15. September. Thiermedicinische
Rundschau ete.
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rade den eitererregenden Keimen gegenüper doch erst in concentrirteren Lösungen recht deutlich werde, und wandte weiterhin für eiternde, phleg- monös entzündete Wunden eine Lösung von 1 000
Finige eiternde Kopfwunden mit stark ge- schwellter und entzündlich gerötheter Umgebung wurden mit hydrophiler Gaze, die in solche stärkere Lösung getaucht war, und Watte ver- punden: In wenigen Tagen liess die Entzündung und Eiterung nach.
In einem Falle fanden sich am Handrücken und Vorder- arm mehrere anscheinend kleine stumpfe Verletzungen der Haut; dieselben drangen aber sehr tief in die Muskeln bis zum Knochen ein und waren wahrscheinlich mit einem nicht scharfen, aber schweren Gegenstand unter grosser Gewalt(Schlageisen) bewirkt. Von ihnen aus verbreitete sich im Zellgewebe eine stark phlegmonöse Eiterung. Da der Eiter aus den kleinen Wundkanälen nicht gehörig ab- fliessen konnte, mussten diese Gänge in ihrer ganzen Tiefe gespalten werden; in dieselben wurden mit der Lösung getränkte Gazestreifen eingelegt und die ganze Hand und der Vorderarm mit solcher Gaze und Guttapercha ein- gewickelt.— Fieber und Schmerz hörten am nächsten Tage auf; die Wunden schickten sich rasch zur Heilung an, die auch unter dem nächsten gleichen Gazeverband (ohne Guttapercha) in etwa 14 Tagen vollendet wurde.
Nach Anwendung von Methylviolett bekommen eiternde, stark entzündete Wunden immer sehr rasch ein frischrothes Aussehen, die umgebenden Weichtheile verlieren bald die entzündliche Schwel- lung und Härte.
Die gleichzeitig angestellten bakteriologischen Versuche stützen diese Wundheilungsresultate: Verschiedene Gläser mit steriler Bouillon zu 5 bis 8 cem wurden mittels Platinöse mit Rein- culturen des Staphylococens pyogénes albus, des Staph. pyog. aureus, des Staph. cereus albus(alle drei Mikroorganismen stammten von einem frischen Pseudoerysipel) geimpft und dann je 1 cem einer Methylviolettlösung in Wasser(1: 10000) zu- gegeben. Diese Versuchsröhren wurden gleich- zeitig mit weiteren Bouillons. welche zur Controle mit den gleichen Culturen ohne Farbzusat? ge- impft worden waren, bei 37 Grad C. gehalten. Das Resultat war, dass in keiner der Röhren, welche jede auf 5— 8 cem Nährlösung etwa 10 mg des Farpstoffes enthielt, ein Wachsthum während der folgenden Tage auftrat, wohl aber reichliches in den Controlröhren.
Eine weitere Versuchsreibe wurde in der Weise angestellt, dass Seidenfäden, die mit obigen 4 Staphyloeoccenreinculturen imprägnirt waren. für eine verschiedene Anzahl von Minuten in Methylviolettwasser(1: 10000) gelegt und als- dann in Nährbouillon bei 37 Grad C. übertragen
wurden: Aus allen diesen Seidenfäden, auch wenn
sie 10 Minuten in der Farblösung gelegen hatten, keimten die Pilze noch auf. Als aber unter den-
selben Bedingungen eine Farblösung von 1: 1000 Aussicht auf eine sehr reiche Grummeternte.
verwendet wurde, konnte, nach Einwirkung der Farbe während mehr als 15 Minuten, kein Wachs- thum mehr erzielt werden. Bei einer Einwirkung von weniger als 15 Minuten zeigte allerdings der Staphylococcus pyogenes albus auch hier noch Lebenskraft. Sehr energisch scheint die Ein- wirkung dieser Farbe auf Milzbrand zu sein; in Seidenfäden mit Milzbrandsporen(und auch
solchen mit Milzbrandstäbchen) wurden alle Keime
vernichtet durch EFinlegen der Fäden in die schwache Methylviolettlösung(1 g zu 10000 Wasser) innerhalb zwei Minuten.—
Ein allerdings äusserlicher aber gerade des- halb recht unangenehmer Nachtheil ist die starke Färbekraft: Lösungen von 1 10000 färben die Haut schon stark blau und noch mehr die Wäsche. Von den Händen kann wan die Farbe bei dieser Concentration allerdings durch Kaliseife noch gut entfernen, aus der Wäsche aber selbst bei mehr- stündigem Kochen in Kaliseifenwasser nicht; andere weisse Wäsche, welche mitgekocht wird, färbt sich hierbei auch blau. Auf der anderen Seite ist die starke antiseptische Wirkung solcher Lösungen namentlich despalb besonders hoch zu schätzen, weil das Mittel auf den menschlichen Organismus nicht giftig einwirkt. Es mögen sich daher solche Anilinfarben wohl eignen zur kräf- tigen und gefahrlosen antiseptischen Ausspülung grosser Wundhöhlen.
Die obigen Versuche wurden mit einem Me- thylviolett angestellt, welches unter der Marke: 5 blau, superfin aus einer Berliner Fabrik be- zogen war.
Kleine Mittheilungen. Auszug aus dem Vichseuchenbericht von Elsass- Lothringen.
Juli 1890.
Viehseuchen in Elsass-Lothringen.
Milzbrand: 1 Fall, an Milzbrand verendet. Rausch- brand: 2 Fälle, ist je eine Kuh an dieser Seuche verendet. Tollwuth: 2 Fälle. Rotz: 10 Fälle. Maul- und Klauen- seuche: 6 Fälle. Bläschenausschlag: 3 Fälle Pferde- räude: 1 Fall. Schafräude: 2 Fälle. Influenza der Pferde: Die Brustseuche ist erloschen in Pfalzburg, Kreis Saarburg und in Ober-Burnhaupt, Kr. Thann, sie besteht fort in Strassburg unter den Pferden der 4. Escadron des Uanenregiments No. 15. Rothlauf der Schweine: In Sorbey, Landkreis Metz, ist diese Seuche in 4 Gehöften unter einem Bestand von 17 Schweinen ausgebrochen. Hühnercholera: In Oltingen und Dürmenach, Kreis Altkirch, sind eirea 400 Hühner an dieser Seuche gefallen; in Weiler, Kreis Thann sind unter einem Bestande von 34 Hühnern ebenfalls 8 an dieser Seuche gefallen. In diesen drei Ortschaften ist die Cholera durch neu gekaufte italienische Hühner eingeschleppt worden
Der Gesundheitszustand der Hausthiere war im Allgemeinen ein sehr guter
Die Heuernte ist überall gut ausgefallen und es besteht Die Rind-


