15. September.

Thiermedieinische Rundschau ete.

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stehens und der Weiterverbreitung von Krank- heiten. Wenn auch gerade dieser Zweig der praktischen und wissenschaftlichen Thätigkeit der Heilkunde weniger bemerkbar und offenkundig in die Erscheinung tritt, wenn wir auch noch weit davon entfernt sind, diese Ziele immer sicher zu erreichen, wie die weite Ausdehnung von Seuchen gerade in den letzten Jahren darthut, so sind wir

doch in der Lage, auf positive thatsächliche Er-

folge in dieser Beziehung hinweisen zu bönnen. Opbschon in unserem östlichen Nachbarlande an der über 100 Meilen langen Grenze Rinderpest. Schaf- pocken, Tollwuth kaum jemals erlöschen, so sind wir doch Dank der energischen Durchführung veterinär- polizeilicher Massregeln seit einer langen Reihe von Jahren von grösseren Invasionen von Rinder- pest ganz verschont geblieben und vereinzelte Finschleppungen sind mit Erfolg lokalisirt und unterdrückt worden. Die Schafpocken sind er- loschen, seitdem trotz des Widerspruchs der ein- heimischen Anhänger der Schutzimpfung dieselbe verboten ist. Die Tollwuth kommt, wie die sta- tistischen Erhebungen nachweisen, in immer ver- ringertem Grade vor und vereinzelter, je weiter von der Ostgrenze. So schützt Deutschland nicht nur sich, sondern auch die westlichen Nachbar- staaten. als eine Art Sicherheitszone vor jenen gefährlichen Invasionen. Wenn man sich ver- gegenwärtigt, welche ungeheuren Werthe in den heimischen Viehbeständen repräsentirt sind, 80 wird man zugeben, dass die Verdienste, welche Wissenschaft und Praxis hier leisten, nicht un- bedeutende sind, dass die darauf verwandten Kosten eine verhältnissmässig niedrige Versiche- rungsprämie darstellen und dass die Belästigungen. welche durch den öffentlichen Veterinärdienst dem Vichbesitzer auferlegt sind, füglich ertragen werden müssen. Die Bedeutung der Thierheil-

kunde ist daher auch in Preussen schon früh-

zeitig und in steigendem Masse anerkannt worden. Wie König Friedrich Wilhelm I. die Thierarznei- schule, seiner Zeit voraneilend, begründete, s0 haben seine Nachfolger auf dem Throne diese Anstalt mit immer reicheren Mitteln ausgestattet und ihre Privilegien erweitert, 8so dass jetzt die Thierärztliche Hochschule als eine fast gleich- berechtigte Schwester neben der medicinischen Facultät der Universität steht. Dieselben Profes- soren wirken zum Theil an beiden Instituten. und neuerlich steht in Aussicht, dass auch die

Studirenden dieser Hochschule zum Besuche der

Vorlesungen der Universität zugelassen werden. Auch des jetzt regierenden Kaisers und Königs Majestät interessirt sich, wie seine erlauchten Vorfahren, lebhaft für die Hochschule und hat Allerhöchstderselbe mich zu beauftragen geruht, seine warmen Glückwünsche zur heutigen Feier

zu übermitteln und ihr ferneres Gedeihen und Blühen zu wänschen. Um auch ein sichtbares Zeichen seiner Huld und Gnade zu gewähren, hat Se. Majestät geruht, sein Bildniss der Anstalt anzueignen, was hiermit zu überreichen ich die Phre habe.(ie Hülle fällt) Seine Majestät haben ferner geruht, folgende Gnaden- und Ehren- beweise an Professoren und Beamte der Anstalt zu verleihen: dem derzeitigen Rector, Professor Dr. Schütz, den Kronen-Orden 3. Klasse, dem Professor Müller den Charakter als Ge- heimer Regierungs-Rath, den Professoren Dr. Munk und Dr. Möller den Rothen Adler- Order, dem Portier Neue und dem Hausdiener Gottschalk das Allgemeine Ehrenzeichen. Indem ich diese wohlverdienten Auszeichnungen und Gnadenbeweise bekannt gebe, bin ich gewiss, dass sie ein weiterer Antrieb sein werden für die Anstalt und für die jetzigen und künftigen Träger dieses mühevollen Berufs, im Dienst und zum Nutzen des Vaterlandes thatkräftig selbstlos und treu ihre Pflicht zu erfüllen.

Nachdem der Rector dem Herrn Minister mit tiefgefühlten Worten gedankt hatte, ergriff Herr Generalmajor von Treskow das Wort, um im Auftrage des Herrn Kriegsministers den Glück- wunsch zu überbringen:

Se. Fxcellenz der Herr Kriegsminister be- dauert lebhaft, dass es ihm nicht vefgönnt ist, heute persönlich seine warm empfundenen Wünsche darzubringen. Se. Excellenz sendet durch mich seinen Gruss. Der Herr Minister legt Werth darauf, dass der herzliche Antheil, den er und die Armee an dem Gedeihen und Blühen dieser bedeutungsvollen Pflanzstätte nimmt, zum vollen Ausdruck gelange. Wechselbeziehungen enger und inniger Art sind es, seitdem die Hochschule lebt und webt, und es sind heute volle 100 Jahre, die Armee und Hochschule verbinden. Geraume Leit hindurch hat die Heeresverwaltung schützend und schirmend ihre Hand über diese Pflanzstätte ausgebreitet. Immer aber ist ein wesentlicher Theil dessen, was in der Hochschule geschafft und gewirkt wurde. in hervorragender Weise der Armee zu Gute gekommen. An den historischen Grossthaten, die zu erringen dem Heere vergönnt waren, hat auch die Hochschule Antheil. Auch ihr gebührt ein Lorbeerblatt aus dem Ruhmes- und Siegeskranze. Ein wichtiger Bestandtheil der vaterländischen Wehrkraft ist der Obhut der Hochschule anvertraut. Freudig und dankbar erkennt die Heeresverwaltung die tüchtigen und gediegenen Leistungen der Hochschule an und ruft derselben für alle kommenden Jahrhunderte ihrGlück auf zu.

õ Hierauf beglückwünschte Namens der Stadt Berlin Herr Stadtrath Marggraff die Jubilarin 47*

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