1. September.
Thiermedieinische Rundschau ete. 273
zu dem gemeinsamen Ziele vereinigen, eine würdige Hoch- schulfeier in allen Einzelheiten vorzubereiten. Geräuschlos vollzogen sich die Vorbereitungen, und als die Festtage herankamen, entwickelten sich die Früchte jenes Strebens, deren Genuss allen Theilnehmern unvergesslich sein wird. Kein Misston trübte die Feier von Anfang bis Ende, überall
trat das aufrichtige Bestreben hervor, Freundschaft und Collegialität zu üben und an der Verherrlichung jener selbe soll aus einem Chefveterinär mit Rang und Gehalt
Ehrentage des thierärztlichen Standes mitzuwirken. Wenn aus hohem Munde ausgesprochen wurde, dass die neue Hochschule nach ihren Leistungen würdig ist den anderen
Hochschulen einverleibt zu werden, so können wir nur
hinzufügen, dass dieses auch bezüglich der Studirenden in
pfleger im Kriege gegründet worden. Der Genossenschaft gehörten im verflossenen Semester 15 Studirende an, welche im Garnison-Lazareth zu Hannover einen Qursus für ihre technische Ausbildung durchgemacht und die vorge- schriebene Prüfung bestanden haben.
— In den vereinigten Staaten Nordamerikas so11 ein militärthierärztliches Corps organisirt werden. Das-
eines Majors der Cavallerie, 4 Veterinären I Klasse mit
BRang und Gehalt eines Capitäns der Cavallerie, 10 Veterinär-
Assistenten mit Rang und Gehalt eines Premierlieutenants der Cavallerie und 10 anderen Veterinärassistenten mit Rang und Gehalt eines Secondelieutenants der Cavallerie
vollem Maasse zutrifft. Die Studirenden, welche an jenem bestehen. Festcommerse„um ersten Male in die weiteste Oeffentlich⸗ keit traten, haben gezeigt, dass sie verstehen, einem solchen fassten Schrift„Das thierärztliche Unterrichtswesen Feste die studentische Weihe zu geben. Die Thierärzte Peutschlands“ wurde demselben von Herrn Veterinär- Bayerns aber haben als Repräsentanten der Tüchtigkeit Assessor Dr. Ulrich ein noch in dessen Besitz befindlicher ihrer alma mater und des Geistes, den sie in ihrer Studien-
zeit empfingen, ihren schönen Lohn für ihre stille und er- folgreiche Wirksamkeit im Dienste des Volkswohles em-
— Aus Anlass der von Dr. Sehneidemühl ver-
Erlass übermittelt, der hier mit freundlicher Genehmigung des Herrn Dr. Ulrich wiedergegeben werden soll. Die
Seite 48 des Buches erwähnte Denkschrift ist nicht im
pfangen. Ohne ihre persönliche Tüchtigkeit wäre die An- Jahre 1862, sondern schon Januar 1860 eingereicht, jedoch erkennung, wie sie oft in jenen Tagen dem thierärztlichen an Herrn Departementsthierarzt Dr. Ulrich gerichteten
Berufe gezollt wurde, nicht möglich gewesen.
So scheiden wir denn von jenen Münchener Tagen mit dem Wunsche, dass die Errungenschaften aus dieser Zeit reiche Früchte für den Einzelnen und die Gesammtheit bringen mögen. Alle, welche die Tage mitgemacht, werden Militär-Veterinär-Wesens gleich mir die schönsten Erinnerungen mit in ihre Heimath
genommen haben. Georg Schneidemühl.
— Pie medicinische Facultät in München hat ge- legentlich der Centenarfeier der königlichen thierärztlichen Hochschule zu München Herrn Franz Friedberger, Pro- fessor der klinischen Fächer an dieser Hochschule in An-
erkennung seiner wissenschaftlichen Verdienste auf dem
Gebiete der Thiermediein und um die thierärztliche Hoch- schule zum Doctor der Medicin honoris causa ernannt.
— DPie diesjährige Naturforscherversammlung findet, wie schon mitgetheilt, in der Zeit vom 15.— 20. Sep- tember in Bremen statt. In den allgemeinen Sitzungen wird u. A. Geh. Rath Hofmann„über die Ergebnisse der Naturforschung seit der Begründung der Gesellschaft“ sprechen, ferner Prof. Ostwald„über Altes und Neues in der Chemie“, Prof. Rosenthal„über Lavoisier und seine Bedeutung für die Entwickelung unserer Anschauung von den Lebensvorgängen.“
Die Tagesordnung der festlichen Veranstaltungen etc. ist folgende: Sonntag, den 14. September Begrüssung in den oberen Sälen des Künstlervereins; Montag, den 15 Sep- tember gesellige Zusammenkunft im Parkhause; Dienstag, den 16. September Fest in der Börse, gegeben vom Senat
der freien Hansastadt Bremen; Mittwoch, den 17. Sep-
tember, nachmittags, Festessen im Parkhause; Donnerstag, den 18. September, Festball im Künstlerverein; Freitag, den 19. September zwanglose Zusammenkunft im Rathskeller; Sonnabend, den 20. September Fahrten nach Sylt und Norderney.
— Zufolge eines neueren Erlasses des Herrn Qultus- ministers Dr. von Gossler sind die Studirenden der thier- ärztlichen Hochschule zu Berlin zum Hören der Vorlesungen an der Universität Berlin berechtigt.
— Die vom Hofthierarzt Fabricius in Weimar seit Jahren hergestellte Hufschmiere ist auf der ersten allge- meinen deutschen Pferde-Ausstellung in Berlin mit der silbernen Medaille, der höchsten Auszeichnung für solche Artikel, prämiirt worden.
— Wie an den meisten Universitäten Deutschlands so ist auch in Folge der Initiative des Directors Geh. Reg.- Raths Dammann an der thierärztlichen Hochschule zu Hannover eine Geuossenschaft freiwilliger Kranken-
erst 1862 veröffentlicht worden, wie aus nachstehendem
Erlass hervorgeht. „Nachdem wir über Ew. Wohlgeboren Immediat-Vor- stellung vom 2. Januar 1860, betreffend die Reform des
Allerhöchsten Orts Vortrag gehalten, sind wir durch Cabinets-Ordre vom 21. vorigen Monats beauftragt worden, Sie, wie hiermit geschieht, dahin zu bescheiden, dass auf Ihre weitgehenden Vorschläge nicht eingegangen werden könne, die Allerhöchste Fürsorge aber einer Ver- besserung der Stellung der Militär-Thier-Aerzte, nach Massgabe der finanziellen Mittel und des gesammten Organismus der Armee zugewendet bleiben werden. Berlin, den 20. Februar 1862. Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal- Angelegenheiten von Bethmann-Hollweg. Der Kriegs- und Marine-Minister gez. von Roon.
Kleine Mittheilungen.
— Per Thierseuchen-Ausschuss im Oesterreich- Ungarischen Reichsrathe hat einen sehr ausführlichen Bericht über die aus Anlass eines Antrages des Abgeord- neten Tausche und eingegangener Petitionen stattgefun- denen Verhandlungen veröffentlicht, deren Resolutionen wir hier wiedergeben, da sie auch für Deutschland von In- teresse sind:
I. Resolution. Die k. k. Regierung wird aufgefordert:
1. die bereits beschlossene wissenschaftliche Erforschung der Maul- und Klauensenche baldigst und eindringlichst in Angriff zu nehmen:
2. auf Grund der Ergebnisse derselben, sowie der bis- her bezüglich der Anwendung des Gesetzetzes vom 29. Fe- bruar 1880, R.-G.-Bl. Nr. 35, bereits vorliegenden und der noch zu sammelnden Erfahrungen baldmöglichst einen Gesetzentwurf zur Abänderung der auf die Maul- und Klauenseuche bezüglichen Bestimmungen des oben er- wähnten Gesetzes zur verfassungsmässigen Behandlung vorzulegen:
3. mittlerweile theils auf Grund der Bestimmungen des allgemeinen Vieseuchengesetzes, theils auf Grund der speciell durch den§ 3 dieses Gesetzes der Regierung ertheilten Er- mächtigung, Vorkehrungen zu treffen, um einerseits den möglichsten Schutz gegen die Verschleppung der Maul- und Klauenseuche und die möglichst rasche Tilgung der-
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