— Dem seuchenartig auftretenden Verwerfen der Kühe wurde durch Injection von 2 procentiger Carbolsäure, wie früher, in zahlreichen Fällen entgegengewirkt.(Ependa.)
— Erkältungskoliken der Pferde behandelte Röder sehr oft mit gutem Erfolge durch heisse Wasserumschläge um den Hinterleib der betref- fenden Pferde mittels in heisses Wasser tauchter Getreidesäcke.(Ependa.)
— Um den Abgang von Rundwürmern bei Pferden sicher zu erzielen, lässt Moebius neben Fütterung von Weizenkleie täglich bis 10 Liter rohe Kartoffeln geben.(Ebenda.)
— Ruhr bei Kälbern behandeſte Weigel nach
Fröhner mit Salicylsäure und Tannin ana. 2,5, ½ Liter Kamillenthee, nach 3— 4 Stunden wieder- holt mit sehr gutem Erfolge.(Ebenda.)
— Bei Brustbeulen wurde von Hübner eine in folgender Weise zusammengesetzte Salbe an-
ge-
mit grüner Seife und Spiritus(1: 1: 2—5), im letzteren 2— 4 proc. Lösungen verwendet.(Ebenda.) — Bei Hufgeschwüren leisteten Fambach Jodoformlösungen(1: 10 in Aether sulf.) gute Dienste, weil die Lösung überall schnell ein- zudringen vermag und nachher einen Niederschlag von Jodoform zurücklässt.(Ebenda.) — Gelenk- und Sehnenscheidenwunden be- handelten Schleg mit gutem Erfolge dureh An- wendung von einer Sublimatlösung 1: 100, mit welcher die Wunden 4— 6 mal täglich betupft wurden. In anderen Fällen bei tiefer gehenden Wunden wurden Ausspritzungen mit einer Lösung 11 600 vorgenommen und Nachts der Verschluss mit Jodoform-Amylum-Pulver bewirkt.(Ebenda.) — Bei Klauenseuche wurde von Hartenstein der allmählich bei Behandlung dieses Leidens in Vergessenheit gerathene Holztheer als Adstringens und Desinficiens vielfach mit Prfolg verwendet. — Ueber Pilocarpininjectionen als diagnosti- sches KHilſsmittel bei der Tuberkulose fetter Thiere berichtet Walther. Derselbe beobachtete nach einer wegen leichter Verstopfung ausge- führten subeutanen Injection von 0,3 g Pilocarp. hydrochl. schon nach 25 Minuten heftige Athem-


