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Thiormedicinische Rundschau etc.

1890. No. 24.

in beredten Worten und wies auf die grossen Verdienste hin, welche die aus der Thierärzt- lichen Hochschule zu Berlin hervorgegangenen Thierärzte in der Untersuchung der Nahrungs- mittel für diese Stadt erworben hätten. Indem er dafür den Dank der Stadt Berlin darbringe. spreche er gleichzeitig die Hoffnung aus, dass die thierärztliche Hochschule auch fernerhin blühen und gedeihen möge.

Als Vertreter der technischen Deputation für das Veterinärwesen und im Auftrage des leider durch Krankheit am Erscheinen verhinderten Vor- sitzenden, Unterstaatssecretärs Dr. von Marcard überreichte Geh.-Rath Virchow die Glückwünsche. Mit dem 6lückwunsche verband der Herr Redner die gewiss im Namen aller Anwesenden aus- gesprochene Anerkennung der hohen Verdienste, welche sich Hxeellenz von Marcard während seiner langen und segensreichen Wirksamkeit um das Veterinärwesen Preussens und Deutsch- lands erworben hat. Auf die Thätigkeit der Thier- ärztlichen Hochschule für die Wissenschaft über- gehend und hier besonders an die Mitwirkung des Rectors bei Förderung der allgemeinen Patho- logie erinnernd. schloss Redner seine Ausführungen mit dem Wunsche, dass auch für alle Zukunft Menschen- und Thiermedicin zum Allgemeinwohl arbeiten und sich gegenseitig unterstützen mögen.

Für das Kaiserliche Gesundheitsamt sprach dann Herr Regierungsrath Roeckl, für die Cha- rité Herr Geh.-Rath Spinola. Der Letztere, welcher auch als Vertreter der Stadt erschienen war, erinnerte in seiner Ansprache daran, dass sein eigener Vater 40 Jahre Lehrer an der Thier- ärztlichen Hochschule gewesen sei. Auch konnte er darauf hinweisen. dass Charité und PThier- arzneischule früher nahe dienstliche Beziehungen gehabt haben, da die Leitung für die beiden In- stitute in derselben Hand war.

Herr Professor Hinschius überbrachte dann die Glückwünsche der Universität. In begeisterten Worten gedachte derselbe der Prfolge, welche die Hochschule seit Wilhelm von Humboldt, dem die Errichtung der Universität zu danken ist, ge- macht hat. Mit dem Wunsche, dass auch ferner- hin die Wirksamkeit der Hochschule zu Berlin von reichen Erfolgen begleitet sein möge, ver- band er die besonders von den Studirenden freudig aufgenommene Mittheilung, dass künftig auch die Studirenden der Thierärztlichen Hochschule zum Hören der Vorlesungen an der Universität be- rechtigt sein sollen.

Namens der Akademie der Wissenschaften sprach Herr Geh.-Rath Ourtius. In seinem Glückwunsche erinnerte er daran, dass zwei frühere Mitglieder der Akademie nahe Bezie- hungen

zur Entwickelung der Thierärztlichen

Hochschule in Berlin gehabt hätten, nämlich Wilhelm von Humboldt und Rudolphi. ¹)

Es folgten dann die Deputationen der Berg- akademie, der technischen Hochschule, der Forst- akademie zu Eberswalde. der landwirthschaft- lichen Hochschule zu Berlin und der landwirth- schaftlichen Hochschule zu Poppelsdorf.

Dann folgten in langer Reihe die Deputationen der thierärztlichen Institute des Auslandes und des Deutschen Reiches. Die Namen jener sind oben genannt. Für die Thierärztliche Hochschule zu Mänchen war Professor Feser, für die zu Dresden die Professoren Siedamgrotzky, Ellen- berger und Pusch, für die zu Stuttgart Pro- fessor Frieker und für Hannover Geh.-Rath Dr. Dammann und die Professoren Lustig, Tereg und Rabe erschienen. Für das Veterinär- institut Giessen war Professor Eichbaum er- schienen. Fast sämmtliche Institute hatten ihre Glückwünsche in besonderen Adressen niedergelegt.

Vom deutschen Veterinärrath, in dessen Namen Ober-Reg.-Rith Dr. Lydtin sprach, wurde ein Gedenkblatt gestiftet, auf dem die für die Ent⸗ wiekelung des thierärztlichen Standes wichtigen Daten verzeichnet stehen.

Von der Centralvertretung der thierärztlichen Vereine Preussens, in deren Auftrage Professor Esser sprach, war eine Erinnerungstafel über- reicht, die bereits die Aula schmückte.

Ausserdem wurde von den thierärztlichen Vereinen des Königreichs Sachsen, vertreten durch die Herren Dr. Prietsch, König. Lungwitz und Uhlich eine Adresse überreicht und im Namen des thierärztlichen Vereins zu Braun- schweig von Kreisthierarzt Saake Glücekwünsche überbracht.

Glückwunschadressen hatten ausserdem ein- geschickt die Thierarzneischulen zu Zürich, Stoek- holm, Charkow, Lemberg und Turin; ferner die landwirthschaftlichen Institute zu Leipzig, Rostock und die medicinische Facultät zu Greifswald. Den Schluss der Glückwünschenden bildete die Deputation der Studirenden der Thierärztlichen Hochschule, in deren Namen Herr cand. med. vet. Marks sprach. Derselbe vereinte in kurzen herzlichen Worten den Glückwunsch der Studi- renden zu diesem Feste ihrer Alma mater mit dem Gelöbniss, dass die Studirenden sich stets bestreben würden, tüchtige und brauchbare Männer ihres Standes zu werden.

Die Reihe der Deputationen hatte damit ihr Ende erreicht. Der Rector Professor Schütz hatte den meisten Deputationen sogleich in ebenso

¹) Von den gegenwärtigen Lehrern der Thierärztlichen Hochschule zu Berlin ist Professor Dr. med. Munk pe- kanntlich ebenfalls ordentlliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Sch.