15. August.
Thiermedieinische Rundschau ete.
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zustellen. Die bisherigen Versuchsergebnisse werden am Schlusse seiner Arbeit in folgender Weise zusammengefasst:
1. Quecksilber wird sowohl in Form des Unguentum cinereum als in Form der Sublimat- salbe von der intacten Haut des Hundes und Pferdes aufgenommen, und zwar beim Hunde schneller und in grösseren Quantitäten als beim Pferde(Versuche 1—6). Die Aufnahmefähigkeit der Haut für graue Salbe kann durch Priessnitz- umschläge gesteigert werden(Versuch 4).
Das auf diese Weise in den Organismus ge- langte Quecksilber erscheint früher und in grösserer Menge in den Fäces als im Harn.
Die Gefahren der grauen Salbe scheinen stark übertrieben worden zu sein, wenigstens dürften beim Pferde die durch die(intacte!) Haut auf- genommenen Quecksilbermengen nicht genügen, eine ernste Vergiftung hervorzurufen(vergl. die s. Z. in Alfort angestellten Versuche). Auch beim Hunde liegt wohl die Hauptgefahr im Ablecken. Betreffs der Wiederkäuer werden spätere Versuche Aufschluss geben.
2. Blei durchdringt die Haut des Hundes und Pferdes, Sobald es in Form von Bleisalben längere Zeit hindurch auf dieselbe gebracht wird. Es wird danach in grösseren Mengen in den Fäces als im Harn gefunden. Fine schädigende Wir- kung auf den Organismus seheinen die ein- gedrungenen Bleimengen nicht auszuben(Ver- suche 12 und 13).
3. Borsäure in Salbenform wird von der Haut des Hundes und Pferdes nicht resorbirt. Auch Priessnitzumschläge ändern daran nichts. Es mag dies daran liegen, dass Borsalben in Folge der ungünstigen Löslichkeits verhältnisse der Borsäure nur durch Verreiben der letzteren mit einer Salbengrundlage hergestellt werden können(Versuche 18— 21).
4. Jodkaliumsalben werden von der Haut des Pferdes(sicherlich auch des Hundes) prompt aufgenommen. Es ist ein wesentlicher Unter- schied vorhanden, ob Schweinefett, Lanolin oder
Paraffinsalbe als Fxcipiens genommen werden,
denn die letztere durchdringt die Haut langsamer und weniger gut als die ersteren(Versuche 24— 27).
5. Bromkaliumsalben durchdringen die Epidermis weniger gut, als Jodkaliumsalben(Ver- suche 31 und 32).
6. Wässerige Lösungen von Sublimat, Bleizucker, Borsäure, Jodkalium und Bromkalium vermögen die Haut nicht zu passiren, gleichgiltig, ob sie in Form von Bädern oder von Priessnitz- umschlägen angewendet werden(Versuche 3, 4, 44 5 16 1 8 23 34).
Die Nebenversuche schliesslich haben folgende Resultate ergeben:
1. Blei in Form des verdünnten Bleiessigs wird beim Hunde von der Subeutis aus resorbirt. Die ersten Spuren des aufgenommenen Bleies er- scheinen nach einigen Tagen in den Fäces, bald darauf im Harn. Die Hauptelimination geschieht durch den Darm(Versuch 11).
2. Borsäure, welche ins Unterhautzellgewebe oder in den Magen gebracht wurde, wird bei Hunden und Pferden innerhalb weniger Tage wieder mit dem Harn(allein nur?) eliminirt. Die Ausscheidung beginnt sehr bald nach der Aufnahme(Versuche 16 und 17).
3. Bromkalium lässt sich bald nach seiner Aufnahme durch die Subcutis oder den Magen im Speichel und im Harn nachweisen. doch dauert es längere Zeit, ehe alles Brom aus dem Körper eliminirt wird(Versuche 29 und 30).
Ueber die Verdauung des Fleisches bei Schweinen. Von Hofmeister.(Deutsche Zeitschrift für Thiermediein, Bd. XVI, S. 226— 254.
Verf. stellte durch seine eingehenden Ver- suche und frühere, diese ergänzende fest, dass das Schwein als Omnivor Pflanzen- wie Fleisch- kost gleieh gut verzehrt und verdaut. Ver- gleichende Zusammenstellungen und Versuche er- geben noch, dass Omnivor und Carnivor für Fleischeiweiss nahezu gleiches Verdauungsver- mögen, wie Resorptionsvermögen besitzen; denn
der Unterschied zu Gunsten des Hundes stellt
sich auf ca. 8,0 Proc. und ca. 4 Proc., was von diesem an Fleischeiweiss mehr verdaut und re- sorbirt wurde. Hierbei ist aber nicht zu über- sehen, dass der Hund eine bei Weitem schnellere Durchgangszeit durch den Darmcanal für Fleisch zeigt als das Schwein. Im Uebrigen muss auf die Originalarbeit verwiesen werden.
Pathologische Anatomie und Pathogenese.
Lymphextravasate am Hinterschenkel der Pferde. Von Hoffmann.(Monatshefte für practische Thierheil- kunde I, 3. Heft.)
H. berichtet darüber folgendes:
Derartige Geschwülste entstehen nicht etwa dadurch, dass die Lymphe aus normalen, kleinsten Oeffnungen aus den Lymphgefässen oder durch Zusammenfluss der in den Zwischenräumen an- gesammelten serösen Flüssigkeit sich bildet, son- dern durch Zerreissung von LyVmphgefässen und Ausfluss von Lymphe aus den Gefässen, einer Lymphorrhagie, in die durch die Zerreissung entstandene Höhle, in welcher sich dann die Lymphe nach dem Gesetz der Schwere ansammelt. Solche Geschwülste werden in der Regel als Blut- geschwülste diagnosticirt. Beim Pröffnen wird jedoch der Chirurg überrascht, wenn nicht Blut,


