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die Absicht hätten, dem königl. sächs. Staatsministerium durch eine Peputation eine Petition um Erhebung der Thierarzneischuſe zur Hochschule überreichen zu lassen. Wir wollen wünschen, heisst es am Schlusse jener Mit- theilung, dass diese Bestrebungen gelegentlich der bevor- stehenden Jubelfeier des sächsischen Königshauses von Erfolg gekrönt sein mögen.

Bereits am 15. Juni d. J.(in Nr. 18 d. Ztschrft.) konnten wir die erfreuliche Mittheilung bringen, dass die königliche Thierarzneischule zu Dresden zur Hochschule erhoben sei. Die nächste Einladung, welche den Schreiber dieses wieder nach Dresden rufen sollte war nun in der That aus Anlass der Feier zur Erhebung der Königlichen Thierarzneischule zur Hochschule vor einigen Tagen erfolgt. Leider war es dem Unterzeichneten wegen der weiten Entfernung vom Festorte und wegen seiner andern Berufspflichten als Uni- versitätslehrer nicht möglich, persönlich an der Feier theilzunehmen.

Im Nachfolgenden wird deshalb ein demNeuen Dresdener Tageblatt entnommener Bericht über die schöne Feier wiedergegeben.

Die drei Tage dauernden Feierlichkeiten begannen Donnerstag den 24. October mit einer Begrüssung der im unteren Saale des Kgl. Belvedere erschienenen Gäste. Herr stud. Meyfarth begrüsste die Gäste mit kurzer aber warmer Ansprache dann blieb man in ungezwungener Weise noch beisammen und lauschte den Weisen der Schubert'schen Pionierkapelle.

Den Höhepunkt des Festes bildete der Festeommers, der Freitag abend im grossen Saale des Gewerbehauses stattfand. An langen Tafeln sassen die vielen Ehrengäste, wohl über hundert, dann kamen die langen Tafeln der studentischen Festtheilnehmer, an einer Quertafel vorn das Präsidium, bestehend aus den Herren Georg Meyfarth

(Vbingia). Martin Herbig(Saxo-Borussia), Alfred Stiehler

und Max Krause(nicht incorporirt), Paul Dehne(Saxonia) und Ludwig Honigmann(Alemannia). Unter den zahl- reichen Ehrengästen bemerkten wir als Vertreter der Re- gierung Geh. Rath von Charpentier, Geh. Reg.-Räthe Schmiedel und Vodel, als Vertreter der Stadt die Herren Oberbürgermeister Dr. Stübel, Stadtverordnete Hofrath Damm, Oberregierungsrath Krieg und Kaufmann Wei- gandt. Von der medicinischen Facultät der Universität Leipzig waren anwesend die Herren Geh. Med.-Rath Prof. Braune und Med-Rath Birch-Hirschfeld. Die Berg- academie Freiberg hatte entsandt den Bergrath Professor Dr. Stelzner und Prof. Undeutsch, die Forstacademie Tharandt den Geh. Hofrath Nobbe. Das Landesmedicinal- collegium war durch seinen Präsidenten Herrn Geh. Med.- Rath Dr. Günther, das Polytechnikum durch die Herren Prof. Dr. Drude und Prof. Hartig, der Landesculturrath durch seinen Generalsecretär Herrn Oekonomierath von Langsdorff vertreten. Vom Professoren-Collegium der jungen Hochschule bemerkten wir den Geh. Med.-Rath Prof. Dr. Leisering, Hofrath Prof. Sussdorf, auch dessen Sohn, der jugendliche Professor Sussdorf aus Stuttgart, war anwesend, die Professoren Med.-Rath Dr. Siedamgrotzky, Dr. Ellenberger, Dr. Johne, Dr. Müller, Dr. Geissler. Dr. Hofmeister und Dr. Pusch. Ferner waren anwesend der Rector der Berliner thierärzt- lichen Hochschule Prof. Dr. Schütz und zahlreiche Aerzte und Thierärzte Dresdens, die Gesellschaft für Natur- und Heilkunde fast in ihrer Gesammtheit wir nennen hier nur die Herren Oberstabsarzt Dr. Leo, Generalarzt Dr. Brückner, Hofrath Credé, Obermedicinalrath Erdmann, Medicinalrath Dr. Fiedler, Doctoren Bert- hold, Buch, Cahnheim, Friedrich, Meinert, Unruh, Wiebe, Stengel, Roizsch und Rabe. Mit deu Klängen der Jubelouvertüre, welche die hinter einer Pflanzendecoration plaeirte Pionirkapelle executirte, begann das Fest. Dann begrüsste wiederum Her stud. Mey-

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farth, der, wie hier Eingangs gleich erwähnt werden mag, mit seltenem Geschick das Präsidium den ganzen Abend durchführte, die Festtheilnehmer. Worte des Pankes für den König für die Ernennung der Schule zur Hochschule bildeten die Einleitung der sehr sym- pathisch anmuthenden Rede. Ein Gelöbniss soll, so führte dieselbe weiter aus, das erste Wort der jüngsten deutschen Hochschule sein, das Gelöbniss, die Ideale des deutschen Studenten hoch zu halten, des Deutschen Reiches Herrlichkeit zu wahren. Mit einem Salamander auf Kaiser und König schloss der Redner. Eine sehr grosse Anzahl Reden folgten nun, unterbrochen nur durch all- gemeine Lieder. Herr Prof. Dr. Ellenberger leitete die Reihe der Begrüssungsreden durch eine längere Festan- sprache ein, in der er zunächst das Werden der Anstalt vorführte, die seit ihrer 1880 stattgehabten Jubelfeier durch stattliche Neubauten und innere Reorganisation, durch bei- nahe Vervierfachung der Studentenzahl in grossartiger Weise aufgeblüht ist. Schon bei jener Jubelfeier sei dem Könige durch Bittschrift der Wunsch nahegelegt

worden, der jetzt nun in Erfüllung ging, nachdem Kaiser Wilhelm I. mit Brnennung der preussischen

Thierarzneischulen zu Hochschulen vorangegangen war. Die Aenderung sei keine blosse Aenderung des Namens. Nur auf academisch eingerichteten Hochschulen können Männer von Charakter gebildet werden, nicht auf Dressir- anstalten. Der thierärztliche Stand hat diese Erhöhung durch die Arbeiten seiner Mitglieder verdient Nur auf dem Wege tüchtiger Arbeit konnte das geleistet werden, was Männer wie Haubner und Leisering leisteten. Die moderne veterinärpolizeiliche Gesetzgebung, um die uns das ganze Ausland beneidet, sei eine Anerkennung der Fortschritte dieser Arbeit gewesen. Möge die Hochschule das war der Wunsch, mit dem der Redner schloss kräftig weiter arbeiten an der Erreichung des ihr vorge- steckten Zieles, dass sie, eine Stätte wissenschaftlicher Forschung, anregend und befruchtend wirke. Nachdem sodann Herr Stud. Dehne des Staatsministeriums gedacht, ergriff als Regierungs-Vertreter Herr Regierungsrath Char- pentier das Wort zu herslichen Wüuscheu, dass auch diese Hochschule stets von wohlthätigem Einfluss sein möge und die Liebe zu den Phieren verbreiten möge. Noch einmal ergreift der Präsident das Wort, um der alten Herren zu gedenken, die als emsige Pio ire der Wissen- schaft in alle Welt ziehen. Herr Medicinalrath Dr. Gün- ther brachte sodann ein Hoch auf das Wohl der Lehrer an der thierärztlichen Hochschule. Herr Medicinalrath Dr Birch-Hirschfeld definirte in humoristischer Weise den Begriff der academischen Freiheit, die nicht etwa in dem Besitze eines Hausschlüssels bestehe auch nicht in dem Gebrauche, sich das Antlitz durch Hiebe schmücken zu lassen, sondern sie bestehe in der Lernfreiheit. Der Redner trank sodann auf das Wohl der thierärztlichen Hochschule. Herr Oekonomierath v. Langsdorff gedachte der freundschaftlichen Bezichungen zwischen Landwirthen und Thierärzten und brachte den in practischer Phätigkeit stehenden letzteren sein Hoch. In fesselnder und humo- ristischer Art sprach sodann Herr Oberbürgermeister Dr. Stübel. Mit wahrhafter Rührung habe er, so führte Redner aus, die Einladungskarte empfangen, auf welcher Amor das Wappen Dresdens hält. Auf das dauernde Liebesbündniss der Hochschule und der alten Stadt Dres- den trank der Redner sein Glas. Herr Prof. Dr. Drude, der als Leiter des Botanischen Gartens, manchen Blumen- strauss den thierärztlichen Hochschülern spendet, nämlich 2500 Pflanzenexemplare jährlich zu wissenschaftlichen Studien veranlasste sodann die Gäste, auf das Wohl der Studentenschaft einen Salamander zu reiben. Es sprachen sodann ferner noch als Vertreter der Leipziger Thierärzte, Herr Dr. Prietzsch, Herr Prof. Sussdorf jun.-Stuttgart auf die deutsche Finigkeit toastend, Herr Pr. Meinert,