Thiermedicinische Rundschau ete.

1890 N

7) Gelenke 12) Aeussere Haut

8) Knochen 13) Gehirn und Rücken- 9) Leber mark

10) Nieren 14) Muskulatur(fast im- 11) Genitalien mun).

p) Für die künstliche Infeetion(z. B. von der Subeutis oder vom Peritoneum aus

erzeugt): 1) Lymphdrüsen 6) Nieren 2) Milz 7) Genitalien 3) Lunge 8) Aeussere Haut 4) Seröse Häute 9) Gelenke 5) Leber 10) Knochen.

In Bezug auf die Formen der Disposition, deren Bedeutung neuerdings, wie der Vortragende mit Genugthuung constatirt, auch von solchen zugestanden wird, die in einseitiger Weise früher den rein contagionistischen Standpunkt eingenom- men haben, unterscheidet Referent:

1) Disposition der Gattung und Art (Mensch, Affe, Rind, Schwein).

2) Disposition der Familie(vererbte Con- stitution phthisischer Habitus).

3) Disposition des Individuums(allge- meine Körperdisposition, vielfach erworben).

4) Disposition der Organe a) des ganzen Organs: Lymphdrüsen, Milz, seröse Häute, Lunge;

p) localisirte: Lungenspitze, basale Meningen,

Schleimhaut des Kehlkopfes.

5) Disposition der Zelle(Endothelien, Wanderzellen etc.).

Schliesslich sei noch darauf hingewiesen, dass die am meisten disponirten Körperorgane gleich- zeitig am häufigsten zur spontanen Heilung des tuberculösen Processes neigen: Die Reste ge- heilter oder in Heilung begriffener Localtuber- culose treffen wir namentlich in den Lungen und in den Lymphdrüsen, weit seltener in den Ge- lenken, Knochen und auf den serösen Häuten an.

Practische und therapeutische Nachrichten.

Ulex europaeus.(Stechginster) als Vieh- futter für Pferde. Bekanntlich wurde in land- wirthschaftlichen Kreisen die Frage des Anbaues des Stechginsters in letzter Zeit sehr lebhaft be- sprochen. Es wurde mitgetheilt, dass er ein gutes Grünfutter gäbe und auf wenig fruchtbarem Boden noch gedeihe. Ebenso seien Fütterungs- versuche bei Pferden und Wiederkäuern von günstigem Erfolge gewesen. Robert in Porpat hat nun die Bestandtheile des Stechginsters einer eingehenden pharmakologischen Untersuchung unterzogen und ist zu der Annahme gekommen,

dass zwei Alkaloide Cytisin und Uexin, welche man bisher als verschiedene ansah, gleiche Körper des Stechginsters sind. Kleine Dosen steigern schon den Blutdruck, grössere bewirken Erbrechen, Convulsion, Dyspnoö u. s. w. Gefahren bei der Fütterung des Stechginsters sind deshalb zweifel- los vorhanden, da nach den angestellten Unter- suchungen Ulexin durch die Milch ausgeschieden wird.(Deutsche med. Wochensch. No. 19.)

Darmdesinfection behufs Unschädlich-

machung schädlicher Mikroorganismen oder

deren Stoffwechselproducte wird nach Catani's Untersuchungen am besten durch Beibringung der Antiseptica auf dem Wege per anum bewirkt. Einmal können auf diesem Wege viel grössere Dosen und dann auch concentrirtere Lösungen verwendet werden als per os. Zahlreiche andere Vortheile sind mit dieser Anwendungsmethode gleichfalls verbunden. Verwerthet können für die Darmantisepsis besonders die in Oel oder Wasser löslichen Antiseptica und Adstringentien werden; Gerbsäure und Carbolsäure hat Verf. als die nütz- lichsten gefunden. Nur wo Parmlähmung vor- liegt, wäre die Anwendung der Mittel per os zu wählen. Hier ist dann Naphtalin besonders zu empfehlen.(Deutsche med. Wochensch. No. 43.)

Ueber Lysol, einem Antisepticum, das, wie zahlreiche andere aus Steinkohlentheer ge- wonnen wird, machte Gerlach in Wien auf Grund seiner Beobachtungen einige Mittheilungen, die er in nachfolgenden Ergebnissen zusammen- fasste:

Lysol übertrifft an bakterientõdtender Wirkung sowohl das Oreolin als auch die Carbolsäure und ist sowohl bei den vegetativen wie bei den Dauerformen der Spaltpilze wirksam.

Lysol ist weniger giftig als Carbolsäure und Creolin.

Lysol besitzt eine constante Zusammensetzung und ist kein Geheimmittel wie das Creolin.

Lysol ist sehr billig im Vergleich zu Carbol- säure und Creolin, es ist leicht in Wasser lös- lich und eignet sich nicht nur zur Pesinfection im Grossen, sondern auch überall da zur Ver- wendung in der Medicin, wo es darauf an- kommt, antiseptisch und aseptisch vorzugehen, ohne sich der Gefahr einer Intoxication aus- zusetzen. Zur Wundbehandlung sind 1 pro- centige, zur Ausspülung des Uterus u. s. w. ½ procentige Lösungen geeignet.

(Peutsche med. Wochenschr. No. 23, 1890.)

Ueber die Giftigkeit des Creolins und die Wirkung desselben auf den Stoffwechsel hat Muyden Untersuchungen angestellt, über deren Ergebnisse er in Virchow's Archiv, Band 120, in folgender Weise berichtet: