1. September.

Thiermedicinische Rundschau etc.

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dass sie aus einer nicht gleich färbbaren Substanz bestehen, eine Erscheinung, die übrigens analog ist jener die z. B. bei Typhus- und Diphtherie- bacillen beobachtet werden kann.

Die durchgeführte bacteriologische Untersuchung lehrte, dass der gefundene infectiöse Organismus der höchstorganisirten Spaltpilzgattung nämlich der Cladothrix angehört, dass er sich von den bereits gekannten Cladothrixspecien: als der Glado- thrix dichotoma, Ol. Forsteri, Cl. bei Erysipeloid nach Rosenbach und auch von Aetinomyces wesentlich unterscheidet, dass sie somit eine neue Species der Cladothrix vorstellt, die der eigen- thümlichen Sternform ihrer Colonien wegen als Cladothrixasteroidea bezeichnet werden könne.

Die Clad. astercidea ist aber entschieden pathogen, da namentlich Meerschweinchen, die, wenn sie mit ihr nach welcher Art immer ge- impft werden, zu Grunde gehen. Weniger, aber doch empfindlich sind Kaninchen, weisse Mäuse sind refractär. An Ort und Stelle der localen In- feetion entwickeln sich bei den empfindlichen Thierspecies locale Abscesse, die dickwandig und mit dickem, käsig eiterigem, auch bröcklichem Inhalt erfüllt sind. Die locale Infection führt zu einer schr typischen miliaren Allgemeininfection. Diese entwickelt sich bei subeutaner Impfung langsam und tödtet erst nach 24 Tagen, bei intra- peritonealer Impfung am raschesten und tödtet nach 5 7 Tagen. Die tödtliche miliare Allge- meininfection gleicht einer allgemeinen miliaren echten Impftuberculose. An Ort und Stelle der localen Infection, wie auch in den unzähligen miliaren Tuberkeln sämmtlicher Organe, die quer- gestreifte Musculatur nicht ausgenommen, finden sich Fäden und Fadenbüschel in oft unglaublicher Menge. Die Tuberkel selbst sind ausgezeichnet als streng umschriebene Leukocythenheerde, die sehr bald nekrotisiren und durch Gruppirung grosse Tuberkel bilden.

Demnach ist diese allgemeine miliare Tuber- eulose eine Pseudotuberculose und ist dieselbe ihrer Erreger wegen als Pseudotuberculosis cladothrica zu bezeichnen, zum Unterschiede von den bereits bekannten Pseudotuberculosen, die theils durch Coccen, theils durch Bacillen (A. Pfeiffer), theils durch Würmer(Ebstein und Nicolaier) hervorgerufen werden.

Die in dem obducirten Falle und in den Ver- suchsthieren gefundenen Veränderungen sind durch einen und denselben Erreger, die Cladothrix asteroidea hervorgerufen worden, doch sind sie soweit sie vorliegen nicht identisch. Dort absolute Veränderungen in Form verkalkter Drüsen und ein chronischer Abscess mit Meningitis spinalis, hier eine Pseudotuberculose. Dieses Verhältniss hat bei Kenntniss der verschiedenartigen Ver-

änderungen nach Actinomycesinfection bei Mensch und Thier nichts Befremdendes. Könnte man nachweisen, dass die Knötchen der Lunge des obducirten Falles auch cladothrichischen Ursprungs sind, dann wäre freilich die Homologie hergestelit. Vielleicht gelingt dies in einem künftigen Falle von Pseudotubereulose beim Menschen.

Vordenhand sei durch diese Mittheilung er- wiesen, dass es eine bis nun unbekannt gewesene, für Mensch und Thier pathogene Cladothrix Liebt, die beim Menschen eigenthümliche Abscesse, bei Thieren aber ein typisches Beispiel einer Pseudotubereulose hervorruft.

Belungene Züchtigung des Strahlenpilzes ausser- halb des thierischen Organismus und Ueber- tragung seiner Reinculturen auf Thiere, mit

Demonstration. Von Israel und Wolff-Berlin.(Con- gress der Deutschen Gesellschaft für Ohirurgie.)

Die Vortragenden haben von einer retromam- mären Actinomykose des Menschen auf Agar- Agar und Hühnereiweiss überimpft und Reincul- turen des Actinomyecespilzes erzielt, indem sie die Qulturen bei Körpertemperatur im Brutkasten hielten. Auf dem schräg erstarrten Agar-Agar entwickelte sich ein weisser Belag, der sich mikro- skopisch in ein Gewirr von Stäbchen auflöste,

während auf dem Hühnereiweiss ein charakteri-

stisches Mycel zum Vorschein kam. Wurden die Stäbchen auf Hühnereiweiss überimpft, so fand dort Mycelentwickelung statt und ebenso umge- kehrt bei Ueberimpfung des Mycels auf Agar- Agar Stäbchenentwickelung. Das Thierexperiment zeigte, dass bei Kaninchen sowohl durch Ueber-

impfung von Mycel als von Stäbchen stets typische

Actinomykose erzeugt werden konnte. Mit den Reinculturen wurden 9 Thiere inficirt, 7 in die Bauchhöhle, 2 in die Leber. Nach 45 Wochen

wurden die Thiere getödtet und dann stets steck- nadelkopf- bis pflaumengrosse Tumoren gefunden,

die mikroskopisch Actinomycesdrusen und daneben Pilzrasen ohne Drusen wie beim Menschen ent- hielten. Was die botanische Stellung des Pilzes anbelangt, so ist es noch strittig, ob er zu den Schimmel- oder Spaltpilzen zu zählen ist. Wolff zählt ihn zu den Spaltpilzen und zwar zu den

pleomorphen Bacterien.

Herr J. Rotter-München hat zahlreiche Impfversuche von Menschen auf Thiere(Kaninchen, Hunde, Schweine und Kälber) und auf den Menschen selbst vorgenommen und einmal ein positives Impfresultat erzielt. Vielleicht

sind nach M. Wolff's Ansicht Rotter's Versuche deshalb nicht öfter glücklich gewesen, weil Rotter seine Thiere

zu spät, erst ein halbes Jahr nach der Impfung tödtete.

Wolff hält die möglichst frühzeitige Untersuchung der geimpften Thiere schon nach 1 2 Wochen für am besten.