15 Spetember.

Thiermedicinische Rundschau etc.

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gewandter wie formvollendeter Art gedankt. In begeisterten, von tiefem Pankgefühl getragenen Worten verstand er es besonders, den Gefühlen des thierärztlichen Standes gegenüber den nicht thierärztlichen Deputationen Ausdruck zu verleihen.

Nach Beendigung der gratulirenden Deputa- tionen gab der Rector noch einmal in feurigen Worten den Gefühlen der Hochschule. ihrer früheren und jetzigen Schüler bei dieser denk- würdigen Feier Ausdruck und schloss mit dem Wunsche, dass die Hochschule auch fernerhin blühen und gedeihen möge und die aus ihr hervorgehenden Männer ihrem Berufe Ehre machen mögen und die Hochschule auch künftig eine Stätte ernsten, geistigen Strebens sein und bleiben möge.

Mit Gesang wurde dann diese denkwürdige Feier geschlossen, zu deren Gelingen nach dem Urtheile Aller die Tüchtigkeit des gegenwärtigen Rectors der Hochschule erheblich beigetragen hat.

Im Anschluss an die vorstehend geschilderte Feier fand dann Nachmittags in dem grossen Saale desEnglischen Hauses ein Festmahl statt, dem die meisten Theilnehmer des Festactus und auch noch zahlreiche andere Gäste beiwohnten, welche bei dem kleinen Raum in der Aula zur Feier in derselben keinen Finlass erhalten konnten. Zu beiden Seiten des Rectors Professor Schütz sassen der Minister Dr. Freiherr Lueius von Ballhausen und der Rector der Universität, Professor Hinschius.

Das Hoch auf den Kaiser prachte der Staatsminister Dr. Freiherr Lucius von Ballhausen aus; die Hochschule feierte Geh.-Rath Dammann aus Hannover, den Minister feierte der Rector Professor Schütz, der Gäste gedachte Professor Dr. Moeller, Prof. Chauveau aus Paris prachte in französischer Sprache ein Hoch auf die Wissenschaften aus; Rector Frieker in Stuttgart trank auf das collegiale Zusammen- halten der Schwesteranstalten und Prof. Esser toastete auf Professor Schütz.

Am Abend des 1. Angust gab der Minister Freiherr Dr. Luecius von Ballhausen ein Fest- essen, zu dem das Lehrercollegium der Thier- ärztlichen Hochschule, sämmtliche Delegirte des In- und Auslandes, sowie einige Studirende der Hochschule und Militärrossarztschule Einladungen erhalten hatten.

Die Festlichkeit des Herrn Ministers wurde noch besonders ausgezeichnet durch die Gegen- wart Sr. Excellenz des Herrn Reichskanzlers von Gaprivi und der Staatsminister Excellenzen Herrfurth und Miquel.

So endeten die Tage der Säcularfeier von Berlin und München. Beide Feierlichkeiten waren

von ganz bedeutenden Ehrenbezeugungen und An- erkennungen für den thierärztlichen Stand begleitet und mit stolzer Befriedigung können die Thier- ärzte Deutschlands auf den Verlauf der Feierlich- keiten zurückblicken. Wenn besonders in Berlin die Feier in so würdiger und ehrenvoller Weise ver- lief, so gebührt das Verdienst hierfür in erster Reihe dem Herrn Staatsminister Dr. Freiherr Lucius v. Ballhausen. Die Verhältnisse inner- halb des Lehrkörpers der Berliner Hochschule und einzelner Mitglieder zu anderen Hochschulen, wie sie oft mehr als nöthig an die Oeffentlichkeit traten, die Uneinigkeit der Studirenden, welche verhinderte, dass rechtzeitig die Feier vorbereitet wurde, und der Ort des Festactes waren keines- wegs geeignet, der Feier einen sehr günstigen Verlauf vorherzusagen. Zahlreiche Thierärzte haben haben sich deshalb auch abhalten lassen, an der Feier Theil zu nehmen. Um so grösseren und wärmeren Dank schuldet der thierärztliche Stand Preussens dem Herrn Staatsminister, durch dessen Initiative der thierärztlichen Wissenschaft und dem thierärztlichen Stande unvergleichliche Auszeichnungen zu Theil wurden. Nicht geringer ist auch das Gefühl des Dankes für jene Herren, die seit Jahrzehnten die Berather und Decernenten für thierärztliche Angelegenheiten im landwirth- schaftlichen Ministerium sind, für die Herren Unterstaatssecretär Dr. v. Marcard und Geh. Ober-Reg.-Rath Beyer. Es gereicht uns zu be- sonderer Freude nach 12 Jahren an den Trink- spruch hierbei erinnern zu können, den gelegentlich derselben Feier in Hannover, im Jahre 1878, der verstorbene Geh. Med.-Rath Roloff auf die ge- nannten Herren ausbrachte. In dem Bericht dieser Feier¹) heisst es wörtlich:

Zunächst nahm Herr Geh. Rath Roloff-Berlin das Wort, indem er an den Toast des Herrn Geh. Rath Beyer anknüpfte, der die Thierarzneikunde mit einer Jungfrau verglichen hatte. Die vielen Bewerber, wenn sie noch in warmer Liebe ent- brannt seien, geben doch auch etwas auf die gute Ausstattung derselben, und sämmtliche thierärzt- liche Fachgenossen seien deshalb den beiden Herren, die sich um jene Ausstattung grosse Ver- dienste erworben hätten, dem Vorsitzenden der Veterinärdeputation, Herrn Ministerialdirector Mar- card und dem Decernenten im Ministerium, Herrn Geh. Rath Beyer zu grösstem Danke verpflichtet. Das Hoch auf diese beiden Herren wurde von der Versammlung mit besonders warmem Beifall aufgenommen, der deutlich die ungetheilte An- erkennung von deren Verdienste um die Förde- rung des Veterinärwesens und die grosse Ver-

¹) Jahresbericht der Königlichen Thierarzneischule zu Hannover 1877/78.